SPD 60 plus lädt Ismail Ertug ein, um über die aktuelle politische Lage zu sprechen
Brexit, Flüchtlingspolitik und CETA

Ismail Ertug erklärt den Neustädtern seine Sicht der Dinge. Bild: Becker

Neustadt. Ismail Ertug blickt am Freitag in viele vertraute Gesichter, als er im Eisstockheim in Neustadt ankommt, denn zu seinem Besuch waren auch viele Genossen aus seinen jungen Jusos-Zeiten gekommen. "Mir ist es wichtig, dass ich regelmäßig in der Heimat bin", erklärt der gebürtige Amberger gleich zu Beginn. "Ich habe den Unterbezirk Weiden immer als befreundeten Unterbezirk von Amberg verstanden und tue das auch heute noch", fügt er hinzu.

Grund für Ertugs Besuch in der Oberpfalz war die allgemeine Unsicherheit, die sich aufgrund der aktuellen politischen Situation in Deutschland und Europa breitmache. Mit dem Europaabgeordneten Ertug habe man nun einen Insider zu sich nach Neustadt eingeladen, der die Anwesenden über die Lage besser aufklären könne, so die Führungsriege der SPD 60 plus. "Die Welt ist ein bisschen aus den Fugen geraten." Mit diesem Satz beginnt Ertug seinen Vortrag. Immer wieder macht er während seines Vortrags deutlich: Alle Entscheidungen, die getroffen werden, müssten so überlegt sein, dass die Auswirkungen auf den kleinen Mann positiv seien. "Das passiert gerade leider nicht."

In diesem Zusammenhang betont er die aktuellen Diskussionen um TTIP und CETA. "Diese Freihandelsabkommen sind auf große Konzerne ausgelegt, nicht auf kleine." CETA sei, so Ertug, zwar fortschrittlicher als TTIP, aber man wolle schließlich das "Gute und nicht das Gute vom Schlechten".

Auch die Flüchtlingspolitik kommt zu Sprache. Hier kritisiert Ertug die Nachlässigkeit von Merkel und Sarkozy zu Beginn der Flüchtlingskrise, die Länder wie Griechenland, Italien, Spanien oder Zypern allein gelassen hätten, indem sie sich auf das Dublin-Verfahren berufen. "Wir als SPD haben uns in dieser Sache nichts vorzuwerfen. Wir haben gesagt, dass das Dublin-Verfahren diese Länder an den Rand ihrer Existenz bringen wird", sagt er.

Der Brexit ist ebenfalls ein Thema, dass an diesem Nachmittag im Eisstockheim diskutiert wird. Ertug verteidigt hier vor allem die Rolle Europas: "Viele sagen, Europa wäre an allem Schuld. Aber was viele nicht begreifen: Europa ist ein Staatengebilde, Europa kann nichts dafür wenn die Staaten einem nationalistischem Komplex unterliegen."
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