Zu viele Nebenwirkungen
Kreisausschuss lehnt Pläne für PTA-Schule ab

Pharmazeutisch-technische Assistenten wie Franziska Bayram, die in der Apotheke Schug in Eschenbach arbeitet, müssen für ihre Ausbildung weiterhin nach Regenstauf oder ins Fränkische fahren. Bild: do

Der Landkreis bekommt keine Schule für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA). Die hätte sich der Weidener Berufsschulleiter Josef Weilhammer gewünscht. Doch den Kreisräten ist dieses Projekt zu unsicher - und zu teuer.

Landrat Andreas Meier formulierte den Grund für die Ablehnung elegant: "Den ursprünglichen Zahlen war einiges hinzuzufügen." Weilhammer hatte bei der Vorstellung seiner PTA-Schulpläne im Januar folgende Rechnung aufgemacht: Gebäude und Einrichtung kämen auf rund 425 000 Euro. Dazu kämen für einen kommunalen Träger Personalkosten für Lehrer von rund 184 000 Euro pro Jahr. Das reicht nach Ansicht des Landratsamts aber nicht, selbst wenn es Zuschüsse von der Bezirksregierung gibt.

Um gegenüber Konkurrenzschulen attraktiv zu sein, sollte von den Azubis kein Schulgeld erhoben werden. Stattdessen sollten Apotheken aus der Region die Ausbildung mit 120 Euro pro Monat bezuschussen. Im Gegenzug könnten die angehenden PTA fünf Stunden pro Woche Praktikum in den Apotheken ableisten, hatte Weilhammer vorgeschlagen. Da Neustadt/Kulm, Eschenbach, Grafenwöhr, Altenstadt/WN und Neustadt/WN schon einmal vorgefühlt hatten, ob sie als Standort infrage kämen, untersuchte der Landkreis das Konzept näher. Dazu berieten sich Meier und seine Mitarbeiter mit der Regierung der Oberpfalz. Das Ergebnis ist ernüchternd: "Auf Dauer wäre mit einem erheblichen Defizit zu rechnen", erklärte Wirtschaftsförderin Barbara Mädl. "Selbst wenn wir die Mindestschülerzahlen erreichen und 300 Euro Schulgeld pro Monat verlangen, ist kein kostendeckender Betrieb möglich."

Das könnte höchstens ein kommunaler Zweckverband stemmen. Landrat Meier hat deshalb in Weiden und Tirschenreuth wegen einer Beteiligung angeklopft. Doch die Nachbarn winken ab.

Verband wittert Konkurrenz


Unter anderem zweifeln die Politiker, ob der Bedarf an PTA in der Region wirklich so hoch ist, wie Weilhammer meint. Die Regierung glaubt es nicht und verweist auf die Eckert-Schulen in Regenstauf, die schon Klassen zusammenlegen müssen. Neben Eckert grätscht auch der Apothekerverband dazwischen. Er betreibt über einen Verein sechs der zehn bayerischen PTA-Schulen und wittertet Konkurrenz für den Einzugsbereich Nürnberg.

Einstimmig votierten alle Parteien gegen das Vorhaben. Unter anderem wegen einer Lehre aus der jüngsten Vergangenheit, an die Freie-Wähler-Sprecher Karl Lorenz erinnerte: "Auch mit der Technikerschule ist es ja nicht so einfach, wie wir alle in der Anfangseuphorie vermutet hatten."

Im BlickpunktAus für Medienzentrum

Viele kennen sie noch als "Kreisbildstelle", später änderte sich der Name in "Medienzentrum". Gemeint ist eine Einrichtung in der Weidener Bahnhofstraße, die sich Stadt und Landkreis teilen. Dort können sich Schulen oder Verbände Filme, Videos oder DVDs mit Bildungsprogrammen sowie Geräte wie Beamer ausleihen. Nachdem bereits vor einiger Zeit die Außenstelle Vohenstrauß aufgegeben wurde, erwischte es nun das Medienzentrum Eschenbach. "Wir hatten zuletzt nur noch zwei bis drei Ausleihen pro Woche", informierte Kreiskämmerer Alfons Bauer den Kreisausschuss. Von der Schließung profitiert die benachbarte Volkshochschule in Eschenbach, die mehr Platz braucht, unter anderem für den Unterricht für Flüchtlinge. Das Unterrichtsmaterial des Medienzentrums kommt nach Weiden. Zum Teil ist es aber so alt, dass es entsorgt wird, sagt Bauer.

Geld für Busfirmen und Papiersammler

Im Schnelldurchlauf zog der Kreisausschuss am Donnerstagnachmittag einige Finanzspritzen auf. Davon profitiert das Arbeitsförderungszentrum Weiden mit 800 Euro Zuschuss. Es gehört zum Diakonischen Werk und unterstützt unter anderem Werkhöfe wie in Vohenstrauß.

Auch wenn sich private Entsorger den Löwenanteil der Altpapierverwertung unter den Nagel gerissen haben: Sechs Vereine und Verbände sammeln im Landkreis ebenfalls noch Kartonagen und Zeitungen. 2015 trugen sie fast 187 Tonnen zusammen. Dieses Jahr wird es ähnlich viel. Der Landkreis unterstützt die Verbände seit 22 Jahren mit 30 Euro Zuschuss je Tonne. Auch dieses Jahr lässt er sie nicht im Stich und genehmigte diese Summe.

Gleiches gilt für den ÖPNV. Busunternehmen aus der Region greift der Kreis mit 40 000 Euro unter die Arme. Das nennt sich "Kooperationsförderung". Die ist dafür gedacht, dass sich die Busunternehmen nicht zum Nachteil der Fahrgäste ausbremsen, sondern Tickets gegenseitig anerkennen, Fahrpläne abstimmen und Linien durchtarifieren, um somit günstige Streckenpreise anbieten zu können.
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