Abwanderung gestoppt
Im Laandkreis Neustadt/WN leben wieder mehr Menschen

Irchenrieth wächst und wächst. Die Gemeinde an der B 22 glänzt mit dem größten Bevölkerungszuwachs und trägt so wesentlich dazu bei, dass der Landkreis nach Jahren des Aderlasses die Trendwende geschafft hat.

Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung hat die neuesten Zahlen bekanntgegeben. Demnach lebten im Landkreis Neustadt zum Stichtag 30. Juni 2015 exakt 95 108 Menschen. Das sind 22 mehr als noch ein Jahr zuvor. Enthalten sind darin Asylbewerber, die in einer dezentralen Einrichtung oder Gemeinschaftsunterkunft gemeldet sind. Nicht erfasst werden Flüchtlinge in den großen Notunterkünften.

Sehr unterschiedlich entwickelte sich die Bevölkerungszahl in den 38 Städten und Gemeinden, wobei der Zuzug von Asylbewerbern nicht immer die Erklärung für einen Anstieg ist. So lebte in Irchenrieth, mit 55 Neubürgern absoluter Spitzenreiter im Landkreis, kein einziger Asylbewerber. "Wir hätten gar keine Wohnung frei", erklärt Bürgermeister Josef Hammer.

Quadratmeter für 77 Euro


Die Entwicklung ist das Ergebnis einer ehrgeizigen Siedlungspolitik. So hat Irchenrieth in 8 Jahren 110 Bauplätze ausgewiesen. Im aktuellen Areal Süd-West sind bis auf einen schon wieder alle 40 Bauplätze weg. Der Quadratmeter kostet 77 Euro - voll erschlossen. Die Bauherren sind laut Hammer alles "echte Zuzüge". Sie kommen bis aus Stuttgart und Berlin.

Ähnlich verhält es sich in Störnstein. Die Neustädter Nachbargemeinde liegt mit einem Plus von 24 gut im Rennen, ohne einen einzigen Asylbewerber zu beherbergen. Bürgermeister Markus Ludwig verweist auf die Erweiterung des Reiserdorfer Baugebiets. Alle 19 Plätze sind verkauft, die meisten Häuser stehen längst. Und von "Steinleite IV" erhofft sich Ludwig einen weiteren Aufschwung.

Anders verhält es sich in Eschenbach, Altenstadt oder Eslarn. Der Anstieg um 42 Personen in Eschenbach ist in erster Linie auf Asylbewerber zurückzuführen. Zurzeit sind es immerhin 80. 79 Geflüchtete wurden in Altenstadt untergebracht. Das Bevölkerungsplus beträgt 42. In Eslarn leben 18 Menschen mehr, der Grenzmarkt hat aber auch 79 Flüchtlinge.

Viele Todesfälle


Schlusslicht ist mit minus 39 der Markt Mantel. Bürgermeister Stephan Oetzinger hat dafür eine einfache Erklärung: Noch nie habe es so viele Beerdigungen wie im vergangenen Jahr gegeben, fast doppelt so viele wie üblich. Zudem sei es das schlechteste Jahr bei den Geburten gewesen. Die Hoffnungen ruhen auf einem neuen Baugebiet.

Mit minus 37 folgt im äußersten Westen Kirchenthumbach. Laut Veronika Thumbeck von der VG müssen viele junge Leute zum Studium und Beruf zum Beispiel nach Nürnberg oder Bayreuth ziehen. Minus 33 ist für Bürgermeister Karlheinz Budnik in Windischeschenbach nur auf den ersten Blick negativ. "Das ist ein niedriger Wert", registriert er eine Besserung. Die Stadt habe die Quote halbiert. Die Ausweisung zweier Baugebiete wirke sich positiv aus.
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