Waldbegehung des Stadtrats
Sitzung mit Hund und Förster

Obwohl einige Bäume gefällt wurden, stehen die Buchen im Bereich der Bildkapelle unterhalb des Gymnasiums auf lange Sicht immer noch zu dicht, verdeutlichte Förster Andreas Arnold (Vierter von rechts) dem Stadtrat bei der Waldbegehung. Mit dabei war auch der kleine Hund von Martin Filchner. Bild: ui

Buchenstümpfe, Lärchenjünglinge und Tannenbabys beschäftigen den Stadtrat über zwei Stunden lang. Über Harvestereinsätze und Totholz spricht Förster Andreas Arnold.

Neustadt. Waldbegehung stand als einziger Punkt auf der Tagesordnung. Start war an der Bildkapelle, wo Harvester, Holzhauer und Bauhofmitarbeiter in den Faschingsferien einige wuchtige Bäume entfernt hatten. Jetzt haben die jungen Bäume der Naturverjüngung Platz und Licht zum Wachsen. "Die Buchen standen hier sehr eng. Normal ist ein Abstand von acht bis neun Metern", erklärte der Förster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden mit Dienstsitz Neuhaus.

Außerdem ging es darum, Bäume zu entfernen, die eine Gefahr darstellen können, sei es durch Krankheit oder andere Ursachen. Dass es nicht ganz einfach ist gesunde von kranken Gehölzen zu unterscheiden, erläuterte Arnold am Beispiel eines dicken, hohlen Buchenstumpfes hinter der Bildkapelle. Erst als er gefällt wurde, entdeckten die Experten, dass der Stamm innen schon weitgehend hohl war.

Ultraschalluntersuchungen, wie man sie bei den Pappeln am DJK-Gelände vorgenommen hatte, sind zwar auch im Wald möglich, aber in der Regel zu aufwendig und teuer. "Das macht man eigentlich nur bei Naturdenkmälern."

Wertvolles Totholz


Etwa vier Wochen pro Jahr sei er im Stadtwald alleine damit beschäftigt, Bäume zu suchen, die eine Gefahr für Straßen, Häuser oder Wanderwege darstellen, rechnete der Waldhüter vor. Bei 80 Prozent des knapp 85 Hektar umfassenden Stadtwaldes gebe es irgendeine Verkehrssicherungspflicht. "Wir würden gerne mehr Bäume absterben lassen und das Totholz als wertvollen Lebensraum stehen oder liegen lassen. Aber es besteht an den meisten Stellen das Problem der Verkehrssicherungspflicht", bedauert Arnold.

Sorgen bereiten dem Förster die dünnen Fichtenbestände zwischen der Kehre der Bildstraße und An der Windschnur. Der Standort ist für diese Nadelbäume ungünstig. Sie sind lang und dünn. "Ideal als Hopfenstangen", meinte Stadtrat Hermann Schmid. Arnold ist sich noch unschlüssig, wie es an dieser Stelle mit dem Wald weitergehen soll. Eventuell werde komplett abgeholzt und dann aufgeforstet. Wahrscheinlich wachsen dann auch hier künftig Laubbäume, die im Stadtwald schon einen Anteil von 40 Prozent haben. "Das ist mehr als im bayerischen Schnitt."

Tannen-Kindergarten


An anderen Stellen am Hang in Richtung Eisstockheim entfernte der Förster Pappeln und Birken. In einem eingezäunten Bereich wachsen kleine Tannen heran noch etwas weiter finden sich junge Lärchen.

Die gefällten Bäume werden soweit möglich auf kurzem Weg über das Sägewerk am Floßbach vermarktet. "Wir suchen noch Selbstwerber aus der Stadt, die den Motorsägeschein haben und das liegende Holz verarbeiten wollen", sagte Arnold.

"Jeder Baum, der gefällt wird, erregt öffentliches Aufsehen", hatte Rupert Troppmann zu Beginn der Begehung festgestellt. Man müsse die Entfernung eines Baumes nicht auf ein Stückerl sondern im Kontext des ganzen Ökosystem betrachten, sagte der Bürgermeister am Ende. "Forstarbeit ist eine Tätigkeit, die sich auf 10 bis 20 Jahre oder noch länger bezieht." Mit Arnold stimmte er darin überein, dass der Stadtwald große Bedeutung für die Erholung habe und wirtschaftlich genutzt werde.
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