Leichtathletik
Ziegler knackt 7000er-Marke

Auch der Hochsprung brachte für Simon Ziegler mit 1.83 Metern wertvolle Punkte. Bild: pek

Simon Ziegler hat bei der IAAF Combined Events Challenge im tschechischen Kladno seinen persönlichen Traum vom Zehnkampf wahr gemacht. Zum ersten Mal übertraf er die 7000-Punkte-Marke.

Zu den IAAF-Mehrkämpfen, eine Serie aus 11 Events, zählen neben dem renommierten Meeting in Götzis unter anderem auch die US Trials in Oregon, die EM in Amsterdam oder die Spiele in Rio.

Das in Tschechien auf 16 Athleten begrenzte Starterfeld präsentierte sich mit internationalem Flair. Neben den starken Europäern fanden sich Athleten aus Argentinien, Brasilien und Neuseeland ein. Simon Ziegler (LG Telis Finanz Regensburg), der diesjährige DM-Siebte im Hallen-Mehrkampf der Männer, war als einziger Deutscher mit seiner ganz eigenen Mission unterwegs.

Mit 6881 Punkten war er im letzten Jahr an gleicher Stelle mit Bestmarke aus dem Wettkampf gegangen. Kladno 2016 sollte ihm in den meisten seiner 10 Disziplinen eine Steigerung bescheren. Bestens aufgelegt startete er als Sieger seines Zeitlaufes in 11,16 Sekunden bei Gegenwind in den ersten Tag. Gewohnt sicher landete er beim Weitsprung mit 6,77 Metern in der Grube. Die 12-Meter-Marke im Kugelstoßen hatte er schon mehrmals im Visier, blieb aber auch dieses Mal mit 11,90 Metern noch knapp darunter.

Der Hochsprung hatte ihn eine Woche zuvor beim Fünfkampf in Oberasbach, den er als Auftakt zum Zehnkampf eingeplant hatte, noch wenig Freude gemacht. In Tschechien lief es deutlich besser und mit 1,83 Metern blieb er im gewohnten Rahmen. Über die 400 Meter war er 8 Tage zuvor zum ersten Mal in 50,48 Sekunden unter 51 Sekunden geblieben. Noch besser lief es im Nachbarland. In Kladno setzte er nochmals einen drauf und überraschte mit einer Zeit unter 50 Sekunden über die Stadionrunde. In exzellenten 49,54 Sekunden blieben für ihn die Uhren stehen und nach seinem bisher besten Zwischenstand nach fünf Disziplinen ging es in die Nachtruhe.

Der zweite Tag startete traditionell mit dem 110-Meter-Hürdenlauf. Mit bestleistungsnahen 15,58 Sekunden lag er im Fahrplan. Im Diskuswurf hatte er sich etwas mehr vorgenommen, blieb mit 30,32 Metern mit dem 2 Kilo schweren Sportgerät aber hinter seiner Vorjahresleistung von 35,30 Metern. Deutlich besser lief es bei der nächsten Disziplin. Als aktuell Führender der bayerischen Bestenliste im Stabhochsprung (4,80 Meter) eröffnete er den Wettkampf mit 4,40 Metern und punktete auch bei 4,60 und 4,70 Metern. Auch der Speerwurf machte Freude, denn mit 50,64 Metern blieb er zum zweiten Mal in einem Wettkampf jenseits der 50-Meter-Linie. Vor dem Finale über die Mittelstrecke wurde die Punktetabelle befragt. Es wurde gerechnet, Zwischenzeiten geplant, Renntaktik besprochen und die Spannungskurve vor dem 1500-Meter-Rennen baute sich nochmals deutlich auf. Eine Zeit von 4:45,00 Minuten war Voraussetzung für 7000 Punkte. Unter 4:50 Minuten war der Neustädter aber noch nicht gelaufen. Die Ausgangssituation war somit keine einfache.

Simon Ziegler lief sein Rennen diszipliniert, ließ sich nicht zu einem übertriebenen Anfangstempo verleiten, ließ sich aber auch nicht mehr in seinem Vorhaben ausbremsen. Mit deutlicher Steigerung seiner Bestleistung von 4:37,13 Minuten zeigte er seine ganze Entschlossenheit und summierte sein Gesamtergebnis auf 7041 Punkte.

Für ein Zehnkampfergebnis eines Athleten aus dem Norden der Oberpfalz muss man in den Bestenlisten Jahrzehnte zurückblättern, um dann auf Namen wie Dieter Heinold oder Gernot Köcher (beide TB Weiden) zu stoßen. Mit seinem Ergebnis lag der LG-Athlet mehr als 1000 Punkte über der vom Deutschen Leichtathletik Verband geforderten Norm für die deutschen Zehnkampfmeisterschaften in Kienbaum im August.
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