Bits, Bytes und Brände
Drei Tüftler entwickeln Verwaltungs-Software für Feuerwehren

Michael Bayer-Schmidt und Marco Spranger (von rechts) sind zwei der Väter der neuen Feuerwehr-Software "Fire Manager". Bild: arw

Egal ob Kommandanten oder Vorsitzende: Verantwortliche der Feuerwehren stöhnen über immer mehr Bürokratie, die sie auch noch ehrenamtlich erledigen sollen. Jetzt soll der "Fire Manager" die Arbeit kräftig erleichtern.

Eschenbach/Neustadt/WN. Hinter den beiden kurzen Wörtern verbergen sich mehrere gewaltige Module. Zunächst können mit dem Programm in der Personalverwaltung alle Aktiven festgehalten werden. Neben den persönlichen Daten werden Eintritt in die Wehr, Ausbildungen, Lehrgänge, Leistungsprüfungen, Funktion und Verfügbarkeit erfasst.

Besonders wichtig für Vorgesetzte: Wann muss der Atemschutzträger wieder zur ärztlichen Untersuchung? Und hat er seine Pflichtübungen erledigt? Das wird mit einem Link angezeigt. Der Verantwortliche wird so daran erinnert, was er zu tun hat.

Beiträge werden abgebucht


Der Vorsitzende hat ebenso schnell einen Überblick, seit wann ein Mitglied dabei ist und welche Ehrungen ihm bereits verliehen wurden. Selbst für die Chronik ist Platz. Auch der Kassenverwalter kann den jährlichen Beitrag mit dem Programm einziehen. Im Nu können die einzelnen Kriterien sowohl bei den Aktiven als auch bei den passiven Mitgliedern ausgewertet werden. Die größten Module sind Geräteverwaltung und Unterrichte. Das Inventar einer Wehr, die dies ja nur verwaltet und pflegt, kostet viel Zeitaufwand. Je nach Größe einer Feuerwehr ist auch der Aufwand entsprechend, angefangen bei den Fahrzeugen bis hin zu Pumpen, Schläuchen, Verteilern und Atemschutz. Das Programm gibt an, wann die nächste Wartung fällig ist und dokumentiert diese.

Wann steht die Ausmusterung eines bestimmten Gerätes an? Hier muss die Gemeinde frühzeitig informiert werden, um im Haushalt Geld für Ersatz einzuplanen. Neustadts Kommandant Michael Spranger ist begeistert. Er arbeitet seit Anfang der 90er Jahre mit verschiedener Software, doch entweder war sie sehr teuer oder unübersichtlich. Auch kann er sich noch gut erinnern, wie seine Vorgänger die Protokollierung per Hand erledigten. Dafür ist aber heute die Freizeit zu kostbar.

Michael Bayer-Schmidt hat den "Fire Manager" mit aufgebaut. Er war Softwareentwickler bei Witron. Der 33-Jährige ist in Gröbenstädt aufgewachsen und seit er 15 ist bei der Feuerwehr. Vor acht Jahren zog Bayer-Schmidt nach Neustadt. Zwei Jahre später trat er den Brandschützern bei.

Seit Februar dieses Jahres ist er als EDV-Spezialist im bayerischen Innenministerium tätig. Vor gut zwei Jahren hatten Spranger, Markus Süß aus Vohenstrauß und Bayer-Schmidt die Idee zu den Computermodulen. Unterstützung erhielten sie von der ILS Nordoberpfalz und der Feuerwehrschule Regensburg. Auf Sicherheit haben die Entwickler größten Wert gelegt. Der Server ist an ein deutsches Rechenzentrum angeschlossen. Alles ist gut verschlüsselt.

Immer mehr Anfragen


Vor zehn Monaten ging der "Fire Manager" an den Start. Neben den Feuerwehren Neustadt und Vohenstrauß nutzen ihn auch Oberwildenau und Mantel. Noch während des Gesprächs zeigte eine SMS bei Marco Spranger an, dass eine weitere größere Wehr aus dem Landkreis damit liebäugelt. Auch im Kreis Tirschenreuth interessieren sich einige dafür. Die Unkosten, die die Erfinder seit August monatlich verlangen, liegen im untersten zweistelligen Bereich. Für Ortsteil-Feuerwehren ist es noch günstiger. Ende August wird das Programm den Feuerwehr-Führungskräften des Landkreises Neustadt vorgestellt.

Bayer-Schmidt, Spranger und Süß haben bereits weitere Projekte in der Schublade.
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