Benefizkonzert der Aktion Lichtblicke
Schwergewichtiger Auftritt

Mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrer ungewöhnlichen Musikauswahl überzeugten die drei Künstler der "Blechernen Saitn". Bilder: Schönberger (4)
 
Der "Eisenbahn Zoigl-Express" nahm gleich zu Beginn des Abends volle Fahrt auf.

Dieses Jahr hatten die Verantwortlichen der Hilfsaktion "Lichtblicke" für das Benefizkonzert in der Stadthalle Neustadt/WN einen besonderen Mix angekündigt: Musik für alle Generationen.

Schirmherrin Elisabeth Wittmann begrüßte "nicht alle, aber stellvertretend für alle" ihren Ehemann, den ehemaligen Landrat Simon Wittmann, und Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl vom Medienhaus "Der Neue Tag". Dieser dankte sie besonders für die jahrelange Unterstützung durch das Unternehmen. Jedes Jahr treten einheimische Künstler auf, um die Hilfsaktion zu unterstützen. Und auch heuer war die Stadthalle ausverkauft.

Postfrosch schaut vorbei


"Wos is a Zoiglmusik?", fragte Richard Wagner, als er noch allein mit seinem Akkordeon auf der Bühne stand. Eingefallen wären dem Publikum verschiedene Antworten, doch nicht diese, mit welcher der "Eisenbahn Zoigl-Express" aufwartete. Gediegen? Zünftig? Ja, das auch. Doch die fünf Musiker, die nach dem selbst geschriebenen Lied "In der Zoiglstub'm" loslegten, überraschten mit einer fetzig-frechen, international-oberpfälzischen Musikauswahl.

Ihrem kalifornischen Kollegen Dave Bickham (Gesang, Gitarre) geschuldet ertönten plötzlich "Always look on the bright side of life" von Monty Python und "Fire" von Bruce Springsteen. Richard Wagner, bekannt von der Richard-Wagner-Combo, zusammen mit Norbert Fiedler (Gitarre, Bass, Teufelsgeige), Milan Dunka (Schlagzeug) und Benedikt Jung (Posaune), fetzten mit buntem, humorvollem Mix auf der Bühne. "O-zapft is" anlässlich des Oktoberfests, das Lied vom Lehrer, dem Pfarrer und dem Wirt, aber auch der "Postfrosch" von den Geschwistern Raith sorgten für gute Laune.

Mit großem Vergnügen sang das Publikum die Refrains mit, klatschte den Takt und spendete begeistert Applaus. Gegründet hat sich die Combo vor etwa vier Jahren in der Zoiglwirtschaft "Zur Eisenbahn" in Vohenstrauß aus einer Notlage heraus. "Mia brauchn a Musi!", stellte der Zoiglwirt fest. Ihr Jubiläum feiern sie am Kirwamontag, 24. Oktober, wieder in der "Eisenbahn".

Ähnlich spaßig war der Auftritt der "Blechernen Saitn" aus Schnaittenbach. Hatten sie schon mal mit einer flotten "Schnaittenbacher Polka" den Auftakt bestritten, so brachten sie mit Witz und Humor das Publikum nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Staunen. Denn dass mit einer Kombination aus Tuba (Franz Gericke), Zither (Ingrid Gericke) und Gitarre (Sepp Donhauser) selbst spanische Tanzmusik oder amerikanischer Swing gelingen, war ungewöhnlich.

Gut im Geschäft


Als dann noch Franz Gericke in schönster "Satchmo" Louis-Armstrong-Manier mit Reibeisen-Bass "Cabaret", High Society" und "What a wonderful World" anstimmte, war die Begeisterung perfekt. Ihre übermäßige Leibesfülle nahmen die "Schnoittnbecka" selbstironisch aufs Korn. "Mia san Musiker. Die kriegen das Essen umsonst. Und mia san guat im G'schäft", witzelte Ingrid Gericke.

Völlig anders dann das Programm nach der Pause. Einheimische Schlagersternchen überraschten dabei mit ihren Liedern voller Liebe, Herz und Beziehungsgeschichten. Den Anfang machte Nadja Sommer aus Schwandorf. Nicht nur eigene Lieder (Ich bin stark wie Du, Engel auf Erden) begeisterten die Fans, sondern auch bekannte Hits von Helene Fischer und Andrea Berg. Sie sang Lieder aus dem Leben, voller Gefühl und Lebensfreude. An der Bühnenpräsenz kann die junge Dame aber noch ein wenig arbeiten.

Überzeugender dann der Auftritt von Max Janda, den seine Fangemeinde mit lautem Beifall begrüßte. Durchgehend Schlager "Marke Eigenbau" kredenzte der Eslarner: "I fliag auf Di", "Komm wieder z'ruck zu mir" oder "s 'Leb'n ist wia a Wimpernschlag". Zwischendurch bekam man manchmal das Gefühl, dass in der Stadthalle vielleicht die falsche Altersgruppe (eher Ü 60 als Ü 20) anwesend war für den Inhalt der Lieder.

Auf Gage verzichtet


Es machte aber trotzdem allen Spaß. Zum Schluss sang er noch "Mandy" von Barry Manilow, jedoch mit deutschem Text, sowie eine flotte Zugabe als Kontrapunkt zu den Herz-Schmerz-Balladen. Vogelsang-Reichl und Wittmann dankten den Künstlern, die auf ihre Gage verzichteten, mit Blumen und einem besonderen Tropfen.
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