Ausbildung an der Hauswirtschaftsschule
Den Haushalt gebacken kriegen

Auch im Catering muss sich eine Assistentin für Ernährung und Versorgung auskennen. Sophia Pilz (Mitte) weiß, wie es geht. Bild: hfz (2)
 
Lena Schimmer kocht und backt aus Leidenschaft. Wie vollwertige Ernährung aussieht, lernt sie an der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung.

Der Rücken fängt an zu schmerzen, man verbrennt sich am Eisen und trotzdem bleiben Falten im Hemd. Keine Hausarbeit hassen die Deutschen mehr als Bügeln - sogar noch mehr als den Kloputz. Eine Tatsache, die Lena Schimmer nicht verstehen kann.

Anders als die Studie "Wohnen und Leben 2016" von Immowelt präsentiert, kennt die Schülerin der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung keine ungeliebten Arbeiten. "Bügeln gehört halt mal dazu", sagt die Pirkerin achselzuckend. Dafür teilt sie sich mit 34 Prozent der Deutschen die Leidenschaft für Kochen und Backen.

Wer die Hauswirtschaftsschule des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) besucht, lernt mehr als Schnitzel zu braten und Staub zu wischen. "Das Problem ist nur, dass die meisten diese Ausbildung darauf beschränken", erklärt die 18-Jährige. Auf dem Stundenplan stehen auch Betriebswirtschaft, landwirtschaftlicher Unternehmenshaushalt oder die Betreuung von Kindern und Senioren.

Viele Wege offen


Fertig ausgebildete Assistenten für Ernährung und Versorgung können viele Berufswege einschlagen. Auch Weiterbildungen für Privathaushalte, Krankenhäuser oder Gastronomie- und Cateringbetriebe stehen offen. "Egal, wo sie anschließend sind: Mit professioneller Arbeit schaffen sie mehr Lebensqualität", betont Fachbereichsleiterin Hildegard Elsner.

Wie ihre Mitschülerin Lena hat auch Sophia Pilz (17) aus Mitterteich früh ihre Begeisterung für den Haushalt entdeckt. "Mir war schon in der fünften Klasse klar, dass ich das später beruflich machen will." Dass ihre Entscheidung richtig war, hat sich beim Bayerischen Landesleistungswettbewerb gezeigt. Als Jüngste ihre Klasse hat sie mit ihrer Menü-Zubereitung, Fachwissen und einer Präsentation den fünften Platz belegt.

Geteilte Arbeit


Die einen sind froh, die Hausarbeiten so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Für die jungen Frauen geht es nach Schulschluss damit noch weiter. "Manchmal nervt es schon, wenn man heimkommt und dann auch noch Arbeit auf einen wartet. Aber es macht Spaß", schwärmt Lena.

Nach dem Abschluss geht sie nach Triesdorf, um den Fachwirt in Ernährungs- und Versorgungsmanagement zu machen. Später will sie in einem Altenheim arbeiten. "Und mich da hocharbeiten", lacht sie. Auch der Beruf des Dorfhelfers, Familienpflegers oder Diätassistenten sind Weiterbildungsmöglichkeiten. "Im Mittelpunkt steht bei jeder Arbeitsstelle der Mensch", erklärt Elsner. Früher war Haushalt Frauensache, heute mischen auch Männer mit. Während laut Immo-Studie 4 Prozent der Herren kein Problem mit Geschirr spülen oder Müll raustragen haben, hassen 22 Prozent die Bügelarbeit oder die Toilettenreinigung. "Ob man aber eine Arbeit mag oder nicht, ist Einstellungssache", ist sich Sophia sicher. Geht man positiv ans Werk, sei alles halb so schlimm. "Ich lasse dazu Musik oder den Fernseher laufen." Damit es leichter geht, lernen die jungen Frauen im Unterricht ein System für richtiges Bügeln. "Daran hält man sich auch zu Hause." Die Tipps der Schülerinnen: Immer von sich wegbügeln und hängende Teile wie Ärmel zuerst. "Dann klappt's auch mit den Hemden." (Hintergrund)

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