Abschied von Dr. Heribert Fleischmann in Wöllershof
Große Spuren hinterlassen

Seit 18 Jahren wirkte Dr. Heribert Fleischmann (Vierter von links) in Wöllershof - und hinterließ große Spuren, wie Bezirkstagspräsident Franz Löffler (rechts daneben) würdigte. Mit dabei Christine Fleischmann, die Ehefrau des Scheidenden, und viele Ehrengäste. Bild: Bühner
 
Laudatio auf Dr. Fleischmann hielt vor den Ehrengästen Bezirkstagspräsident Franz Löffler

Abschied löst Wehmut aus. Ganz besonders, wenn eine verdiente und anerkannte Führungspersönlichkeit der Region aus dem Dienst ausscheidet. Wie eben Dr. Heribert Fleischmann

Wöllershof. "Es war ein Segen für die Menschen, die Ihnen als Arzt begegnet sind", sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler über Dr. Heribert Fleischmann. Nur einer in der langen Reihe von anerkennenden und lobenden Sätzen, die am Dienstagabend das Lebenswerk des Ärztlichen Direktors des Bezirksklinikums Wöllershof beschrieben. Ende November dieses Jahres beginnt der Ruhestand für Fleischmann. Im großen Festsaal des Bezirksklinikums wurde er als langjähriger Leiter dieser Einrichtung jetzt verabschiedet.

Viel Prominenz aus Politik, Verwaltung Verbänden und medizinischen Einrichtungen war in den blumengeschmückten Festsaal des Bezirksklinikums gekommen. Die Gäste drückten damit ihre hohe Wertschätzung für den Mediziner aus. Bezirkstagspräsident Löffler begann seine Laudatio mit dem Satz: "Ein beruflich höchst erfolgreiches Lebenswerk findet seinen Abschluss, Dr. Fleischmann hat Eckpfeiler gesetzt und große Spuren hinterlassen." Vor allem habe er "der Medizin und der Gesellschaft einen guten Dienst erwiesen". Der Klinik Wöllershof habe Fleischmann einen guten Ruf erarbeitet und sie fest in die Herzen der Menschen in der Oberpfalz verankert.

Schon 1998 im "Focus"


Löffler stellte fest, dass das Magazin "Focus" Fleischmann schon 1998 in die Liste der 100 renommiertesten Suchtexperten aufgenommen hatte. Als der Standort Wöllershof "ins Schlingern gekommen war, wurde vor 18 Jahren die , Task Force Fleischmann' an das Bezirksklinikum geschickt". Dies hätte nicht nur zu einer Fortentwicklung, sondern zu einer Erfolgsstory geführt. Wöllershof sei zu einem "Aushängeschild für die ganze medbo" geworden. In kurzer Zeit habe das Haus die Struktur eines modernen psychiatrischen Fachkrankenhauses erhalten. Als "Meilensteine" in Fleischmanns Lebenswerk zählte Löffler die psychosomatische oder psychotherapeutische Spezialstation, die psychiatrische Institutsambulanz sowie die Eröffnung des Neubaus auf. Das Klinikum sei aus der Versorgungslandschaft der Oberpfalz nicht mehr wegzudenken, dafür stehe der Name Dr. Fleischmann.

Zur Abschiedsfeier nach Wöllershof waren auch zahlreiche hochrangige Fachkollegen aus Psychiatrie und Suchtberatung gekommen. Sie haben die Suchtmedizin in den Schoß der Gesamtmedizin gebracht", lobte Professor Dr. Thomas Pollmächer, Vorsitzender der Bundesdirektorenkonferenz psychiatrischer Kliniken. Suchtkranke seien früher eher als Menschen mit charakterlichen Problemen bezeichnet worden. Auch das Etablieren des schlafmedizinischen Zentrums in Wöllershof würdigte Pollmächer.

Für Dr. Wolfgang Rechl, Vizepräsident der bayerischen Landesärztekammer, ist Fleischmann "ein Mediziner, der über den Tellerrand hinausschaut". Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), freute sich, dass Fleischmann seine Arbeit im DHS fortsetzt. "Sie haben Suchtkranke entstigmatisiert" und Menschen in den Mittelpunkt gestellt, "die nahe am Abgrund standen", erklärte Landrat Andreas Meier. Als "Leuchtturm der Psychiatrie in der nördlichen Oberpfalz" bezeichnete Dr. Dr. Helmut Hausner, Vorstand der medbo, den Scheidenden.

Weiterhin aktiv


Sichtlich beeindruckt von den Würdigungen, schwärmte Fleischmann: "Mir hätte nichts Besseres als Wöllershof passieren können." Die Verbindung von Akutbehandlung und Rehabilitation sei "mein Lebensthema". Zu seinen Arbeitsprinzipien zählte er "Denken in Systemen", "Einbettung des Patienten in seine Wohn- und Mitwelt" und die "ressourcenorientierte und nicht defizitorientierte Sicht des Menschen". Dank sprach der Mediziner seinen Mitarbeitern aus und allen, die es ermöglichten, "den Patienten als Leidenden in den Mittelpunkt zu stellen". Zuletzt deutete er an, weiter aktiv zu bleiben: "Ich plane eine stufenweise Wiedereingliederung nach Hause."
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