100 Zuhörer bei Vortrag "Lernen lernen" mit Pascal Rennen
Zentrale und Werkstatt im Gehirn

Wer lernt und nicht wiederholt, der braucht gar nicht erst zu lernen.

Lerntechniken standen im Mittelpunkt eines Vortrags der Mittelschule. Der Referent sprach von vier unterschiedlichen Lerntypen.

Pascal Rennen vom Verein "LVB Lernen" mit Sitz in Berlin sprach auf Einladung des Elternbeirats in der Sporthalle der Bildungsstätte darüber, wie man Lernen lernt. Er informierte über das menschliche Gehirn und welche Gehirnhälfte für was zuständig ist, um Möglichkeiten zur Motivation ohne Streit, um die Sensibilität der Kinder, um das Ultrakurz-, das Kurz- und das Langzeitgedächtnis und um Geduld. Alles zusammen spielt bei insgesamt vier Lerntypen unterschiedliche Rollen. Die sollten Eltern herausfinden.

"Wir benutzen nur einen Bruchteil unseres Gehirns. Wenn man etwas Neues lernt, dann wächst es. Es kann auch weniger werden, wenn man es nicht nutzt", sagte Rennen. Die linke Hälfte sei für die logischen Anteile zuständig, die rechte für kommunikative und emotionale Bilder. Beide arbeiteten permanent zusammen.

Der Referent erinnerte die fast 100 Zuhörer daran, Kritik gegenüber dem Kind und an schulischen Leistungen immer positiv zu formulieren: "Kinder sind ohnehin sehr sensibilisiert für das, was sie falsch machen. Deshalb ist es wichtig, dass sie nicht denken, dass sie es nicht schaffen."

Das Ultrakurzzeitgedächtnis nehme maximal sieben Einzelinformationen auf. "Das Kurzzeitgedächtnis, das die Zentrale und die Werkstatt des Gehirns ist, bereitet die Informationen für das Langzeitgedächtnis vor", erläuterte Rennen.

Etwa 20 Minuten benötige es dafür. Das sei auch der Grund, warum Fernsehen direkt nach dem Lernen nicht gut sei. Rennen empfahl lieber 20 Minuten zu warten. "Eine solche Pause sollte man dem Gehirn gönnen."

Beim Lernen sei es wichtig, Strukturen, Gemeinsamkeiten und Kategorien zu erkennen. "Ordnung ist das Stichwort. Da fällt es dem Gehirn leichter, zu lernen. Man kann sich Dinge besser merken", wusste der LVB-Referent.

Über Bilder mit farblichen Markierungen und mit Merksprüchen und -reimen zu lernen, sei eine gute Möglichkeit. Aber: "Wiederholen ist wichtig, sonst ist nach einem halben Jahr das Gelernte komplett verschwunden. Wer lernt und nicht wiederholt, der braucht gar nicht erst zu lernen."

Für Eltern sei es wichtig, den Lerntyp des Kindes zu kennen. Es gebe den logisch-abstrakten, den sicherheitsliebenden, den emotionalen und den kreativ-chaotischen Lerntyp. "Jedes Kind hat alle Anteile in sich. Man muss nur wissen, wie man auf den geforderten Lerntyp zugreift. Bei manchen Situationen ist ein Lerntyp stärker. Im Vorteil sind die, bei denen die Lerntypen ausgeglichen sind."
Wer lernt und nicht wiederholt, der braucht gar nicht erst zu lernen.Pascal Rennen
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