13-Jährige Heferin beim Kindergottesdienst und an der Orgel
Trumpf in der Gemeinde

Neben geistiger Nahrung, Geschichten, Basteln und Spielen gibt es beim Kigo-Spezial auch ein Frühstück für die Kinder. Bilder: hfz (2)
 
Chiara Härtl besuchte jahrelang die Angebote der evangelischen Gemeinde für Kinder. Mittlerweile arbeitet sie selbst als Teamerin mit und bereichert an der Orgel das kirchliche Angebot. Bild: ui

Kirche macht Spaß, und manchmal schmeckt sie sogar gut. Davon hat sich Chiara Härtl anstecken lassen.

Die 13-Jährige besuchte jahrelang den evangelischen Kindergottesdienst, wurde im Frühjahr konfirmiert und begleitete die Jungschar als Teamerin auf Freizeiten. Die meisten Teilnehmer sind im Grundschulalter. Chiara bereitete in einem Team von neun Jugendlichen unter der Leitung von Religionspädagogin Lydia Englhardt die gemeinsamen Tage vor.

"Man kann viel mit den Kindern lachen", erinnert sich Chiara. "Aber sie können schon nerven, wenn sie zu sehr an einem hängen und nicht loslassen wollen", ergänzt sie nach einigem Nachdenken über etwas, das ihr nicht gefallen habe. Besonders gerne hat die Realschülerin die Geschichte vom barmherzigen Samariter. "Dazu fällt den Kindern viel ein." Gerne würde sie mit einer Gruppe den Kreuzweg am Felix gehen und besprechen, was die Stationen zeigen.

Schon seit langer Zeit springt die Fehrsdorferin beim Krippenspiel - "Ich war immer die Maria und einmal der Hirte" - und bei manch anderen Aktionen kurzfristig ein, mittlerweile sogar an der Orgel. "Einmal hatte der Organist eine Panne und kam zu spät. Da habe ich spontan das Orgelvorspiel im Hauptgottesdienst gemacht - so als gäbe es kein Problem."

Die junge Musikerin übernahm in diesem Jahr die musikalische Begleitung der Passionsandachten in Wilchenreuth und Altenstadt. Dort sei es schwierig, weil die Zuhörer direkten Blick zur Orgel haben. "Es ist komisch, wenn man ihnen etwas vorspielt. Doch wenn es geklappt hat, hat man voll das gute Gefühl."

Künftig will sie auch beim Kinder-Gottesdienstteam mitmachen. Mit den Freundinnen spricht sie gerne über ihre Arbeit in der Gemeinde. "Sie finden das okay. Es gibt viele, die auch mal mitkommen."

Manuela Göldner-Gruber freut sich über das Engagement von Chiara, deren Mutter Gabriela und Bruder Jan-Frederic für die Kirche. "Solche Familien sind der Trumpf in der Kirche."

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Im Vorfeld der evangelischen Landestagung "Kirche mit Kindern" vom 10. bis 12. Juni beleuchtet "Der neue Tag" die Vielfalt der Angebote für den Nachwuchs im Dekanat.

Vorbereitung im Team für Kigo-Spezial und weitere Angebote für den NachwuchsEtwa einmal im Monat verlassen die Kinder den 10-Uhr-Gottesdienst nach dem ersten Lied. Sie feiern dann wechselweise im Gemeinderaum in Neustadt oder Altenstadt Kindergottesdienst. Im fünfköpfigen Vorbereitungsteam sind auch zwei ehemalige Konfirmanden aus dem vergangenen Jahr. Der Ablauf enthält Elemente aus der normalen Liturgie.

Das Team trifft sich in der Regel einmal im Vierteljahr. Manchmal setzen sich die Mitarbeiter zusätzlich zur genaueren inhaltlichen Besprechung zusammen. Die Mitarbeiterinnen bereiten sich auf ihre Aufgaben auch noch persönlich vor. Da gilt es, Erzählungen und Lieder einzuüben oder Bastelmaterial zusammenzustellen.

"Der Kindergottesdienst funktioniert nur, wenn Erwachsene mitspielen", hat Religionslehrerin Manuela Göldner-Gruber beobachtet. "Das können Eltern, aber auch Großeltern, Nachbarn oder Bekannte sein, die die Mädchen und Buben mit zum Gottesdienst bringen."

Ganz wichtig sei die Öffentlichkeitsarbeit. Göldner-Gruber wirbt mit Einladungszetteln, die ihre Kollegen in den Schulen verteilen, für das Angebot der evangelischen Gemeinde. "Es kann passieren, dass nur zwei da sind, aber es können auch mal 15 sein."

Seit fünf Jahren gibt es als Ergänzung das Angebot Kigo-Spezial für den Nachwuchs ab sechs Jahren. Nächster Termin ist am Samstag, 25. Juli, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Gemeindehaus Neustadt. Weitere Angebote sind einmal im Jahr das Kindermusical, die Kinderbibelwoche und Freizeiten. (ui)
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