Rupert Troppmann tritt aus Protest aus Forum Neustadt Plus aus
Margit Frauenreuther nicht mehr Regionalmanagerin

Daniela Franz (rechts) löst Margit Frauenreuther als Regionalmanagerin ab. Bild: Popp

Nicht alle sind mit einer Personalentscheidung im Landratsamt einverstanden. Margit Frauenreuther ist nach 18 Jahren nicht mehr Regionalmanagerin. Die Flossenbürgerin übt jetzt eine andere Aufgabe aus.

Am vergangenen Freitag wurde Frauenreuther überraschend mitgeteilt, dass sie wieder in ihr früheres Sachgebiet Abfallrecht, Bodenschutz und Altlasten zurückkehren muss, das dringend personelle Verstärkung brauche.

Hintergrund seien die anstehenden Altlastensanierungen vor allem in Neustadt, Altenstadt und Windischeschenbach, die eine zügige Bearbeitung erforderten, teilte Pressesprecherin Claudia Prößl am Dienstag mit. Darauf soll in Abstimmung mit den betroffenen Kommunen ein besonderer Schwerpunkt gelegt werden. Es gehe vor allem um die Finanzierung der Altlastensanierung und die Erstellung künftiger Nutzungskonzepte für die innerstädtischen Areale.

Ideale Besetzung


Frauenreuther sei mit ihren Kenntnissen, vor allem auch im Bereich staatlicher Förderverfahren, die ideale Besetzung, erklärt Prößl. Denn gerade weil bei den Bleikristallfabriken kaum mehr etwas zu holen sei, seien die Altlastensanierungen nur mit staatlicher Förderung zu stemmen.

Zudem verweist Prößl auf ein Organisationsgutachten des Kommunalen Prüfungsverbandes. Es komme zu dem Ergebnis, dass sich im Sachgebiet Wirtschaftsförderung, Landkreisentwicklung, Tourismus und Kultur, wo Frauenreuther mit dem Regionalmanagement und -marketing bisher eingesetzt war, die Aufgabenbereiche des Tourismus' mit dem Regionalmanagement zu großen Teilen überschnitten und teilweise Doppelstrukturen vorhanden seien. "Hier lassen sich durch eine engere Verzahnung unter einheitlicher Leitung Synergieeffekte erzielen. Dies deckt sich auch mit der Idee von Rupert Troppmann für eine kommunale Entwicklungsstelle, die er selbst vor einiger Zeit vorgeschlagen hatte", heißt es aus dem Landratsamt.

Die als Nachfolgerin von Tourismuschef Reinhold Zapf am 1. Juli eingestellte Daniela Franz sei durch ihr Studium "Regionalmanagement mit Schwerpunkt Tourismus" in Weihenstephan-Triesdorf die Idealbesetzung für diese Position. Die 25-Jährige wohnte bisher in Birgland (Landkreis Amberg-Sulzbach) und ist nach Störnstein gezogen. Nach ihrem Dienstantritt am Freitag sei die Umsetzung mit Frauenreuther besprochen und schon am Montag wirksam geworden.

In einer außerordentlichen Vorstandssitzung von "Forum Neustadt Plus" am Dienstagnachmittag erläuterte Landrat Andreas Meier die Personalrochade. Franz wurde als neue Geschäftsführerin gewählt. Sie muss nun in der Mitgliederversammlung des Marketingvereins am Dienstag, 26. Juli, im "Weißen Rößl" bestätigt werden.

Tür steht offen


Mit der Umsetzung sind viele nicht einverstanden. Ein wütender Neustädter Bürgermeister Rupert Troppmann hat am Montagnachmittag in der Vorstandssitzung von Forum Neustadt Plus, dessen Geschäftsführerin Frauenreuther seit zehn Jahren ist, seinen sofortigen Austritt aus dem Verein erklärt. Er ist Gründungsmitglied und war selbst zwölf Jahre Geschäftsführer. Näher wollte sich Troppmann nicht äußern.

Diesen Schritt bedauert der Landrat. "'Rup' Troppmann hat in seiner Zeit am Landratsamt immer sehr eng und vertrauensvoll mit Frau Frauenreuther zusammengearbeitet und schätzt sie - zurecht - immer noch sehr", meint Meier. Anscheinend sei das Betrauen Frauenreuthers mit der wichtigen Aufgabe der Entwicklung von Zukunftskonzepten für die ehemaligen Bleikristallfabriken nicht richtig bei Troppmann angekommen.

Dessen "sehr emotionale Überreaktion" mit dem Rücktritt beim "Forum Neustadt Plus" kann der Landkreischef deshalb auch in gewissem Maße nachvollziehen: "Ich nehme sie ihm auch nicht übel. Die Tür zur Rückkehr ist jederzeit offen."
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