Wahlkampfgetöse bleibt aus
CSU-Kreisverband wählt Delegierte für Aufstellung des Bundestagskandidaten

Mehrmals spenden die Delegierten Albert Rupprecht Beifall für seine Ausführungen. Einen Rechenschaftsbericht will der Bundestagsabgeordnete erst bei der Bundeswahlkreiskonferenz am 4. Juli geben. Bilder: mor (2)
 
Schwerstarbeit verrichtete der Neustädter CSU-Vorsitzende Alois Zehrer (Zweiter von links) und sein Team aus Frauen-Union und Junger Union beim Auszählen der 17 000 Tausend Stimmen. Gegen 23 Uhr standen die 73 Delegierten fest.

Die 209 Delegierten, die am Dienstagabend in der Stadthalle die Wahlmänner für die Aufstellung des CSU-Bundestagskandidaten küren, bekommen kein Gepolter zu hören. Das hat einen sehr traurigen Hintergrund.

Kreisvorsitzender Andreas Meier sagte in der Begrüßung, dass er mit dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht wegen zweier Todesfälle aus dessen Umgebung vereinbart habe, dass die Kreisdelegiertenversammlung eine Arbeitssitzung sein soll. Auf Wahlkampfreden werde verzichtet. Meier freute sich, dass trotz der Fußball-EM 209 von 220 Delegierten gekommen waren.

Nur kurz streifte der Kreischef die Dissonanzen, die der Tirschenreuther Abgeordnete Reiner Meier im April mit seiner Ankündigung, er wolle Albert Rupprecht das Direktmandat streitig machen, ausgelöst hatte. Die CSU habe eine gute Lösung gefunden. Meier sicherte dem Tirschenreuther für sein Einlenken die volle Unterstützung der Neustädter als Listenkandidat zu.

"Warum sollten wir in einem Rennen, das spannend wird, unser erfolgreiches Pferd auswechseln?", fragte der Landrat. Rupprecht habe in Berlin ausgezeichnete Arbeit für die nördliche Oberpfalz geleistet. Das Erfolgsrezept der Partei sei stets Geschlossenheit gewesen. Der Windischeschenbacher hofft, dass sich die Wogen zwischen CSU und CDU wieder glätten. Würde die CSU bei der Bundestagswahl 2017 deutschlandweit antreten, wäre das eine fatale Fehlentscheidung. "Wir müssen uns um bayerische Probleme kümmern."

Heimfahrt in den Tod


Rupprecht zeigte sich betroffen vom Tod seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Roberta Wendt (30). Sie hätten am Freitag im Berliner Büro noch seinen 48. Geburtstag gefeiert, Wendt habe anschließend eine Besuchergruppe des TSV Tännesberg verabschiedet und sei dann nach Hause gefahren. Es wäre die letzte Fahrt mit ihrem alten Kleinwagen gewesen. Ein anderes Fahrzeug fuhr auf. Die Baden-Württembergerin erlitt schwere Verletzungen, denen sie am Montag erlag. Schon am Sonntag war Rupprechts Freund Rainer Stahl aus Regensburg an Krebs gestorben.

Verständlich, dass dem Abgeordneten nicht nach lautem Wahlkampf zumute war. Er gab sich in seinen 50-minütigen Ausführungen daher betont sachlich. Aus Berlin hatte er aktuelle Zahlen mitgebracht, die die 209 Delegierten beeindruckten. Zwischen 2000 und 2015 seien in den Kreisen Neustadt und Tirschenreuth sowie in Weiden 420 Unternehmen gefördert worden. Sie hätten 1,14 Milliarden Euro investiert und 3300 Arbeitsplätze geschaffen. Hinzu kämen 1700 zusätzliche Stellen bei Bundesbehörden. Das ergebe 5000 Jobs nur auf Bundesebene. "Wenn da jemand sagt, die CSU stärkt die Region nicht mehr, dann kann ich das wirklich nicht verstehen."

In der laufenden Legislaturperiode seien 42 Millionen Euro Bundesmittel in die Region geflossen. Rupprecht nannte den Ausbau der Kaserne in Weiden, das Technische Hilfswerk, Kindergärten, die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg oder das Kloster Speinshart. Der Albersriether, der nach eigenen Worten seit sechs Jahren als Sprecher der Fraktion für Forschung und Bildung eine wichtige Führungsrolle einnimmt, verwies auf zwei Projekte, die in nächster Zeit "sehr anstrengend werden": die Süd-Ost-Stromtrasse, die nach Prognosen kerzengerade durch die Region laufen werde, und die Elektrifizierung der Eisenbahnlinie Hof-Weiden. Bei der Stromtrasse habe man die Möglichkeit der Erdverkabelung erreicht.

