Mehr Platz für Kinder
Stadt baut Betreuungsangebot aus

Erzieherin Katharina Pfistermeister (Zweite von links) und Kinderpflegerin Melanie Nörl betreuen derzeit eine provisorische Kleinkindgruppe in der städtischen Kita St. Joseph. Im Spätsommer soll diese Gruppe zur Dauereinrichtung werden. Bild: Schönberger

In Weiden und einigen Umlandgemeinden werden die Krippenplätze knapp. Damit es Neustadt nicht ähnlich geht, beschloss der Stadtrat, kräftig zu investieren. Unter anderem soll eine neue Kleinkindgruppe entstehen.

Der Beschluss dazu fiel nichtöffentlich. Höchste Zeit, ihn unter die Leute zu tragen, fand Achim Neupert (SPD) und stieß dabei auf volle Zustimmung von Bürgermeister Rupert Troppmann. Der erläuterte, dass es schon Anfang des Jahres einen Runden Tisch gegeben habe, um die zukünftige Betreuungssituation in der Stadt abzuklären. Mit dabei waren neben den Fraktionssprechern die Kita-Leiterinnen, Vertreter der Kirchen, der Diözese, der Caritas, des Jugendamtes und der Verwaltung.

Sie einigten sich darauf, dass eine provisorische Kleinkindgruppe in der städtischen Kita St. Joseph mit 16 Plätzen ab September zur festen Einrichtung wird. Sie ist zurzeit noch im ehemaligen Turnraum im Roten Schulhaus untergebracht.

Um die neue Gruppe genehmigt und gefördert zu bekommen, sehen die Vorschriften aber einen neuen Bewegungsraum vor. Er soll im Dachgeschoss von St. Joseph entstehen. Dafür nimmt die Stadt 150 000 Euro in die Hand. "Da gab es keine Diskussion", unterstrich Troppmann. Er wartet nun auf das Signal von der Regierung der Oberpfalz für den vorzeitigen Baubeginn. Denn zum neuen Kindergartenjahr muss alles stehen. Der Förderantrag ist schon eingereicht.

Größerer Puffer


Rein rechnerisch wäre es auch möglich gewesen, die Kleinkindgruppe in St. Joseph aufzulösen und damit freie Plätze im Kindergarten St. Martin aufzufüllen. Abgesehen davon, dass es nicht so einfach ist, die Kinder wegen unterschiedlicher Belegungsstrategien auszugliedern, gingen der Stadt dann allmählich die Plätze aus. Vor dem Hintergrund eines neuen Baugebiets, Geburtenzuwachs und Asylbewerberzuzug, hätte sie dann kaum mehr Spielraum.

Stattdessen sieht die Lösung so aus: Die Kita St. Martin richtet eine Mischgruppe mit Kindern über und unter drei Jahren ein. Sie nimmt den Überhang von St. Joseph - die Abgänger in die Krippe - auf. Zugleich bleibt die Kleinkindgruppe in St. Joseph erhalten, da das notwendige Personal vorhanden ist. Das Dachgeschoss wird ausgebaut.

Abgesehen von den 150 000 Euro für den Bewegungsraum kommen noch einmal 15 000 Euro für Einrichtung in St. Martin dazu. Das Rathaus rechnet mit rund 60 000 Euro Förderung.

Besser zusammenarbeiten


Mit diesen Plänen schafft die Stadt einen Puffer von 10 Prozent freien Plätzen. Die Teilnehmer des Runden Tisches mahnten aber an, dass die beiden Kitas ihre Zusammenarbeit verbessern könnten. Das betrifft Doppelanmeldungen oder die Weiterleitung von Elternadressen. Neupert sprach sich auch dafür aus, die Schließzeiten wieder aufeinander anzupassen.

Noch freie Plätze in KitasZurzeit stehen in der Stadt 40 Krippenplätze plus drei Notplätze zur Verfügung. Sie sind nahezu alle belegt. Dazu kommen 191 Kindergartenplätze, von denen Ende Januar 175 in Anspruch genommen waren. 13 der freien Plätze bietet die Kita St. Martin an. Das könnte nach vorliegenden Prognosen auch 2017 so bleiben. Die Kindergartenleiterinnen rechnen zum neuen Jahr weiterhin mit 90-prozentiger Auslastung. Aufgrund der vorliegenden Anmeldezahlen verfügt die Stadt über 22 freie Kindergartenplätze und 14 Notplätze. Darin ist aber die provisorische Kleinkindgruppe aus St. Joseph eingerechnet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.