Berufsberater raten zur Ausbildung
„Wählt das, was euch Spaß macht“

Ute Schwarz von der IHK, Susanne Özates von der Witt-Gruppe, Cornelia Uschold von Constantia Hueck Folien, Birgit Trummer von der IHK, Auszubildender bei Hueck Folien Tobias Wurmitzer, IHK-Mitarbeiter Ralf Kohl, Alexandra Feistl von der Wirtschaftsförderung im Landkreis, Florian Rieder von der IHK und die Duale Studentin bei der Witt-Gruppe Laura Süß (von links) beraten bei der Zukunftswahl. Bild: blu

Neustadt. Die meisten Jugendlichen stehen zum Schulabschluss erst einmal vor einem großen Fragezeichen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) will mit der Wirtschaftsförderung im Landkreis mit der Infoveranstaltung "Duale Ausbildung" Orientierung geben. Ralf Kohl, Bereichsleiter Berufsbildung bei der IHK, appelliert an die Schüler: "Wähle die Tätigkeit, die dir Spaß macht. Denn wenn du an etwas Freude hast, dann bist du gut darin. Und wenn du gut bist, dann wirst du auch in Nischenbereichen Erfolg haben." Diese einfache Formel führt zwar langfristig weiter, doch einfacher ist die Entscheidung dann auch nicht.

Denn immerhin stehen in der Oberpfalz etwa 170 Ausbildungsrichtungen zur Verfügung und Hunderte Studiengänge. Dem Rat vieler Eltern "Hauptsache studieren" widerlegt Kohl mit Zahlen. 32 000 beruflich Qualifizierte werden 2030 laut Statistiken im Regierungsbezirk fehlen, dagegen nur 2600 Akademiker.

Der Lebensweg von Tobias Wurmitzer zeigt, dass in den meisten Fällen die Berufswahl nicht geradlinig verläuft. Nach dem Abitur hatte er keine Ahnung, was er arbeiten sollte. Der Traum "Polizist" scheiterte. Er machte sich mit einem Freund im Webdesign selbstständig, auch das wurde zu viel. "Soll ich also doch BWL studieren, wie jeder andere auch?", fragte sich Wurmitzer aus Mangel an Alternativen. Durch eine Empfehlung kam er zu Hueck Folien. "Meine Eltern haben mich immer gepusht, das finde ich sehr wichtig." Gerade macht der 21-Jährige eine Ausbildung zum Medientechnologen Druck. Die firmeninterne Karriereleiter wartet auf ihn, auch im Ausland. Studieren kann er sich danach noch vorstellen. Das fände er sogar besser. "Man weiß, was man mit dem Studium machen will und ist vielleicht auch ehrgeiziger."

Auch ohne Abitur qualifiziert eine Berufsausbildung zum Studium. Mit einem Meistertitel könne man an der Universität studieren, erzählt IHK-Mitarbeiterin Birgit Trummer. Oder man kann beides, wie das Beispiel von Laura Süß zeigt. Sie macht ein duales Studium. 12 Wochen studiert sie BWL, 12 Wochen arbeitet sie in der Witt-Gruppe im Wechsel. Süß hat sich viel mit Berufswahl beschäftigt. "Ich habe schon fünf Praktika hinter mir." Auch Kohl rät eindringlich allen Schülern: "Machen Sie schon während der Schulzeit Praktika und informieren sie sich." Das macht auch Katharina Luber. Die 15-Jährige geht auf die Realschule in Neustadt und weiß genau, was sie will: einen Ausbildungsplatz in Mediengestaltung. Dass sie noch so viele Fortbildungsmöglichkeiten bis zum Studium hat, war ihr nicht klar. Viele ihrer Schulkameraden sind noch orientierungslos: "Voll viele machen erstmal die FOS, weil sie keine Ahnung haben."
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