Aus der Dankbarkeit leben
Bischof Rudolf Voderholzer zu Gast beim Felixfest

Bei einbrechender Dunkelheit zogen am Samstag zu den Klängen der Stadtkapelle unter Leitung von Karl Wildenauer viele Gläubige, darunter auch die Kommunionkinder, hinter der Felixstatue zur Bildkapelle. Vor der wunderbaren Kulisse des Felixwaldes empfingen die Gläubigen den eucharistischen Segen. Erstmals war nach längerer Zeit die Fahne der Franziskanischen Gemeinschaft dabei. Bilder: Schönberger (2)
 
Bischof Rudolf Voderholzer feierte am Sonntagabend mit über 400 Gläubigen eine eindrucksvolle Maiandacht in der Wallfahrtskirche St. Felix. Der Oberhirte aus Regensburg freute sich, dass die Wallfahrt in Neustadt so lebendig ist.

Der Andrang war so groß, dass es auf dem Felixberg zu einem mittleren Verkehrschaos kam. Über 400 Gläubige feierten am Sonntagabend mit Bischof Rudolf Voderholzer Maiandacht. Und der Oberhirte hatte für sie zwei Botschaften mitgebracht.

"Es ist wirklich Zeit geworden, dass ich komme. Ich hab' schon viel Gutes gehört", bekannte der Diözesanbischof in der vollen Felixkirche. Sein Besuch war Abschluss und Höhepunkt des dreitägigen Felixfestes, das ganz im Zeichen des 90. Geburtstages des Klosters stand. Der Gast zeigte sich beeindruckt von der lebendigen Wallfahrt. Guardian Pater Stanislaus und seinen Mitbrüdern sagte er ein herzliches Vergelt's Gott für die Betreuung der Pilger, für die Seelsorge und "für alles, was Sie hier tun".

"Was können wir von dem heiligen Felix lernen?", fragte Voderholzer. Von einem einfachen Menschen, der nicht einmal lesen und schreiben konnte und den trotzdem zwei Päpste zu Rate zogen. Der Almosensammler sei den Römern nicht als Bitte-Bitte-Mönch, sondern als der "Deo Gratias" im Gedächtnis geblieben. Was müsse er für eine Freude, Liebe und Zufriedenheit ausgestrahlt haben? Voderholzers Botschaft Nummer eins lautete: Wir sollten wie der heilige Felix Menschen sein, die ganz aus der Dankbarkeit leben.

Ähnlich wie Felix mit seinem Deo Gratias habe die Mutter Gottes ihr Wesen mit ihrem Magnifikat auf den Punkt gebracht. "Meine Seele preist die Größe des Herrn" bedeute nichts anderes, als den Herrn, meinen Gott, groß sein zu lassen. Voderholzers Botschaft Nummer zwei Unsere Aufgabe sei es, in unserem Leben Gott groß zu schreiben.

Lichterprozession


Der Felixchor unter Leitung von Christine Behr brillierte mit einem "Ave Maria" und der "Mittlerin". Von Ingeborg Behr stammen der Text für das Felixlied und das St.-Felix-Gebet. Beim Jugendgottesdienst am Freitag zum Auftakt mit "Carpe Diem" hatte auch Pater Adalbert versucht, die Spiritualität und das Charisma des heiligen Felix zu ergründen. Am besten zeigten dies dessen Tugenden "im Gegensatz zu unseren Lastern in unserer Spaßgesellschaft." Der Prediger nannte Disziplin, Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Geduld und Treue.

Am Samstag ist es Tradition, dass die Stadtpfarrei St. Georg einen Festgottesdienst in der Felixkirche feiert In der Predigt ging Stadtpfarrer Josef Häring auf die Heilige Dreifaltigkeit ein, mit der die meisten Menschen nichts mehr anfangen könnten. "Wir sollen etwas für wahr halten, was wir mit unseren Sinnen nicht verstehen können." Er verglich die Dreifaltigkeit mit der Sonne. Obwohl sie sehr weit weg sei, erreichten uns ihre Strahlen. Diese seien Jesus, und die Wärme, die von ihnen ausgehe, der Heilige Geist. Eindrucksvoll war wieder die anschließende Lichterprozession durch die illuminierte Felixallee.

Gott an sich gerissen


Beim Festgottesdienst am Sonntag zeichnete Pater Stanislaus das Leben des Kirchenpatrons nach. Auch der heilige Felix sei nicht mit einem Heiligenschein auf die Welt gekommen, doch nach einem Unfall sei er aus Dankbarkeit für die Errettung ins Kloster eingetreten und habe sich ganz Gott hingegeben. "Er hat Gott und seine Liebe an sich gerissen."
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