Brüder müssen sich wohlfühlen
Guardian Pater Stanislaus feiert im Kloster St. Felix 50. Geburtstag

Der neue Pater Stanislaus auf dem Felix wird am Sonntag, 13. November, 50 Jahre alt. Er lädt alle Sympathisanten und Freunde des Klosters zum Kaffeekränzchen ins Refektorium ein. Es besteht Gelegenheit, den Guardian, der als Provinzdelegat Vermittler zwischen dem Provinzial und den knapp 30 Brüdern in den fünf deutschen Niederlassungen der Krakauer ist, kennenzulernen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Bild: ms
 
Der neue Pater Stanislaus auf dem Felix wird am Sonntag, 13. November, 50 Jahre alt. Bild: ms

Der große Wechsel auf dem Felixberg ist geschafft. Drei neue Franziskaner-Minoriten sind ins Kloster eingezogen. Mit ihnen kamen bereits erste Veränderungen. Pater Stanislaus Sliwinski hat Stanislaus Strojecki, den der Orden als Missionar nach Uganda geschickt hat, als Guardian abgelöst. Redakteur Martin Staffe unterhielt sich mit dem neuen Chef, der am Wochenende einen runden Geburtstag feiert.

Sie sind nun seit Ende August auf dem Felixberg. Anfangs hatte man ein wenig den Eindruck, Sie wären noch nicht so richtig in der Oberpfalz angekommen. Fühlen Sie sich inzwischen zu Hause?

Stanislaus Sliwinski: Ich bin sehr glücklich da zu sein, auch wenn der Eindruck vielleicht getäuscht hat. Das liegt vielleicht daran, dass in den Sommerferien viel passiert ist. Meine Verabschiedung in Ratingen, Ferien mit Kindern in Österreich und dann noch der Weltjugendtag in Krakau. Dann musste ich zur Übergabe nach Neustadt. Der Urlaub war eine Woche kürzer, das könnte der Grund gewesen sein, der dieses Gefühl vermittelt hat.

Was ist in der kleinsten Kreisstadt Bayerns anders als in der Fast- 90 000-Einwohner-Stadt Ratingen bei Düsseldorf, wo Sie in den vergangenen sieben Jahren waren?

Dort hatte ich die kleine Gemeinde Homberg zu betreuen, die auch nicht viel größer als Neustadt ist. Vier Gemeinden sind zu einer Pfarrei fusioniert worden. Ich kümmerte mich um alle 280 Messdiener mit. Neben der liturgischen Begleitung gab es auch unvergessliche Fahrten und Freizeitausflüge. Firmvorbereitung, Betreuung der Schulkinder und Gottesdienste im Gymnasium. Besonders der Firmunterricht war sehr aufwendig. Sehr intensive Zeitplanung war erforderlich.

Ist das Ihre erste Station als Guardian?

Ja, die Ernennung erfolgte durch den Provinzial. Er hat mich gefragt, und ich habe sie gerne angenommen.

Was sehen Sie als Ihre wichtigste Aufgabe an?

Ich will zu allererst auf die Klostergemeinschaft schauen. Die Mitbrüder müssen sich wohlfühlen. Dann können sie auch gut nach außen wirken. Später kann man Veränderungen am Gebäude in Angriff nehmen. Da das Kloster der Provinz der deutschen Franziskaner-Minoriten in Würzburg gehört, sehe ich es für wichtig an, jede geplante Veränderung zuerst mit dem Eigentümer abzusprechen. Zu dem Zwecke ist auch schon ein Besuch des Definitoriums angedacht. Ansonsten versuche ich, das weiterzuführen, was mein Vorgänger initiiert und entfaltet hat. Später kann ich entscheiden, ob etwas geändert werden muss.

Aber kleine Veränderungen haben Sie schon vorgenommen.

Das betrifft die Hauskapelle. Ich habe sie nach Osten ausgerichtet. Der Blick geht jetzt zum Fenster mit den Figuren des hl. Franziskus, des hl. Felix und der hl. Elisabeth und in die schöne Natur. Außerdem habe ich den Teppichboden durch einen Holzboden ersetzen lassen.

