Interview mit Uwe Glaser (Basketballer DJK Neustadt/WN)
Erfolg durch Intensität

DJK-Trainer Uwe Glaser (links) geht in die beginnende Saison ohne echte Neuzugänge. Der langzeitverletzte Michael Kurz, der fast die komplette erste Regio-Saison verpasst hatte, und nun in den Kader zurückkehrt, fühlt sich aber fast wie einer an. Bild: Alfred Schwarzmeier
Sport
Neustadt an der Waldnaab
27.09.2016
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Die Basketballer der DJK Neustadt/WN setzten auf ihr bewährtes Team. Ohne Neuzugänge, lediglich mit drei Jugendspielern, die in den Herren-Kader aufrücken, geht die Mannschaft in ihre zweite Saison in der 2. Regionalliga Nord. Coach Uwe Glaser erklärt, warum die DJK dennoch stärker als im Vorjahr ist.

Noch drei Tage zum Saisonstart gegen den Post SV Nürnberg: Wie ist die Stimmung im Team?

Uwe Glaser: Die Mannschaft ist bereit. Man merkt, dass die Spannung steigt. Wir freuen uns alle darauf, dass es am Samstag wieder losgeht. Zumal wir gegen den Post SV Nürnberg (Beginn 17.30 Uhr) in eigener Halle in die Saison starten.

Was lässt sich aus den abschließenden Testspielen gegen die Bayernligisten ASV Cham (106:56) und BBC Eckersdorf (81:83) an Erkenntnissen ziehen?

Nicht allzu viele. Gegen Eckersdorf fehlten bei uns wichtige Leute. Es war aber zu beobachten, dass meine Spieler von Viertel zu Viertel mehr Zug in ihre Aktionen bekamen. Das Tempo steigerte sich und es war spürbar, dass es zum Saisonstart hin ernster wird.

Eckersdorf ist das neue Team von Constantin Ponfick. Auch auf Jevon Perschnick und Max Tomaszek muss die DJK verzichten. Wie weh tun die Abgänge?

Conny wird uns durch seine Variabilität und auch Physis fehlen. Er kann auf verschiedenen Positionen spielen und geht auch unter den Korb. Dort könnten wir neben Jonas Meißner noch einen weiteren Spieler brauchen. Aber wir sind gut aufgestellt.

Mit Michael Kurz, der fast die komplette Aufstiegssaison fehlte, haben wir quasi einen Neuzugang. Man hat im letzten Saisonspiel, als Michael nach langer Verletzung zurückkam, gesehen, welche zusätzlichen Möglichkeiten wir durch ihn im Spiel haben. Außerdem haben wir ja noch unsere Nachwuchsspieler, auf die ich große Hoffnungen setze.

Nico Wenzl (15), Moritz Müller-Staschewski (16) und Simon Wagner (19), die aus der eigenen DJK-Jugend stammen, ergänzen künftig den Regio-Kader. Was kann man von ihnen erwarten?

Durch Nico, Moritz und Simon sind wir breiter aufgestellt. Unser Plus ist ein homogener 12-Mann-Kader. Nico und Moritz spielen in meinem Bayreuther JBBL-Team. Da ich in beiden Mannschaften ähnliche Systeme spielen lasse, kennen sie daher die Abläufe. Sie sind schnell und können ein Spiel lesen. Nico ist offensiv eine Waffe, Moritz sehr variabel und Simon wird uns mit seiner Physis und Reboundstärke sicher weiterhelfen. Und alle drei wollen sich zeigen.

Ist Ihr Team damit stärker einzuschätzen als im Vorjahr?

Ich denke ja. Ein Vorteil ist auch, dass die Spieler wissen, wie es in der 2. Regio läuft, das Niveau der Konkurrenz kennen. Besonders in der ersten Saisonhälfte mussten wir uns erst an Tempo und Härte gewöhnen. Wir wissen, dass man die Konzentration nicht schleifen lassen, sich nicht den kleinsten Durchhänger leisten darf.

Stichwort "Intensität" ...

Intensität und auch Disziplin. Ich erwarte in dieser Spielzeit vor allem mehr Disziplin auf dem Feld. Weg von dem Gezocke, das sich dazwischen immer mal wieder eingeschlichen hat. Alle müssen aufeinander achten, als Team spielen, sich eng an die Systeme halten. Im Training habe ich viel Wert auf die Automatismen, besonders in der Defensive, gelegt. Das schnelle und konsequente Verschieben. Dann sind wir insgesamt stabiler.

Sie spielen auf Begegnungen an, die die DJK dominierte, die aber am Ende noch knapp wurden oder gar verloren gingen?

Genau. Wenn es läuft, ist es kein Problem, ohne System zu spielen. Aber in kritischen Phasen hat dann ein Team nichts, woran es sich halten kann. Durch die Tiefe im Kader kann ich in solchen Phasen eingreifen. Ich habe keine Probleme damit, einen Spieler auf die Bank zu setzen, der sich nicht daran hält, egal wer es ist. Ich habe da selbst dazugelernt.

Was tun Sie gegen die zuweilen schwächeren Trefferquoten?

Das spielt alles zusammen. Wie oft stand ein Spieler frei und der Extra-Pass kam nicht. Es wurde zu schnell abgeschlossen. Mit besseren Wurfpositionen werden auch die Quoten besser. Die Quintessenz muss sein, dass wir, wenn wir überlegen sind, den Sack auch zumachen.

Was sind die Stärken und Schwächen Ihres Teams?

Für unser junges Team spricht seine Energie und dass wir extrem variabel aufgestellt sind. Dafür sind wir oft physisch im Nachteil, unter den Körben und auch bei Rebounds. Aber wir haben mit Jonas Meißner einen Center, den kaum einer in der Liga stoppen kann. Er muss im Abschluss aber noch konsequenter werden. Auch auf den anderen Positionen sind wir stark besetzt.

Wie schätzen Sie die Liga ein? Wer ist Ihr Meisterschaftsfavorit?

Es tut der Liga gut, dass mit Science City Jena und BBC Coburg die beiden Teams, die spielerisch deutlich überlegen waren, aufgestiegen sind. Die Gotha Rockets erwarte ich heuer als sehr stark, aber auch TTL Bamberg hat extrem aufgerüstet. Der Rest dürfte relativ eng beieinanderliegen. Wir haben gezeigt, dass wir mit den restlichen Teams mithalten können. Vieles ist da Kopfsache.

Und wo landet die DJK am Ende der Saison in der Tabelle?

Es hängt viel davon ab, wie wir in die Saison starten. In der vergangenen Saison waren wir Siebter. Wir hätten vom Potenzial her aber auch Vierter werden können. Das wollen wir dieses Mal schaffen.

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