Umweltpreis an LBV-Jugendgruppe Neudorf, Geo-Zentrum an der KTB und Dieter Hofmann
Einsatz für Lurchi und Orchideen

Landrat Andreas Meier (7. von links) verlieh den Umweltpreis an Dr. Frank Holzförster (10. von links) und Georg Stahl (13. von links) vom Geo-Zentrum an der KTB, Dieter Hofmann (11. von links) sowie an die Jugendgruppe des LBV Neudorf. Bild: ms

Die Mädchen und Buben des Landesbundes für Vogelschutz aus Neudorf sind die großen Gewinner. Sie sacken nicht nur den Umweltpreis de Landkreises ein, sondern erhalten spontan von Georg Stahl eine Einladung ins Geo-Zentrum an der KTB. Und der Markt Luhe-Wildenau sponsert die Busfahrt.

Alle zwei Jahre verleiht der Kreis den Umweltpreis. Damit würdigt er beispielhaftes Handeln auf dem Gebiet des Umweltschutzes. In einer Feierstunde im Foyer im Alten Schloss verlieh Landrat Andreas Meier am Donnerstagabend die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung außer an die jungen Vogelschützer aus Neudorf noch an Dieter Hofmann aus Vohenstrauß sowie an den Förder- und Trägerverein Geo-Zentrum an der KTB. Jeder bekommt 1000 Euro.

"Mit Feuereifer im Einsatz für den Feuersalamander" - mit diesen oder ähnlichen Schlagzeilen mache die Kinder- und Jugendgruppe des LBV Neudorf immer wieder auf sich aufmerksam, sagte der Landrat. Die motivierten Kids mit ihren Leitern Martina Roder-Weiß, Roswitha Kauer, Christine Bäumler und Bernd Bauer sowie Vorsitzendem Adolf Küblböck seien stets voll dabei, wenn es etwas zum Anpacken in Sachen Natur- und Umweltschutz gebe.

Intakte Umwelt


Seit drei Jahren treffen sich die zwei Dutzend Heranwachsenden ein- bis zweimal im Monat, um sich weit weg von Schulbüchern und Computern mit der Natur zu beschäftigen. Sie bauen ein Igelhaus, keschern in der Luhe, schaffen neuen Lebensraum für den Feuersalamander im Klingenbachtal, bestimmen Pflanzen und Tiere, kümmern sich um Fledermäuse und besuchen die Vogelauffangstation in Regenstauf. "Durch euer Engagement tragt ihr in eurer Heimat zu einem für eine intakte Umwelt notwendigen Gleichgewicht bei", freute sich der Landkreischef. Umweltbildung könne nicht früh genug ansetzen.

Marlene Götz, Anna Kauer, Luise Schlegl, Sophie und Pauline Weiß dankten für die Würdigung. Das Geld bräuchten sie für ihr LBV-Grundstück in Sperlhammer, auf dem sie eine Feuerstelle bauen und eine kleine Hütte renovieren.

Schon bevor Umweltschutz ein großes Thema gewesen sei, habe Dieter Hofmann (73) allein und im LBV-Team uneigennützig für Umwelt und Natur gearbeitet, unterstrich der Landrat. Bereits in den 1980er Jahren zählte er das Birkhuhnvorkommen in Leßlohe bei Neuenhammer und seltene Vogelarten wie Schnepfen und Ziegenmelker im Biotop Pfrentschweiherwiesen. Zudem beobachtete er Eulen. Bei Vogelstimmenwanderungen öffnete er vielen Teilnehmern die Ohren für ihre Umwelt.

Aber nicht nur Tiere, auch deren Lebensräume liegen dem früheren Verwaltungsangestellten am Herzen. So pflegt er seit 40 Jahren ein kleines Feld an der Alten Heeresstraße bei Vohenstrauß nach ökologischen Gesichtspunkten. Er hegt Orchideenwiesen und bringt mit seinen Mitstreitern im Frühjahr Frösche und Kröten sicher über die Straßen zu ihren Laichplätzen. Ein Froschtunnel an der Staatsstraße Weiden-Vohenstrauß war seine Idee. Hofmann will mit dem Preisgeld eine weitere Streuobstwiese für den LBV kaufen.

Beim tiefsten Loch der Welt in kristallinem Gestein in Windischeschenbach entstand 1998 das Geo-Zentrum als Informations-und Begegnungsstätte für Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit. Die anerkannte Umweltstation erreicht mit ihrem pädagogischem Konzept mit jährlich rund 1000 Veranstaltungen 25 000 Menschen. "Umweltbildungsmaßnahmen stehen im Fokus", lobte der Laudator. Schüler erhalten Einblicke in die globalen geowissenschaftlichen Zusammenhänge auf dem Planeten und werden so zum nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde angeregt.

Preis als Ansporn


All diese Leistungen könnten nicht in diesem Umfang und mit dieser Qualität angeboten werden, würde der 1998 gegründete Förder- und Trägerverein das Geo-Zentrum nicht so hervorragend ehrenamtlich unterstützen, anerkannte Meier. Vorsitzender Georg Stahl nahm mit dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Frank Holzförster den Preis entgegen. Wegen der Nullzinspolitik habe die Stiftung zurzeit zu wenig Geld und könne die 1000 Euro sehr gut gebrauchen, verriet Stahl.

Windischeschenbachs Bürgermeister Karlheinz Budnik dankte auch im Namen seiner Kollegen Dr. Karl-Heinz Preißer und Andreas Wutzlhofer für die Auszeichnung. Es erfülle jedes Gemeindeoberhaupt mit Stolz, wenn solch engagierte Menschen in seiner Kommune leben. Budniks Wunsch: Die drei Preisträger sollten die Ehrung als Ansporn sehen und sich weiter für Natur, Landschaft und Umwelt einsetzen

Umweltbildung kann nicht früh genug ansetzen.Landrat Andreas Meier
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