Reaktionen von Bürgermeistern, Landrat Andreas Meier und Bauerverband
Gleichstromtrassen-Pläne von Tennet lassen noch Fragen offen

Die Stadt Windischeschenbach steht im Zentrum mehrerer Pläne für die unterirdische Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link. Luftbild: Ascherl

Nur wenige Bürgermeister begleiteten den Landrat an die Uni Bayreuth zur großen Tennet-Informationsveranstaltung über mögliche Verläufe der geplanten Gleichstromtrasse. Ihr Fazit fällt durchwachsen aus.

Auffallend viele Linien möglicher Stromautobahnen tauchen auf der Landkarte rings um Windischeschenbach auf. Bürgermeister Karlheinz Budnik war deshalb in Bayreuth dabei. Er spricht dem Netzbetreiber Tennet das Bemühen nicht ab, so gut wie möglich zu informieren, weiß aber auch nicht, wie es für seine Stadt weitergeht.

"Rauszuhören war lediglich, dass die bei Freileitungen geforderte Bündelung der Leitung an der A 93 bei der Erdverkabelung nicht zwingend ist." Budnik ist wichtig, dass die Kabel nicht westlich an seiner Stadt vorbeiführen. "Dort darf ich dann kein Baugebiet draufsetzen. Das würde uns in der Stadtentwicklung behindern, denn östlich haben wir schon die Autobahn. Dann wären wir eingekeilt." Großer Widerstand seitens der Bürger ist Budnik seit Bekanntgabe der Vorschläge noch nicht zu Ohren gekommen. "Die einen sagen so, die anderen so." Ähnlich äußern sich seine Bürgermeisterkolleginnen Marianne Rauh aus Theisseil und Tanja Schiffmann aus Parkstein.

Landrat Andreas Meier hält die Erdkabel grundsätzlich für konsensfähig: "Ich bin der Meinung, dass wir als moderne, technisierte Gesellschaft es schon noch schaffen müssen, auch größere Infrastrukturprojekte zu verwirklichen. Wenn etwas unter die Erde kommt, dann müssen wir einen Weg finden, es zu realisieren. Gleiches gilt etwa auch für Gasleitungen und Glasfasertrassen."

Etzenrichts zweiter Bürgermeister Hans Beutner vermisste in Bayreuth ein Angebot an Grundstückseigentümer für Entschädigungen. Ähnlich geht es Hans Winter vom Bauernverband. Er ärgert sich, dass Tennet am Donnerstag, 6. Oktober, zwar Interessenverbände und Kommunalpolitiker zum "planungsbegleitenden Forum" in die Stadthalle Neustadt einlädt, der Termin aber Landwirten gar nicht passt. "Das geht um 16.45 Uhr los. Da sind unsere Obmänner noch beschäftigt. Ich habe Tennet angeschrieben und um einen Abendtermin gebeten, aber keine Antwort erhalten, Da sieht man mal wieder, was man von der Arbeit der Bauern hält." Andreas Punzmann von der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Nord mag weder Freileitungen noch Erdkabel. Lieber wäre ihm der Ausbau von Biogas. An Erdkabeln stört ihn unter anderem, dass er auf dem Boden darüber keine Energieholzplantage anlegen dürfte. Hans Senft vom Campingplatz Schweinmühle, an dem der Strang vielleicht auch vorbeiläuft, sieht dagegen ein anderes Problem als gravierender für seine Urlauber und für sich selbst an: die Elektrifizierung der Bahnstrecke.
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