Von wegen Dünger
Landratsamt warnt vor wilden Güngutablagerungen

Es bleibt ein Ärgernis: An Waldrändern und in der Nähe von Forst- und Flurwegen finden sich immer wieder Grüngut und sonstiger Abfall. Das Landratsamt geht mit Bußgeldern bis zu 1300 Euro gegen Umweltsünder vor.

Bereits das Abladen von alten Topfpflanzen, Rasen- oder Heckenschnitt im Wald oder auf Feldrändern kann Schaden anrichten. Durch Sameneintrag und Überdüngung verändert sich die natürliche Artenzusammensetzung. Es wachsen Pflanzen, die in der heimischen Waldflora nicht vorkommen. Ein Beispiel dafür ist Kirschlorbeer, der sich im Unterholz der Wälder ausbreiten kann und die natürliche Vegetation verdrängt.

Die allergieauslösende Ambrosia-Pflanze wurde zunächst unbeabsichtigt durch Vogelfutter in Gärten angesiedelt und kam dann mit Gartenabfällen in die freie Landschaft. Eine Düngewirkung hat abgeladenes Grüngut im Wald nicht. Im Gegenteil, eine Überdüngung schadet bestimmten Pilzen, die mit den Baumwurzeln eine Symbiose eingehen. Beispielsweise können die sogenannten Mykorrhiza-Pilze die Bäume nicht mehr mit Nährsalzen und Wasser versorgen.

Große Mengen Grüngut ersticken Baumwurzeln und Pflanzen des Waldbodens. Das Verrotten von Gartenabfällen führt zu einem stärkeren Nährstoffeintrag in den Boden. Nährstoffliebende Unkräuter wie Brennnessel oder Giersch verdrängen wiederum Wald- und Wiesenpflanzen.

Abfallberater Peter Hägler vom Landratsamt verweist auf 77 Container oder Sammelplätze im Landkreis, die von März bis November bereitstehen. Näheres über das Bürgertelefon 09602/793530.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bußgeld (11)Grüngut (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.