Seit 55 Jahren bei der CSU

Seit 55 Jahren gehört Hubert Jobst (vorne, rechts) zur CSU. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher (stehend, Vierter von links), Bürgermeister Rupert Troppmann, Vorsitzender Alois Zehrer (stehend, Dritter von recht) und Stellvertreter Benedikt Grimm (links) zeichneten 20 Jubilare für langjährige Treue zur Partei aus. Bild: bgm

Warum die CSU erfolgreich sei? Das habe auch mit den Folgen der Weimarer Republik zu tun, erklärte Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher bei einem Festakt der Neustädter Christsozialen.

(bgm) Politik aus einem Guss über alle Wahlperioden hinweg mit starken Persönlichkeiten und einer großen Arbeitnehmergruppe - das seien die Eckpfeiler, umriss Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher die Parteigeschichte. Dabei hätten sich die Gründungsväter der Christlich Sozialen Union bewusst für den Namen "Union" entschieden, um sich von den kleinen Splitterparteien der Weimarer Republik, die sich gegenseitig bekämpft hätten, abzugrenzen.

All das überzeugte auch 20 Mitglieder des Neustädter Ortsverbandes, die teils schon vor 55 Jahren ihre Beitrittserklärung unterschrieben. Vorsitzender Alois Zehrer, der die Ehrenurkunden zusammen mit Höher, Bürgermeister Rupert Troppmann und stellvertretendem Vorsitzenden Benedikt Grimm überreichte, hatte zu allen Eintrittsjahren Daten aus den Geschichtsbüchern parat.

So trat Hubert Jobst in einem Jahr der CSU bei als John F. Kennedy als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde, in Berlin der Mauerbau begann und als das statistische Pro-Kopf-Jahreseinkommen bei 5746 Mark lag. Am 1. Mai 1961 entschied sich Jobst für die CSU. "Ob am Stammtisch, an der Straßenecke, bei Versammlungen oder im Freundes- und Bekanntenkreis war und ist er immer ein treuer Anwalt unserer christlich-sozialen Positionen", dankte Zehrer dem Jubilar. Im Jahr 1975, als Helmut Kohl das innerparteiliche Ringen um die Kanzlerkandidatur für sich entschied, traten Anton Korsche und Rainer Herzog bei. Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten sie die goldene Ehrennadel. Mit der silbernen Ehrennadel für 25-jährige Treue wurde Wolfgang Gebhardt ausgezeichnet.

"Heute muss man in der Früh schauen, welche Sau durchs Dorf getrieben wird und gleich Stellung nehmen. Und wenn man Pech hat, hat man das Falsche gesagt", brachte Lothar Höher seine Einschätzung über Medien und Politik auf den Punkt. Alle paar Wochen würden Medien einen anderes Thema künstlich aufbauschen. "Und wenn es in Bayern einmal schneit, dann bringt das Fernsehen eine Sondersendung", stichelte der Bezirkstagsvizepräsident. Diese Entwicklung in der Gesellschaft mache ihm Angst. "Am Ende wissen die Zuschauer nicht mehr wo links und rechts ist", sagte Höher. Demokratie brauche Zeit. Früher sei nach einer Wahlperiode von vier, fünf oder sechs Jahren Bilanz gezogen worden. Heute seien permanent schnelle Entscheidungen unter Berücksichtigung der "Political correctness" gefordert. "Der Sarotti-Mohr auf der Schokolade ist jetzt weiß. Das versteht doch kein Mensch mehr", beklagte der CSU-Politiker.

Bürgermeister Rupert Troppmann, der selbst für 35-jährige Treue zur CSU geehrt wurde, bat, nach neuen Aktiven Ausschau zu halten. "Erzählt draußen, dass Kommunalpolitik Spaß macht. Kommunalpolitik ist schön. Kommunalpolitik ist die direkteste Politik, die man sich vorstellen kann."

Der Sarotti-Mohr auf der Schokolade ist jetzt weiß. Das versteht doch kein Mensch mehr.Lothar Höher über Political Correctness


Die GeehrtenFür 55 Jahre : Hubert Jobst. 45 Jahre : Rudolf Bäumler, Johann Schieder. 40 Jahre : Anton Korsche, Rainer Herzog. 35 Jahre : Reinhold Zapf, Helmut Troppmann, Wolfgang Siller, Karl Wittmann, Rupert Troppmann, Helga Forster. 30 Jahre : Josef Arnold, Wolfgang Fürnrohr, Johann Stich. 25 Jahre (Ehrennadel in Silber): Wolfgang Gebhardt. 20 Jahre : Renate Weiß, Hans-Jürgen Herlitze. 15 Jahre : Roswitha Jobst, Gabriele Fröhlich. 10 Jahre : Oliver Völkl. (bgm)
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