Anschluss an ICE-Strecke


"Wir sind für die Elektrifizierung, weil sie uns die strategische Möglichkeit gibt, den Personennahverkehr ans überregionale Netz anzuschließen", argumentierte der Bundestagsabgeordnete. Bei der ICE-Strecke werde es einen Zwei-Stunden-Takt geben. Die nördliche Oberpfalz brauche einen Haltepunkt. "Wir kämpfen aber genauso für eine Lärmvorsorge." (Hintergrund)

Die Delegierten1.Stephan Oetzinger (189 Stimmen, 93 Prozent), 2. MdB Albert Rupprecht (178, 87 Prozent), 3. Marianne Rauh (178, 87 Prozent), 4. Maria Färber (174, 85 Prozent), 5. Andreas Meier (171, 84 Prozent), 6. Tanja Schiffmann (169, 83 Prozent), 7. Rupert Troppmann (169, 83 Prozent), 8. Benedikt Grimm (168, 82 Prozent), 9. Georg Stahl aus Pirk (167, 82 Prozent), 10. Andreas Wutzlhofer (166, 81Prozent), 11. Alois Zehrer (166, 81 Prozent), 12. Gerald Morgenstern (164, 80 Prozent), 13. Karlheinz Budnik (163, 80 Prozent), 14 Dr. Gabriele Hagemann (163, 80 Prozent), 15. Christa Kick (163, 80 Prozent), 16. Dominik Baschnagel (161, 79 Prozent), 17. Albert Nickl (160, 78 Prozent), 18. Rita Rosner (159, 78 Prozent), 19. Andrea Lang (156, 76 Prozent), 20. Josef Haberkorn (154, 75 Prozent).

21. Edgar Knobloch (152, 75 Prozent), 22. Ernst Lenk junior (152, 75 Prozent), 23. Tanja Winkler (150, 74 Prozent), 24. Reinhold Zapf (150, 74 Prozent), 25. Severin Hirmer (149, 73 Prozent), 26. Annett Kamm (148, 73 Prozent), 27. Alexander Radlbeck (148, 73 Prozent), 28. Josef Beimler (147, 72 Prozent), 29. Lydia Ebneth (147, 72 Prozent), 30. Andrea Gollwitzer (147, 72 Prozent), 31. Alois Weig (146, 72 Prozent), 32. Harald Gollwitzer (145, 71 Prozent), 33. Marianne Lebegern (145, 71 Prozent), 34. Martin Schregelmann (144, 71 Prozent), 35. Daniela Pöllath (143, 70 Prozent), 36. Reinhold Meier (140, 69 Prozent), 37. Susanne Reithmayer (140, 69 Prozent), 38. Ludwig Biller (139, 68 Prozent), 39. Hans Meißner (139, 68 Prozent), 40. Hans Schreyegg (139, 68 Prozent).

41. Georg Stahl aus Waldthurn (139, 68 Prozent), 42. Roswitha Hirmer (138, 68 Prozent), 43. Josef Schöberl (138, 68 Prozent), 44. Hubert Stahl (138, 68 Prozent), 45. Florian Stahl (137, 67 Prozent), 46. Markus Ziegler (137, 67 Prozent), 47. Sigrid Ziegler (136, 67 Prozent), 48. Christina Rosner (135, 66 Prozent), 49. Erik Schiffmann (135, 66 Prozent), 50. Christoph Müller (134, 66 Prozent), 51. Dr. Stephanie Kuchlbauer (133, 65 Prozent), 52. Josef Fütterer (132, 65 Prozent), 53. Erika Sauer (132, 65 Prozent), 54. Maria Blaschke (130, 64 Prozent), 55. Christina Gruber (130, 64 Prozent), 56. Anton Kappl (129, 63 Prozent), 57. Oliver Völkl (129, 63 Prozent), 58. Michael Schiller (128, 63 Prozent), 59. Michael Gleißner (127, 62 Prozent), 60. Karl Liegl (127, 62 Prozent).

61. Thomas Meiler (127, 62 Prozent), 62. Anita Stauber (126, 62 Prozent), 63. Bernhard Knauer (125, 61 Prozent), 64. Barbara Kick (124, 61 Prozent), 65. Sebastian Kitta (124, 61 Prozent), 66. Johann Maurer (124, 61 Prozent), 67. Erich Sperber (124, 61 Prozent), 68. Stefan Harrer (123, 60 Prozent), 69. Georg Burkhard (122, 60 Prozent), 70. Bernhard Kick (122, 60 Prozent), 71. Florian Wittmann (122, 60 Prozent), 72. (Roswitha Sier (121, 59 Prozent), 73. Dr. Sabine Schultes (121, 59 Prozent), (ms)
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