Keller, Kreisverkehr und Aufzüge
Stadtrat vergibt in einer Sitzung Aufträge für knapp drei Millionen Euro

Die Kita St. Joseph bekommt eine solide Dämmung. Weil die Fassade aber denkmalgeschützt ist, wird sie innen angebracht. Bild: Götz

Wohl dem, der Aufträge zu vergeben hat. Der hat nämlich auch Geld. Das erwähnte Josef Arnold (CSU) bei der Rechnungsprüfung für das Jahr 2015 beiläufig. "Man sieht es auch daran, dass wir in der heutigen Sitzung mal eben drei Millionen Euro auf den Weg gebracht haben", kommentierte er die Bauvorhaben der Stadt. Die einzelnen Posten sind:

Energetische Sanierung des Kindergartens St. Joseph. Dafür bekommt die Stadt 700 000 Euro Förderung. Unter anderem, weil wegen Denkmalschutzauflagen kein Außen-Vollwärmeschutz möglich ist, kommt eine Innendämmung zum Zug. Verschiedene Projektplaner aus der Region kümmern sich um Posten wie Heizung/Sanitär, Elektrik, Tragwerk und Bauphysik.

Behindertengerechter Außenaufzug für die Grundschule: Das erledigt für 43 600 Euro die Firma Schmitt aus Bayreuth. Dazu kommen 67 000 Euro Förderung. Für den Aufzug sind auch Erd- und Gasarbeiten nötig. Die Firma Kreuzer aus Störnstein legte dafür mit 39 300 Euro das günstigste Angebot vor.

Baugebiet Rumpler III: Den lukrativen, weil kleinräumigen Auftrag zur Erschließung (Straße, Kanal und Wasser) wollten sich gleich elf Bieter sichern. Die günstigste Offerte machte die Firma Markgraf aus Bayreuth mit 1,32 Millionen Euro.

Kreisverkehr im Siedlungsgebiet Neustadt-Ost: Damit soll das neue Baugebiet an die B 15 angebunden werden.

Neue Stichstraße ins Gewerbegebiet am Wiesengrund: Dort soll die neue Rettungswache entstehen. Das günstigste von fünf Angeboten unterbreitete die Firma Markgraf aus Bayreuth mit 170 400 Euro.

Zwei Sozialwohnblöcke am Bergmühlweg: Darüber hatte der Stadtrat bereits vor der Sommerpause diskutiert. Dabei ging es um die Anzahl der Stellplätze und den Einbau von Kellerabteilen. Am Dienstag kamen die Fraktionen überein, die Zahl der Stellplätze von 12 auf 16 zu erhöhen. Das sei nicht weiter teuer, da genügend Platz zur Verfügung stehe. Bei einer Aufstockung auf 18 Parkflächen würden die Kosten dagegen um 50 Prozent steigen. Für den Keller in den drei Blöcken lagen drei Vorschläge vor. Der Haushalt gibt es her, dass die teuerste, aber für die Bewohner komfortabelste Lösung eine Mehrheit fand: einen Keller für jedes Gebäude, das neben einem Technikraum für den Hausmeister auch für jede Wohnung ein Abteil vorsieht. Dazu kommen Innentreppe und Aufzug. Alle Fraktionen stimmten zu, dafür 185 000 Euro in die Hand zu nehmen.

Nicht zu sehr einengen


So einstimmig die Stadträte dafür die Hand hoben, ein bisschen Zwist war doch dabei. SPD-Sprecher Achim Neupert mahnte, den Baufirmen Anfangstermine zu setzen. Er spielte damit auf den Zebrastreifen in der Inneren Flosser Straße und die Parkbuchten für Busse an der Mittelschule an. In beiden Fällen hatten Baufirmen die Stadt wochenlang vertröstet, bis sie loslegten. Gegen diesen Vorschlag hatte im Prinzip keiner etwas.

Die Idee, festzuschreiben, dass die Firmen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt schon ihre Geräte zur Baustelle bringen sollen, ging einigen aber zu weit. CSU-Fraktionschef Josef Arnold warnte, dass dann vielleicht weniger Angebote zu schlechteren Preisen eingingen. Auch Bauunternehmen unterlägen manchmal Zwängen: "Eine Firma zu führen, ist nicht so leicht, wie einen Beschluss zu fassen."
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