Jugendhilfeausschuss bewilligt Sozialarbeiter für Altenstädter Grundschule
Schule braucht Hilfe

Symbolbild: dpa
 
"Das Jugendamt hat in Altenstadt schon gut zu tun." Zitat: Klaus Egelseer, Chef des Kreisjugendamts

Die Grundschule Altenstadt braucht Hilfe. Die große Anzahl von Kindern mit Migrationsanteil macht den Lehrern zu schaffen, ein Sozialarbeiter muss her. Das sieht auch der Jugendhilfeausschuss so.

Die Grundschule stellte einen Antrag auf eine Stelle für Jugendsozialarbeit. Derzeit besuchen 174 Kinder die Schule, davon haben 54 einen Migrationshintergrund. Über 25 Prozent haben alleinerziehende oder von Trennung bedrohte Eltern. "Diese Situation ist einmalig im Landkreis", betonte Klaus Egelseer, der Leiter des Kreisjugendamts im Jugendhilfeausschuss.

Die Probleme der Schule sind vielfältig. Die Kinder hätten vermehrt erzieherische, psychosoziale und familiäre Probleme. Besonders Mädchen und Buben aus Flüchtlingsfamilien seien aggressiv und gewaltbereit, eine Traumatisierung sei deutlich erkennbar. Häufig gäbe es Raufereien zwischen den Flüchtlingskindern. "Außerdem hat das Jugendamt in der Gemeinde schon gut zu tun", sagte Egelseer. Altenstadt habe den größten Ausländeranteil an der Bevölkerung im Landkreis. "Wenn Bedarf festgestellt wird, muss er auch gedeckt werden", betonte stellvertretender Landrat Albert Nickl. Grundschulen erhalten die staatliche Förderung nur, wenn über 20 Prozent der Schüler Migrationshintergrund haben. In Altenstadt betrifft das 31 Prozent.

Ganz früh beginnen


Gerhard Steiner, Freie-Wähler-Stadtrat aus Neustadt und Lehrer an der Mittelschule in Weiherhammer betont, wie wichtig Jugendsozialarbeit an Schulen ist: "Es ist sehr sinnvoll, schon in der Grundschule zu beginnen, die Kinder verstärkt pädagogisch zu betreuen." Die Lehrer seien aus Zeitmangel oft nicht in der Lage, einzelne Schüler herauszuholen und sich gesondert um sie zu kümmern.

Sämtliche Lösungsversuche der Schule seien bisher gescheitert. In den Klassen 1 bis 3 gab es das Konzept "Faustlos", die Lehrer zogen einen mobilen sonderpädagogischen Dienst für einzelne Schüler mit Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich hinzu. Auch intensive Gespräche zwischen Schülern, Eltern, Lehrern und der Schulleitung halfen nicht weiter. Dominik Baschnagel, Fraktionssprecher der CSU im Altenstädter Gemeinderat, betont: "Es macht absolut Sinn, in der Grundschule mit Sozialarbeit anzusetzen. Vor allem aus Altenstädter Sicht."

Zügig ausschreiben


Bei einem Jugendsozialarbeiter sollen die Schüler lernen, weniger aggressiv miteinander umzugehen und Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Die Flüchtlingskinder sollen sozial eingegliedert werden. Durch die Maßnahmen erhofft sich die Schulleitung ein entspannteres Schul- und Unterrichtsklima und vor allem eine Entlastung der Lehrer.

"Je früher, desto erfolgreicher ist die Maßnahme", bestätigte auch stellvertretender Landrat Albert Nickl. Personal sei allerdings nicht vorhanden, bedauerte Jugendamtsleiter Egelseer. Die Stelle müsse erst ausgeschrieben werden, das geschehe aber "möglichst schnell", betonte er. Der Jugendhilfeausschuss votierte einstimmig für die Schaffung einer solchen Stelle an der Grundschule Altenstadt.

Das Jugendamt hat in Altenstadt schon gut zu tun.Klaus Egelseer, Chef des Kreisjugendamts
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