Sportaustausch mit Sokolov
Einfach schöner Sport

In vier Ballspielen traten die Neustädter gegen ihre Tschechischen Austauschpartner an. Hier schlägt eine Schülerin gegen den "Kinball" und versucht, einen Punkt zu erzielen. Bild: Schönberger

Schreie aus der Dreifachturnhalle des Gymnasiums. Bälle knallen auf Böden und an Wände, zwischendurch ertönt ein Pfiff. Schüler aus Tschechien und Deutschland spielen um den Sieg. Doch beim Sportaustausch geht es nicht nur ums Gewinnen.

Zwölf Sportler aus drei Mannschaften laufen durch die Turnhalle. Ein Ball mit 1,22 Meter Durchmesser fliegt über das Feld. Ein Neuntklässler mit grauem Laibchen fängt ihn. Zwei weitere kommen ihm zu Hilfe. Zu dritt halten sie das Spielgerät mit beiden Händen über ihren Köpfen. Der Ball ist leicht, aber fast so groß wie die Spieler selbst. Er lässt sich nur mit vereinten Kräften kontrollieren.

Ein Mädchen stellt sich dazu, ballt beide Hände zu einer großen Faust zusammen, zielt und holt aus. "Blau!", ruft die Schülerin und schlägt gegen die Riesenkugel. Der Ball fliegt ihren Mitspielern aus den Händen und quer durch die Halle. Die vier Spieler in blau kommen nicht hinterher. Es geschieht das Unvermeidliche: Der Ball berührt den Boden. Ein Pfiff ertönt. Die graue und die schwarze Mannschaft erhalten einen Punkt.

Rennen und kooperieren


Schüler aus zwei Nationen haben sich am Gymnasium zum Mannschaftssport getroffen. Neben dem in Neustadt beliebten Kinball stehen auch Basketball, Volleyball und Fußball auf dem Programm. "Hier kann man rennen und mit den anderen kooperieren", sagt Jan Arnold aus Sokolov, der sich für Kinball entschieden hat. "Bei Basketball ist das nicht so und Volleyball hat mir nie gelegen." Seine Klasse sei eine Fußballerklasse. Aber er mag den Sport nicht so. Den Eindruck Jan Arnolds bestätigt Siegfried Eismann. Er steht draußen auf dem Fußballfeld, die Kapuze seiner Regenjacke hat er sich tief ins Gesicht gezogen. Ab und an ruft er seinen Schülern Anweisungen zu. Gegen die Tschechen sehen die Neustädter nicht gut aus. "Die stehen kompakter, die spielen in Sokolov im Verein", sagt der Oberstudienrat. "Früher haben wir zweistellig verloren", doch mittlerweile sei es schon eine gute Vorstellung.

Es geht um den Kontakt


"Es sind Freundschaftsspiele", sagt Ondrej Stych vom Gymnasium "ZS Pionýru". Der Sportlehrer geht ständig zwischen Volleyball, Fußball, Kinball und Basketball hin und her. "Ich trainiere sie in allen Sportarten." Willi Merkl aus Neustadt und Ondrej Stych haben die Kooperation ins Leben gerufen.

"Es geht um den Kontakt", erklärt Merkl, der Basketball-Bezirksvorsitzender ist. "Wir spielen in vier Sportarten gegen und miteinander." Die beiden Schulen besuchen sich regelmäßig. Im Februar kommen die Tschechen, um in Nürnberg die Ausstellung zu Karl IV. zu besuchen. "Und da gibt's dann immer noch ein sportliches Rahmenprogramm."

Dann sind wohl auch Lisa Urban und Sophia Haupt wieder dabei. Die beiden haben Basketball gespielt: "Ich habe das Programm letztes Jahr schon gemacht und dachte, ich mach' wieder mit", sagt Lisa. Ihre Freundin ergänzt: "Ich finde das einfach 'nen schönen Sport."
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