Böhmisch-Mährisches Konzert der Störnsteiner Blaskapelle
„Ungarisches Feuer“

Die Störnsteiner Blaskapelle begeisterte Musikliebhaber in der Neustädter Stadthalle. Bild: gag

Auch wenn der Frühling noch etwas kühl daher kommt, in der Stadthalle wurde es einem warm ums Herz. Zum 15. Mal luden Gerhard Träger und die Störnsteiner Blasmusikanten zum großen böhmisch-mährischen Konzert.

Die Halle war restlos ausverkauft. Mit humorvoller Moderation von Heribert Schubert klangen Märsche, Walzer oder Polkas von der Bühne. Die Einleitung mit dem "Kaiserin-Sissi"-Marsch von Timo Dellweg und der "Falkenauer" von Ernst Mosch brachten das Publikum sofort in Laune. "Ich bin verliebt in Deine schönen Augen" schmeichelte sich Gerhard Träger mit einem Mosch-Walzer bei Elke Hackbarth ein. Das steigerte sich noch zu "Ich bin so gern mit Dir allein".

Franz Schuberts "Ave Maria" als Blasmusikstück mit Trompetensolo? Das Arrangement der tschechischen Blaskapelle Gloria bewies, dass dies wunderbar funktioniert. Bei einer "Reise nach Ungarn", einem ungarischen Tanz von Antonin Zvacek, begann Karl Beßenreuther mit sanftem Klarinettentriller, bis sich das Tempo flott steigerte. "Da ist ungarisches Feuer drin", hatte Schubert angekündigt, und behielt Recht. Nicht fehlen durften zwei Stücke des befreundeten Komponisten Josef Thums, "Na balkone" (Am Balkon) und ein Klarinetten-Solo. Träger kann auch jodeln! Und das, obwohl er gleichzeitig Akkordeon spielte. Beim "Großglocknerblick" hielt ihm Hackbarth das Mikrofon. Dieses Stück war der Schlusspunkt des "Oberkrainer"-Zwischenspiels, bei dem eine Formation aus der Blaskapelle nach dem Vorbild der Oberkrainer, sogar mit originalgetreuen Kostümen, ein Medley "in Memoriam" an Slavko Avsenik servierte. "Grüße für Mani und Migg" leiteten über zum dritten Teil. Bei dieser dynamischen Orchesterpolka klatschte das Publikum begeistert mit. "Musikantenstolz", eine ungewöhnlich langsame Polka von Jaroslav Skabrada, arrangiert von Franz Bummerl, setzten die Störnsteiner Musiker gefühlvoll um.

Humorvoll verkürzte Schubert eine Umziehpause als "Blasmusik-Dazwischen-Schwätzer" wie Ernst Hutter es einmal bezeichnet hatte, und erzählte die Geschichte der Entstehung der "Störnsteiner Blasmusik" unter Gründer Albert Träger. Dieser hatte in den 70er Jahren mit viel Geduld, Leidenschaft und Hingabe die Störnsteiner Kinder kostenlos unterrichtet. Nach 21 Jahren gab er seinen Dirigentenstab 1989 an Sohn Gerhard weiter, der sich neben Volks- und Marschmusik besonders dem Böhmisch-Mährischen verbunden fühlt.

Nach diesem biografischen Ausflug spielte sich die Störnsteiner Blasmusik zurück ins Böhmisch-Mährische. Eine Solopolka für drei Posaunen (Franz Faltenbacher, Hans Schwarz, Franz Götz) und die altböhmische Polka "Böhmische Stunde" wurden begeistert beklatscht. "Da kommen Erinnerungen auf", setzte Schubert nach. Hackbarth und Beßenreuther sangen im Duett "Wenn der Tag erwacht" und "Unsere Schönste". Stehender Beifall und "Zugabe"-Rufe wurden mit der Polka "Wenn der Tag erwacht" und dem "Böhmischen Traum" belohnt.
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