1. Neustädter Herztag für Schulen
Leben retten mit Justin Bieber

Herztag für Schulen (Foto: gsb)

Ein voller Terminplan wartet auf Dr. Gudrun Graf. In Schichten schleusen sie und ihr Team vom Lions-Club Neustadt und dem BRK am Montag zwischen 850 und 900 Schüler durch ein begehbares Herz.

Von Fünftklässlers bis hin zur Berufsschulklasse aus einem Dutzend Schulen aus Neustadt, Weiden oder Waldthurn hatten die Schüler am Montagvormittag Herzflimmern statt Geometrie auf dem Stundenplan. Als Fleißaufgabe steht eine Viertelstunde Leben retten an.

Mitten im Saal steht das riesige Modell. Vier Meter lang, zwei Meter breit und über zwei Meter hoch. Das Geräusch eines Herzschlags empfängt die Schüler. Im überdimensionalen Muskel ist alles da: Arterien, linker und rechter Vorhof, Herzklappen und dazu die Herzkammern, durch die die Schüler einen Blick ins Innenleben der Pumpe bekommen. Jürgen Göppl von der BRK-Leitstelle fragt die Schüler aus. "Das Herz ist wie ein Motor", weiß ein Neuntklässler. Was ist seine Aufgabe? "Es versorgt den Körper mit Blut." Logisch, und es transportiert Sauerstoff. Sebastian Windschügl erläutert, was mit dem Herz passiert, wenn es krank ist oder an Kraft verliert. Vom "Stent", einer Gefäßprothese, bis zum Bypass bietet das Modell viele anschauliche Erklärhilfen. Für die Blutdruck- oder Cholesterinwert-Messung sind die Schüler leider zu spät dran. Bereits am Sonntag war beim 1. Neustädter Herztag der Andrang groß. Dort gab es neben vielen Vorträgen, über Risikofaktoren oder eine Vorführung mit einem Defibrillator.

Graf schickt die Schüler weiter zu Stefan Diesenbacher: "Ihr dürft jetzt ausprobieren, wie man ein Leben rettet." Der BRK-Notfallsanitäter erläutert kurz, was zu tun ist, einige der Gymnasiasten haben bereits einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Dann legen die Neuntklässler selbst Hand an. Auch Lehrer Wilhelm Merkl macht mit und drückt im Takt zu Justin Biebers "Sorry" auf den Brustkorb der Puppe.

"Endspurt", ruft Diesenbacher nach etwa drei Minuten. "Das ist mega-anstrengend", sagt eine Schülerin schnaufend. Die Herzmassage geht in Handballen, Arme und Schultern. Im Ernstfall kann es fünf bis acht Minuten dauern, bis der Rettungswagen kommt. "Das vergessen die Schüler bestimmt nicht. Erlebbare Medizin - zum Mitmachen", ist sich Graf sicher.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.