"Burgstalla Rockplattler"
Bürgermeister als Gaudibursch

Ihren ersten Auftritt hatten sie bei einem Pfarrfest. Im Vorfeld waren sie sich zwar unsicher, wie der Schuhplattler zu "Highway To Hell" bei der Geistlichkeit ankommen würde, dann klatschte der Pfarrer aber begeistert mit und rief sogar nach einer Zugabe.

Ihre unkonventionelle Mischung aus Tradition und harten Klängen präsentierten die "Burgstalla Rockplattler" auch beim Rockbieranstich in der Stadthalle. Wirt Peter Siller und Thomas Bauer vom Weidener Musikclub Salute hatten zur Premiere in der Kreisstadt eingeladen. Mit den "Stoapfälzer Spitzbuam" hatten sie eine über die Grenzen der Oberpfalz hinaus bekannte Partyband verpflichtet, mit dem Bockbieranstich durch Bürgermeister Rupert Troppmann, den Einlagen der Rockplattler und einer Fastenpredigt für zusätzliche Programmpunkte gesorgt.

Große Bar


Die Besucher lockte all das aber nur recht verhalten an. "Fürs erste Mal ist das okay", meinte Bauer. Mit der über die gesamte Breite der Stadthalle aufgebauten Bar, den bayerischen Brotzeiten und zünftigen Biertischgarnituren kam bei den überwiegend in Tracht gekleideten Gästen trotzdem Festzeltstimmung auf.

Die "Burgstalla Rockplattler" aus Gleißenberg bei Furth im Wald sind eigentlich ein Trachtenverein. Mit den Jahren seien die traditionellen Tänze aber nicht mehr so gut angekommen, erinnert sich Vorsitzender Helmut Bierl. "Mein Bub hat gesagt, Vater, wir müssten mal was anderes machen." Dann legte er AC/DC auf und tanzte dazu einen Schuhplattler. Bierl war sofort begeistert, wie der traditionelle Tanz auf die rockigen Klänge passt.

Leere Reihen


Seit dem ersten Auftritt beim Pfarrfest sind die Männer und Burschen im Alter von 10 bis 50 Jahren jetzt regelmäßig mit ihrem Programm unterwegs. Und da durfte Bürgermeister Troppmann auch gleich mal reinschnuppern, und zwar zum schnellen "Cotton Eye Joe" von Rednex. "Naja, mit Anfangsschwierigkeiten, aber er ist schon reingekommen", sagte Bierl zu der bürgermeisterlichen Einlage und zollte Lob: "Respekt. Er macht die Gaudi mit."

Fastenprediger Peter Reiser tat sich etwas schwer, die jüngeren Gäste mit seinen Ausführungen über die Weltpolitik zu erreichen. Doch die Neustädter Kommunalpolitik, mit dem "Kuschelkabinett", das ohne jede Diskussion alles mache, was der Chef sagt, gebe einfach nichts her. Der "Streichelzoo" sei aus Sicht eines Fastenpredigers ernüchternd. Keine Mühe hatten die "Stoapfälzer Spitzbuam", die Gäste jeden Alters in Stimmung und auf die Bierbänke zu bringen. Das Quartett aus Schwandorf traf mit einer bunten Mischung bewährter Partyklassiker genau den Geschmack der Starkbierfreunde. "Die Band ist super", freute sich Organisator Bauer. Auch wenn einige Reihen leer blieben, lässt Stadthallenwirt Siller keine Zweifel an einer Wiederholung der Veranstaltung aufkommen. "Nächstes Jahr machen wir die Halle voll", verspricht der Gastronom.
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