Wie ist das Kloster jetzt organisiert? Wer ist Ihr Stellvertreter?

Klostervikar und Chronist ist Pater Richard, Prokurator und Ökonom Pater Rafau. Pater Sigmund führt das Archiv. Kirche, Garten, Kulinarisches und Blumenschmuck liegen weiter in den bewährten Händen von Bruder Czeslaw.

Wie ist Pater Rafau, der Kaplan in der Stadtpfarrei St. Georg, ins Klosterleben eingebunden?

Als unser Wirtschafter hat er ganz bestimmte Aufgaben und ist gut in die Klostergemeinschaft involviert. Wie alle Klosterpatres leitet auch er regelmäßig die Stundengebete in unserem Chor. Es ist mein Wunsch, dass er nicht nur im Dienst der Pfarrei unterwegs ist, sondern auch am Leben unserer Gemeinschaft ganz konkret teilnimmt. Er hat jetzt am Montag wie die anderen Mitbrüder auch seinen freien Tag. Nun können wir auch einmal gemeinsam wegfahren, unsere anderen Klöster besuchen und mit Mitbrüdern Geburtstag oder Namenstag feiern. Ein Bruder muss einmal einen Tag rauskommen, dann kehrt er mit Freude zurück. Das ist auch der Wunsch des Provinzials. Daher besteht montags auch keine Beichtgelegenheit mehr in St. Felix.

Wo sind die Felix-Patres außerhalb des Klosters eingesetzt?

Die neuen Verträge mit der Diözese Regensburg sind zwar noch nicht unterschrieben, doch die neuen Paters führen einfach fort, was bis jetzt üblich war. Der Beichtvater ist ebenso wie der Seelsorger in der Palliativstation noch als Pfarrvikar tätig. Pater Sigmund hält Gottesdienste im Seniorenheim und in Wilchenreuth, Pater Richard springt als Aushilfskaplan im Dekanat ein.

Ihr Vorgänger hat ja von Neustadt aus sehr viel für die Mission in Uganda bewirkt. Mit Geld aus der Oberpfalz wurden in Kakooge, Matugga und nun auch in Munyonyo Kirchen, Schulen und eine Krankenstation gebaut. Nicht zu vergessen die 160 Patenschaften. Wie sehen Sie hier Ihre Aufgabe?

Da ändert sich nichts. Das war ein Herzensanliegen von Pater Stanislaus. Spenden werden weiter entgegengenommen und nach Uganda geschickt. Genauso verhält es sich mit den Patenschaften. Auch Uganda- und Felixfest wird es weiter geben.

Am Sonntag, 13. November, werden Sie 50 Jahre alt. Wie feiern Sie Ihren runden Geburtstag?

Zum Mittagessen kommen Mitbrüder aus unseren Niederlassungen in Deutschland und eine Delegation aus Krakau. Um 15 Uhr ergeht Einladung an alle Sympathisanten des Klosters, die mit mir ins Gespräch kommen wollen, zum Kaffeekränzchen im Refektorium. Am Montag werden noch einmal 25 Leute zum Essen eingeladen, darunter der Bürgermeister und der Dekan, aber auch Familienangehörige und Freunde.

Was wünschen Sie sich von den Leuten?

Dass sie sich mit uns auf den Weg machen. Ich bin dann zufrieden, wenn ich das Gefühl habe, wir bewegen gemeinsam etwas. Der Form des Gebets sind keine Grenzen gesetzt. Die gemeinsame Art zu leben und Glauben zu entfalten, etwa durch Reisen oder Bibelgespräche, soll sich langsam entwickeln.

Was hat Ihnen bisher schon gefallen?

Ich bin sehr froh, wenn ich viele Kinder und Jugendliche in der Kirche sehe. Es ist mein Wunsch, dass sich immer wieder junge Familien auf dem Felix zu Hause fühlen, damit Kontinuität gesichert ist. Die Erfahrung, dass auch einige Kinder zu uns zur Beichte kommen und sich immer wieder Leute zum Beten in der Felixkirche einfinden, ist ganz schön. Sie setzen viel Hoffnung in Gottes Hilfe.
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