Berndt Fuhrich besteigt mit Andreas Forster und Bernd Wolff den Kilimandscharo in Afrika
Oberpfälzer Gipfelstürmer

Drei Oberpfälzer auf dem höchsten Punkt Afrikas: Andreas Forster, Bernd Wolff und Berndt Fuhrich (von links).

Der Kilimandscharo ist mit 5895 Meter Höhe das höchste Bergmassiv Afrikas. Ein Neustädter und zwei Gefährten haben ihn zu Fuß erklommen.

Den Gipfel zu erreichen war das Ziel von Berndt Fuhrich und seinen beiden Begleitern. Mit den Weidenern Andreas Forster und Bernd Wolff machte sich der Neustädter Steuerberater auf den Weg nach Tansania.

Der Herausforderung wegen wählten die Oberpfälzer die "Machame-Route". Sie gilt als schwierigster und höchster Marschweg der Welt: "Das ist keine Wanderung, da muss man schon kraxeln", gab der Steuerberater und Kassier der DJK Neustadt zu. Er wollte sich nochmal beweisen. In fünf Etappen gelangte das Trio auf den knapp 6000 Meter hohen Gipfel.

Am Fuß des Berges lernten die Männer ihre Mitreisenden kennen. Sechs Touristen, drei Oberpfälzer und drei Österreicher wagten den Aufstieg zum Uhuru Peak, der Spitze des Kibo am Kilimandscharo. Begleitet wurden die Abenteurer von einheimischen Tourguides und Bergführern, einem Koch und 18 Gepäckträgern. Sie trugen Verpflegung oder Zelte zu den Etappenzielen. Die Wanderer übernachtenen in Zeltlagern. Dort versorgte der Koch die Truppe mit Tee, Wasser, Obst und Gemüse. "Das ist alles sehr spartanisch während der Wanderung", erklärte der 61-Jährige.

Fünf Tage bis zum Gipfel


Start war am 1790 Meter hohen "Machame Gate". Auf der ersten Etappe legten die Oberpfälzer etwa 63 Kilometer durch tropischen Regenwald zurück. Nach sechs Stunden erreichten sie die erste Station. Auf dem zweiten Teilstück war die Strecke zwar kürzer, jedoch auch felsiger und steiler. Nach fünf Stunden und sieben Kilometern kamen die Bergsteiger im Shira-Camp auf 3700 Höhenmetern an.

Fuhrich genoss die Umgebung. "Die Landschaft ist wunderbar", schwärmte er. Jede Route prägte eine andere Vegetation. Je dünner die Luft, desto karger auch die Umgebung am Vulkangebirge. Das regnerische Wetter war selbst für diese Jahreszeit sehr untypisch, erklärten die einheimischen Bergführer. Am dritten Tag umrundete die Reisegruppe einen Teil des Kibo-Gipfels. Die Route verlief auf etwa gleichbleibender Höhe, was der Akklimatisation des Körpers zugute kam. Die Oberpfälzer übernachteten im Barranco-Camp. "Wir sind in einem Schneckentempo den Berg hinauf", erinnert sich Fuhrich an den sechsstündigen Marsch.

Auch die Barranco-Felswand war zu überwinden. Nach einem steilen Aufstieg über den Felskamm auf zirka 4300 Höhenmeter, durch zunehmend karge und steinige Landschaft, führte der Weg stetig bergan ins Barafu-Camp. Die letzten Etappen vor dem Gipfel gingen an die Substanz. Bei Minusgraden kämpfen sich die Wanderer den Berg hinauf.

Glücklich und erschöpft


Nach einer kurzen Nacht erfolgte noch vor Mitternacht der etwa achtstündige Anstieg zum Ziel. Im Gänsemarsch und mit Stirnlampen ging es schmale Pfade entlang des Kraterrandes zum Stellar Point auf 5740 Meter über dem Meeresspiegel. Um 8.40 Uhr war es dann soweit: Nach weiteren 150 Höhenmetern erreichten die drei Oberpfälzer den höchsten Punkt Afrikas.

Obwohl die Gruppe erschöpft war, waren alle stolz und euphorisch. Das Glücksgefühl am Gipfel währte nur kurz, erinnert sich Fuhrich. "Es ist kalt, der Wind pfeift, und man ist müde." Nach wenigen Momenten am Gipfel trat die Reisegruppe den Rückweg an. Zwei Tage dauerte der Abstieg.

"Unten tranken wir erst mal ein Bier", lacht Fuhrich. Der nächste Abenteuerurlaub ist schon in Planung: Es soll nach Südafrika zur Safari gehen. "Mir macht so was Spaß."

Es ist kalt, der Wind pfeift und wir waren müde vom marschieren.Berndt Fuhrich, Steuerberater
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