Offene Ganztagsschule gut angelaufen
Schüler spielen beim Hausmeister

Buchstäblich Handstände machen die Kinder in der neuen offenen Ganztagsschule, in der sie Kinder bis 14 oder 16 Uhr sowohl Hausaufgaben machen als auch spielen. Bild: Gerhard Götz
 
Der Bedarf an der Nachmittagsbetreuung steigt. Grafik: NT/AZ

Zu viel Schule wille Heike Merther ihren Grundschülern nicht zumuten. Deshalb hat sich die Rektorin in der Bildungsstätte für die offene Form der Nachmittagsbetreuung ausgesprochen.

58 der rund 250 Kinder nutzen das Angebot mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Spielen, Ruhephasen und demnächst noch weiteren Freizeitmöglichkeiten. Die Zahlen, die Merther im Stadtrat vorstellte, entsprechen dem Stand am Dienstagmittag. "Doch täglich kommen neue Anfragen."

Das kann daran liegen, dass in vielen Familien beide Eltern berufstätig und froh sind, dass der Nachwuchs nahezu ohne Kosten in guten Händen ist. Das kann aber auch daran liegen, dass so manche Idee, die die Schule und die Weidener Firma "job trans" als Träger entwickelt haben, gut sind. Das beginnt bei den Räumen: Ist der Unterricht nach der vierten, fünften oder sechsten Stunde beendet, werden die Kleinen in der Aula abgeholt und gehen in die gegenüberliegende Mittelschule. Dort gibt es auch das Essen.

Das genießen auch auf Wunsch der Regierung alle gemeinsam, da viele Kinder gemeinsame Mahlzeiten nicht mehr kennen. Selbst der Umgang mit Besteck und Serviette sei nicht mehr selbstverständlich. "Unsere Kinder haben keine Schwierigkeiten, zu lernen, sondern miteinander umzugehen", beschreibt Merther den pädagogischen Hintergrund für manche.

Merther spricht sich im Stadtrat eindeutig für die offene Ganztagsschule aus. Bei der gebundenen Variante laufe der Unterricht mit Zusatzangeboten auch am Nachmittag weiter. "Schule bis 16 Uhr ist für manche Kinder zu viel. Ich möchte selbst nicht von 8 bis 16 Uhr in einem Klassenzimmer sitzen."

Wohnung gegenüber


Die Rektorin freut sich, dass die ehemalige Hausmeisterwohnung gegenüber der Grundschule ihren Zöglingen am Nachmittag als Freizeit- und Kreativbereich zur Verfügung steht. In den Ferien habe man die Zimmer freigeräumt und hergerichtet. "Da fehlt noch einiges, dass wir in den kommenden Jahren mit Unterstützung der Stadt erweitern wollen", gab sie als Wunsch an den Stadtrat weiter. "Manches ist noch etwas kahl, aber wir sind noch am Ausbau."

Ein Goldstück nennt sie die Küche samt Spülmaschine. "Die Räume sind ja auch ein Lebensraum für die Kinder. Da braucht man eine Küche", lacht die Pädagogin. Daneben gibt es Spielzimmer mit Erlebnisteppich und auch einen Ruheraum mit Sofa, Teddy und Wolkenhimmel.

3,80 Euro zahlen die Eltern derzeit pro Mahlzeit, die "D'Wirtschaft" aus Altenstadt kocht. Die Kinder nähmen das Essen sehr gut an. Ansonsten ist die Betreuung kostenlos. Lediglich Zusatzangebote wie individueller Instrumentalunterricht, müssen extra bezahlt werden. Nach den Herbstferien soll ein Spektrum an musisch-kreativen, sportlichen und gestalterischen Aktivitäten starten.

Bereits seit 2005 können die Mädchen und Buben auch nach dem Unterricht noch in der Schule bleiben, erhalten ein Mittagessen und sind beaufsichtigt. Von anfänglich 14 stieg die Zahl der Nutzer bis 2008 bereits auf 41. Damals gab es erstmals die Wahlmöglichkeit der Betreuung bis 14 Uhr (25 Schüler) oder bis 15.30 Uhr (16). Im vergangenen Schuljahr waren es insgesamt 49.

Das Team der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen um pädagogische Leiterin Maria Hartwig bilden Nicole Prasow, Karin Schricker und Edeltraud Braunschmid. Dazu kommen Praktikanten oder junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren.

Im Bus nach Hause


Am Anfang des im September gestarteten Projekts offene Ganztagsschule (OGTS) stand eine Befragung der Eltern zum Interesse an einer Nachmittagsbetreuung. Mit diesen Zahlen meldete die Schule die OGTS bei der Regierung an. Vom 82 900 Euro umfassenden Gesamtbudget zahlen Stadt und Schulverband 21 000 Euro. Die Stadt ist gefordert bei den Räumen und Materialien sowie den Bussen, die die Kinder zum Unterrichtsschluss sowie um 14 und 16 Uhr nach Hause bringen. Stellvertretender Bürgermeister Heinrich Meier und Merther versichern sich gegenseitig, dass der Draht zwischen Schule und Stadt kurz sei.

Unsere Kinder haben keine Schwierigkeiten zu lernen, sondern miteinander umzugehen.Rektorin Heike Merther
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