Bruder Czeslaw feiert im Kloster St. Felix 70. Geburtstag
Gärtner, Mesner und Koch

Bruder Czeslaw wird 70. Bild: exb

Gärtner, Mesner und Koch

Neustadt/WN. (ms) Er ist die gute Seele im Kloster St. Felix. Wenn irgendetwas zu tun ist oder gebraucht wird, ist Bruder Czeslaw zur Stelle. Der Gärtner, Mesner und Aushilfskoch feiert heute 70. Geburtstag.

In Baldowice als jüngstes von drei Geschwistern geboren, wuchs Czeslaw Nozka in Breslau auf. Als Jugendlicher wollte er immer Sänger werden. Bereits in der Schule bescheinigten ihm die Lehrer musikalisches Talent. Aber die Zeiten damals waren nichts für Künstler. So legte ihm sein Vater unmissverständlich nahe, sich für einen soliden Beruf zu entscheiden. Nach dem Militärdienst lernte der junge Czeslaw Schlosser und arbeitete dann in der großen Breslauer Waggonbaufabrik PaFaWag. Schon immer hat dem Ordensmann das Kochen viel Freude bereitet. Als Kind begleitete er häufig seine Mutter, die bei Hochzeiten im Dorf eine begehrte Köchin war. Von ihr schaute er sich viel ab.

Als er vor nun fast fünf Jahrzehnten seine Ordensberufung entdeckte, stellte er diese Fähigkeiten dem Klosterleben zur Verfügung. "Seine kulinarischen Künste wurden an allen Einsatzorten hochgeschätzt und bis heute gelobt", weis Guardian Pater Stanislaus .

Bei den Franziskaner-Minoriten berühmt ist Czeslaws Großeinsatz im Gymnasium Liegnitz, wo er für über 100 Schüler und Lehrer gekocht hat. Später war er Küchenchef im Priesterseminar in Krakau. Auf die persönliche Bitte des Provinzials ging er 1986 mit der ersten polnischen Klostergemeinschaft nach Deutschland. In Ratingen war er 14 Jahre als Mesner, Koch und Gärtner gefordert. Seit 2000, als die polnische Provinz die Seelsorge auf dem Felixberg übernommen hat, ist der Bruder nun in Neustadt eine Institution. Wenn Köchin Antonia nicht da ist, übernimmt Bruder Czeslaw gerne den Küchendienst.

Sein Markenzeichen aber sind der Garten und sein grüner Daumen. In der großen Klosteranlage wachsen nicht nur Blumen, mit denen er Woche für Woche für wunderschönen Schmuck in der Wallfahrtskirche sorgt, sondern auch Gemüse und Obst, die die Speisekarte bereichern.

In den letzten Jahren hat der Bruder noch seine Liebe zu den Vögeln entdeckt. 300 selbstgebaute Brutkästen zeugen davon. Das ganze Jahr über erklingt rund ums Kloster fröhliches Vogelgezwitscher. Ein wahrer Freund der Natur, voll im Sinn des heiligen Franz von Assisi. Ganz selbstverständlich erledigt der humorvolle Pole auch noch zuverlässig die Aufgabe als Mesner. Und wenn es Zeit und Wetter erlauben, geht er mit seinem Roller auf Erkundungstour.
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