Hilfe für Asylbewerber
Neue Koordinierungsstelle für Flüchtlingsarbeit

Dienstags und donnerstags von 13 bis 16 Uhr ist Martina Dobner (sitzend) in der Koordinationsstelle für Flüchtlinge tätig. Hinter ihr steht eine breite Allianz an Helfern, allen voran Ideengeberin Tanja Kippes (rechts). Bild. fz

Flüchtlingshilfe ist eine ehrenwerte Sache. Viele engagieren sich. Damit sie das miteinander und nicht nebeneinander oder gar gegeneinander tun, hat die Stadt nun eine Koordinierungssstelle. Die Ansprechpartnerin kommt allerdings nicht aus Neustadt.

Die Einrichtung ist dem Allgemeinen Sozial- und Schuldnerberatungsverein (AS) in der Zacharias-Frank-Straße angegliedert. Martina Dobner aus Windischeschenbach ist die neue Koordinatorin. Sie stellte fest, dass alle Neuankömmlinge in Neustadt mit Kleidung, Unterkunft und Essen versorgt sind.

Nun gehe es zunächst darum , dass sie Deutsch lernen und dann, sich in Vereinen integrieren und soziale Kontakte knüpfen. Dobner will ein Netzwerk aufbauen, in dem sie Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche ist. Sie will Öffentlichkeitsarbeit betreiben und engen Kontakt zu Ämtern und Kirchen halten. Die Windischeschenbacherin und ihre Mitstreiter kennen die Probleme der Asylsuchenden. Viele wollen am öffentlichen Leben teilnehmen, kennen aber den Weg nicht. "Die einen gehen ins Landratsamt, die anderen ins Rathaus oder zu den Kirchen. Irgendwie sind sie immer nicht an der richtigen Stelle." Dabei kann es passieren, dass sie aufgeben. Gerade das möchte die "Koordinationsstelle für Integration der Asylbewerber", so der offizielle Name, verhindern.

AS-Vorsitzender Hans Maier betonte dass sich die Schuldnerberatung schon länger in der Betreuung von Flüchtlingen engagiert. Vorstandsmitglied Ludwig Bayer erläuterte dass es an der Finanzierung nicht scheitere. "Da bin ich zum Betteln gegangen und habe keine verschlossenen Türen vorgefunden. Bürgermeister Rupert Troppmann war sofort dabei, uns mit seinem persönlichen Fond zu unterstützen." Gleiches gilt für Landrat Meier, die Sparkasse und die Kirchen.

Erfahrung zählt


Troppmann verdeutlichte, dass ein solches Projekt Ideengeber brauche. Das war Stadträtin Tanja Kippes, die Tochter von Bayer. Die AS war erste Wahl, weil sie Erfahrung hat. "Das zeichnet Neustadt aus, dass wir diese Mosaiksteine zusammenbringen", freute sich der Rathauschef.

Der evangelische Pfarrer Ulrich Gruber mahnte an, auch das Zusammenleben von Christen und Muslimen zu vermitteln. Michael Schiller vom Landratsamt betonte, dass seine Behörde nicht zu jedem der 900 Flüchtlinge im Landkreis einen direkten Bezug habe. "Die 67 Asylbeweber in Neustadt/WN haben mit der Koordinationsstelle gute Karten. Sie kann diesen Bezug herstellen." Mit an Bord ist auch Markus Drexler von der "Denkstatt", der mit Praktika Hilfe anbieten will.
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