3. Nordoberpfälzer Wirtschaftstag zum Thema Cyber-Sicherheit
Der Spion aus dem Glasfaserkabel

"Cyber-Sicherheit ist Chef-Sache." Zitat: Markus Geier, Mitglied des Münchener Sicherheitsnetzwerkes

Ein Spion blättert nicht mehr in Ordnern und fotografiert Baupläne. Über das Internet greifen Kriminelle immer häufiger deutsche Unternehmen an. Cyber- und innere Sicherheit waren daher die bestimmenden Themen beim 3. Nordoberpfälzer Wirtschaftstag in der Stadthalle Neumarkt/WN. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war zu Gast.

"Ich muss mich wöchentlich mit einem großen Cyber-Angriff auf einen Betrieb beschäftigen", sagte Markus Geier, Mitglied des Münchener Sicherheitsnetzwerks. "Die ganze Welt wird digitalisiert", meinte Geier. Der Sicherheitsexperte informierte die Unternehmer und Lokalpolitiker, wie sie sich gegen Angriffe aus dem Internet auf ihre Betriebe und Einrichtungen absichern können. Auch Mittelstandsunternehmen der Region müssen sich mit diesem Thema beschäftigen. Jedes Unternehmen sammle interne Daten beispielsweise über das Personal oder Produkte, besitze Daten von und über Kunden, betreibe oft einen Online-Shop. Diese gilt es zu schützen, um zu verhindern, dass Passwörter entwendet, Identitäten gestohlen oder Daten manipuliert werden.

Regeln festlegen


Oft bemerken das die betroffenen Unternehmen jahrelang nicht, erklärte der Sicherheitsexperte. Dabei sei Cyber-Sicherheit, wenn ein Betrieb diese an einen Dienstleister überträgt, bezahlbar. Geier empfahl den Unternehmern, selbst Regeln festzulegen, diese an ihre Mitarbeiter weiterzugeben und die Einhaltung zu prüfen. "Auch externe Partner sollten sie zu Regeln verpflichten", sagte er. "Als Chef müssen Sie Umgangsregeln treffen. Cyber-Sicherheit ist Chef-Sache", erklärte er.

Herrmann sprach über die innere Sicherheit im Freistaat. "Nicht schlecht aufgestellt" sei Bayern hier, so Herrmann. Stolz sei er auf die kürzlich veröffentlichte Kriminalstatistik. Gab es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr 354 Einbrüche je 100 000 Einwohner, so waren es in Bayern nur 59.

Die Herausforderung sei, dass der Kampf um Sicherheit nicht nachlassen solle, sagte der Innenminister in seiner Rede. Die Kriminalität gehe technologisch mit der Zeit, die Polizei müsse mithalten. Daher gibt es 300 Spezialisten für Kriminalität im Netz, sagte Herrmann. Nach den beiden Vorträgen diskutierten die Referenten mit Clemens Fütterer, Leitender Redakteur des Medienhauses "Der neue Tag". Die Veranstaltung wurde organisiert von der Mittelstandsunionen Tirschenreuth und Neustadt/WN, dem Wirtschaftsclub Nordoberpfalz sowie dem Wirtschaftsbeirat mit der IHK Regensburg und der Kreishandwerkerschaft Nordoberpfalz.

Cyber-Sicherheit ist Chef-Sache.Markus Geier, Mitglied des Münchener Sicherheitsnetzwerkes
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