Milcherzeugergemeinschaft Weiden
Mehr Milch von immer weniger Bauern

Selbst Schmetterlinge im Bauch sind für einen Veganer schädlich.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft trifft die Milcherzeuger mit voller Wucht. Das zeigt sich auch in der Zahl der Mitglieder in der Milcherzeugergemeinschaft Weiden. Ende 2015 Jahres zählte sie 404 - im Jahr 1990 waren es noch 894. Doch im Gegensatz zum Mitgliederstand ist die abgelieferte Milchmenge ständig gestiegen. 2015 waren es 97,19 Millionen Kilo.

In der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Neustadt beklagte Vorsitzender Manfred Venzl die ständig sinkenden Preise. Die Ursachen dafür liegen nicht nur in der Trockenheit, sondern vor allem im russischen Embargo für westliche Agrarprodukte, den militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in Nordafrika, aber auch am Diktat des deutschen Lebensmittelhandels.

Bechtel sei Dank


Mit Stolz hob Venzl die erzielten Milchpreise für die Mitglieder hervor, die dank fairer Verhandlungen mit der Privatmolkerei Bechtel in den letzten vier Monaten des vergangenen Jahres bis zu vier Cent über den von norddeutschen Molkereien bezahlten Preisen lagen.

Somit sei es möglich gewesen, den Milcherzeugern einen Erlös von 30 Cent pro Kilogramm Milch zu garantieren. Als wichtig für die Milcherzeugergemeinschaft zeige sich, dass über 95 Prozent der Milcherzeuger nach dem "BQP", dem "Bechtelqualitätsprogramm" und somit auch genfrei produzieren.

Der im vergangenen Jahr erreichte reis dürfe aber dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies gegenüber 2014 einen weiteren Rückgang um über 20 Prozent bedeutete. Kurz sprach der Vorsitzende auch die Steigerung der gelieferten Milchmengen an. Dabei zeigte sich, dass die Milchmengenentwicklung 2015 gegenüber 2014 in dem angegebenen Vergleichszeitraum in Bayern ein Plus von 0,74 Prozent und in Deutschland ein Plus von 0,98 Prozent aufwies. Im Gegensatz dazu betrug die Steigerung in Irland 16,21 Prozent und in den Niederlanden 9,94 Prozent.

Landrat Andreas Meier nannte die Erkenntnis "Gemeinschaft macht stark" eine wichtige Grundlage bei der Verhandlungsposition mit den Geschäftspartnern. Bedauerlicheweise fehle das Bewusstsein der Verbraucher, die sich vom Erzeuger entfernten. Landwirtschaftsdirektor Helmut Melchner erklärte, die gesteigerte Milchmenge nach Abschaffung der Quote habe auf eine nicht vorhersagbare Stagnation beim Verbrauch getroffen. Der Preisrückgang von zehn Cent in den letzten Monaten bedeute einen enormen Einkommensverlust. Dennoch seien die Chancen der bayerischen Milchviehhalter aufgrund der hohen Qualität als "nicht allzu schlecht" einzustufen.

"Miserable" Entwicklung


BBV-Kreisobmann Josef Fütterer nannte die "miserablen" Milchpreise das Hauptproblem der Erzeuger. Das Problem treffe aber auch Schweinebauern. Dr. Hans-Jürgen Seufferlein, Direktor des Verbandes Milcherzeuger Bayern, meinte, es sei notwendig, auch nach Beendigung der Quote marktgerecht zu produzieren. Dabei werde es aber keine politisch gewollten Steuerungen geben.

Seufferlein bedauerte, dass oftmals mit "Horrormeldungen" der Milchkonsum von Ideologen madig gemacht werde. Umgekehrt müssten aber auch dem Handel klare Grenzen gesetzt werden, wobei sich hier auch das verarbeitende Gewerbe anschließen müsse.
Selbst Schmetterlinge im Bauch sind für einen Veganer schädlich.Dr. Hans-Jürgen Seufferlein, Direktor im Verband der Milcherzeuger Bayern
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