Schon über 29.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Tausende Landkreisbürger pendeln

(Foto: dpa)
 

Mehr Arbeitsplätze, beinahe Vollbeschäftigung, millionenschwere Investitionen: Der Landkreis Neustadt profitiert von der ausgezeichneten wirtschaftlichen Entwicklung mehr als viele andere Regionen. Das verdeutlichte Alexandra Feistl von der Abteilung Wirtschaftsförderung, Landkreisentwicklung, Tourismus und Kultur im Landratsamt am Montag im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Ost/Westangelegenheiten.

Nach ihren Ausführungen stieg 2014 in den 38 Städten und Gemeinden zwischen Eslarn und Kirchenthumbach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,5 Prozent. Es erreichte 2,59 Milliarden Euro oder 68 000 Euro je Erwerbstätigen. Der Oberpfalz-Durchschnitt beträgt 4,6 Prozent, der Bayern-Durchschnitt gar nur 3,7 Prozent.

Es wird investiert


Auch die Unternehmen wollen von der positiven Wirtschaftslage profitieren und entsprechend investieren. Von 2015 bis jetzt stellten sie bei der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) Antrag auf knapp 13 Millionen Euro Fördermittel. "Das bedeutet ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 71 Millionen Euro", rechnete Feistl vor.

Kontinuierlich zugenommen hat die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten - von 25 938 im Jahr 2011 auf 29 109 im Jahr 2016. Die Zahl der Betriebe kletterte im selben Zeitraum von 2251 auf 2341. Insgesamt leben im Landkreis aktuell 37 530 Männer und Frauen, die einen sozialversicherungspflichtigen Job haben. Somit pendeln 8401 Männer und Frauen Tag für Tag in erster Linie nach Weiden, Regensburg, Nürnberg oder Bayreuth. Das zeige, dass die Leute gerne im Landkreis wohnen, folgerte Feistl.

1658 Arbeitslose


Sehr positiv entwickelt sich die Arbeitslosigkeit. Mit einer Quote von 3,1 Prozent im Oktober liegt sie um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresmonat und um 0,1 Punkte unter dem bayernweiten Schnitt. Insgesamt haben im Landkreis 1658 Personen keinen Job. Dem stehen 696 offene Stellen gegenüber. Eine Untersuchung ergab, dass 30 Prozent der Arbeitsplätze gefährdet sind.

"Verdrängt werden vor allem einfache, standardisierte Routinetätigkeiten", auch viele Tätigkeiten, die einen monotonen oder auch krank machenden Arbeitsplatz beinhalten", wusste Feistl. Darum sei es sehr wichtig, innovativ zu bleiben, damit die Arbeit keine Maschine und kein Roboter übernehmen können.

Ziel: Glasfaserkabel für jeden HaushaltAusführlich informierte Alexandra Feistl die Kreisräte über die aktuellen Projekte der Wirtschaftsförderung. Hohe Priorität hat die Breitbandversorgung . Für 20 Kommunen hat der Landkreis die Förderung der Beratungsleistung beantragt. Noch im November werden alle Bürgermeister die Bescheide erhalten.

Der Ausbau des schnellen Internets ist nach Feistls Angaben in vielen Gemeinden weit fortgeschritten. "Vieles läufet jedoch über Kupferkabel, deren Geschwindigkeit begrenzt ist." In Zukunft sei es jedoch unerlässlich, dass jeder Haushalt mit Glasfaser ausgestattet sei. Die Beratungsleistung ermögliche es den Kommunen, sich von einem renommierten Ingenieurbüro einen Masterplan für einen kompletten Ausbau mit Glasfaser anfertigen zu lassen.

In Planung ist die Erneuerung der Landkreis-Homepage mit einer modernen, bedienerfreundlichen Oberfläche. Im Oktober erfolgte die Ausschreibung für das Design, zurzeit werden die Angebote geprüft. In einem Jahr soll die Homepage laufen. Seit Oktober gibt es das Förderprogramm Digitalbonus . Es soll für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) Anreize bieten, eine eigene digitale Strategie zu entwickeln. Sie erhalten bis zu 50 000 Euro, wenn sie in IT-Sicherheit, digitale Produkte und Dienste investieren. Gemeinsam mit der Regierung der Oberpfalz ist eine Info-Veranstaltung geplant. Neu aufgebaut wird auch die Datenbank für die Firmen im Landkreis. Unter anderem sollen diese zielgerichtet über neue Förderprogramme informiert und zu Veranstaltungen eingeladen werden.

Agentur für Arbeit, Jobcenter und Kreisjugendamt wollen zur Fachkräftesicherung beitragen. Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen sich beruflich und sozial engagieren können. Dabei geht es um Fallbesprechungen von jungen Menschen bis 25 Jahre, die von allen drei Ämtern betreut werden. Im September waren 106 Personen zwischen 15 und 25 Jahren arbeitslos, davon 60 länger als 3 Monate. (ms)
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