Wenig Platz für Städter
Krippenplätzeauch in Weidener Umlandgemeinden rar

Wie es der Zufall will, hat die Kinderkrippe der Kita "Arche Noah" in Altenstadt gerade zwei Plätze frei. Doch das bleibt wohl eher die Ausnahme. In den Gruppenräumen könnte es bald wieder enger zugehen. Bild: Götz

Weiden muss Klimmzüge machen, um den Rechtsanspruch auf einen Kinderkrippenplatz zu erfüllen. 56 Eltern warten zurzeit. Die Verwaltung empfiehlt ihnen, mal bei den Kitas im Umland anzuklopfen. Doch dort sieht es auch nicht viel besser aus.

Wenn jemand im Radius von zehn Kilometern um Weiden Kapazitäten hat, spielt oft der Zufall mit. "Gerade haben wir zwei Plätze frei, weil eine Familie weggezogen ist und eine ihr krankes Kind ein Jahr zurückgestellt hat", erklärt Ingrid Bauer. Sie leitet den Kindergarten "Arche Noah" in Altenstadt/WN.

Grundsätzlich würde sie Weidener Kinder schon nehmen, doch das kann sich bald ändern, wenn alle Plätze belegt sind. Sollten Weidener dort zum Zug kommen, profitieren sie in der Regel von etwas günstigeren Gebühren als in der Stadt. In der "Arche Noah" kostet die Hauptbetreuungszeit zwischen 7.30 und 14 Uhr 133 Euro, das tägliche Mittagessen 2,70 Uhr.

Ausnahmen begrenzt


In Schirmitz sind für vier bis fünf Stunden schon 160 bis 180 Euro fällig. Die zwölf Krippenplätze sind aber langfristig ausgebucht, sagt Leiterin Manuela Scharnagl. "Unmöglich", winkt auch Jutta Kellner-Schreml ab. Die Chefin der Parksteiner Kita spricht von einer langen Warteliste. "Wir sind pro Krippengruppe mit zwei Kindern überbelegt."

Das bedeutet nicht, dass Kitas dies zum Dauerzustand machen dürfen. "Bei Engpässen wird im Einzelfall geprüft, ob eine zeitlich begrenzte Ausnahmegenehmigung für eine Überbelegung pädagogisch und rechtlich vertretbar ist", heißt es dazu aus dem Landratsamt.

Wie schnell Betreuungsplätze rar werden können, zeigt sich in Theisseil. Dort eröffnete die Kita erst im Mai 2015 mit 3 Krippenkindern. Jetzt sind es 9 und bis Sommer 12 bis 13, prophezeit Erzieherin Stefanie Peschla. Sie betreut auch einige Weidener Kinder. "Man kann sich jederzeit vormerken lassen, aber derzeit geht wohl erst wieder im September 2017 etwas." Die Theisseiler verlangen für vier bis fünf Stunden 110 Euro ohne Essen.

Problemfall Pirk


Kritisch ist es in Pirk, wo der neue Kindergarten schon wieder zu klein ist. Dort soll nun sogar ein Lagerraum im Keller als Gruppenraum herhalten. Grundsätzlich gilt in allen Landkreis-Kommunen, dass die eigenen Kinder und die aus Verwaltungsgemeinschaften Vorrang haben. Die daraus resultierenden Engpässe sind in der weiteren Umgebung von Weiden eher unbekannt. Der Pleysteiner Kindergarten kann ab September 5 bis 6 weitere Krippenkinder für günstige 100 Euro ( vier bis fünf Stunden) aufnehmen. Auch Waidhaus kann noch Neuzugänge brauchen (93 Euro für 5 Stunden).

Damit ist Weidener Eltern in der Regel nicht geholfen. Ein Reflex, die knapper werdenden Plätze in steigende Flüchtlingszahlen zu suchen, geht ins Leere. Migrantenkinder spielen eher im Kindergarten eine Rolle, erklären alle Leiterinnen unisono.
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