"Sozialschmiede" im Landkreis

Albert Nickl, Jürgen Schittenhelm, Hans Kleierl, Pfarrer Josef Häring, Hans Maier, Bernhard Piehler, Annette Karl, Rupert Troppmann und Lothar Höher (von links) feiern vor dem Vereinshaus des ASN. Bild: Steinbacher

Aus ein paar Ehrenamtlichen erwuchs innerhalb von 18 Jahren eine gut vernetzte Beratungsstelle für die ganze Region. Der Allgemeine Sozial- und Schuldnerberatungsverein (ASN) eröffnete ein neues Sozialzentrum auf 650 Quadratmetern, finanziert ohne staatliche Zuwendung.

Angefangen hatte alles ganz klein. Einer der Gründerväter, Kassier Jürgen Schittenhelm, erinnerte sich: "Damals war die Oberpfalz noch ein schwarzer Fleck in der Schuldnerberatungs-Landschaft." So hatte er zusammen mit Ludwig Bayer die Idee zu einem Verein für Schuldner- und Sozialberatung, der sich 1997 gründete. Dass der ASN 18 Jahre später 16 qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen und ein zweistöckiges Vereinsgebäude besitzen wird, konnte keiner ahnen.

In einem Festakt feierten die Mitglieder mit Ehrengästen den Einzug in die neuen Räume in der Zacharias-Frank-Straße. Zweiter Vorsitzender Bernhard Piehler zeigte sich froh über das am Morgen aufgestellte Zelt, das den Regenguss erfolgreich abhielt. Stellvertretender Landrat Albert Nickl wies auf die günstige Lage des Neubaus auf dem Kulturhügel direkt neben dem Kreisjugendamt hin. "Der Verein hat das Soziale, Finanzielle und Praktische stets unter einen Hut bekommen", lobte Bürgermeister Rupert Troppmann. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher merkte an, dass der ASN eine Vielzahl von Beratungen unkompliziert und ohne große Vorleistung anbiete. "Der Staat würde das gar nicht schaffen mit Hauptamtlichen."

Bau allein finanziert

Auch Landtagsabgeordnete Annette Karl würdigte den freiwilligen Einsatz der Mitglieder. Nur mit Hilfe der Ehrenamtlichen könne so ein breites Angebot von Schuldnerberatung über psychosoziale Beratung bis hin zur Betreuung von Flüchtlingen stattfinden.

Den Neubau habe der ASN ganz ohne staatliche Zuwendung finanziert, erzählte Vorsitzender Hans Maier. 850 000 Euro kostete der Bau. Im Jahre 2008 zum zehnjährigen Geburtstag der "Sozialschmiede", wie er den Verein nannte, sei die Eröffnung des Hauses noch eine utopische Idee gewesen. "Heute feiern wir diese Utopie", freute sich Maier. Knapp 6000 Arbeitsstunden hätte der 50 Mitglieder starke Verein beim Bau in Eigenleistung erbracht. 140 000 Euro bekam er aus dem Erlös der ARD- Fernsehlotterie. Der Erfolg zeige, dass der Zusammenschluss einzelner Bürger viel bewirken könne. Eine Großorganisation sei nicht immer notwendig.

Utopie feiern

Pfarrer Josef Häring übernahm die Segnung. Maier scherzte: "Auch wenn wir dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angehören. Wir sind kein gottloses Haus." Häring merkte an, wie sich die Angebote des Vereins immer wieder veränderten und an die Probleme der Zeit anpassten. "Nehmt euch der Schwachen an und freut euch zu jeder Zeit", gab er dem Verein auf den Weg. (Hintergrund)
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