Container viel zu teuer
Generalsanierung des Gymnasiums Neustadt bei laufendem Unterricht

Die Bibliothek (rechts) wird künftig auf der ersten Ebene des Atriums, dem künftigen Herzstück des Gymnasiums, integriert und erfährt so eine deutliche Aufwertung. Plan: Brückner & Brückner Architekten

Die Generalsanierung des Neustädter Gymnasiums wird die größte Baustelle des Landkreises. Die Arbeiten werden sich mindestens bis 2020 hinziehen. Eine ambitionierte Aufgabe wird die Neugestaltung der Betonfassade.

Den Auftrag auf dem Felixberg im zweistelligen Millionenbereich haben sich die Architekten Brückner & Brückner in Tirschenreuth geangelt. Christian Brückner stellte die Pläne Lehrern, Elternbeirat und Schülermitverwaltung vor. Er sprach von einem "spannenden Vorhaben". Die exakten Baukosten stünden erst dann fest, wenn mit der Regierung der Oberpfalz eine Einigung beim Raumprogramm erzielt werde (wir berichteten). Würde heute eine Schule gebaut, dann 30 Prozent kleiner, erklärte Brückner. Dieses Mehr an vorhandener Fläche müsse bearbeitet werden, was mit Blick auf die Zuschüsse nicht einfach werde.

Gute Substanz


Laut Brückner hat das Gebäude großes Potenzial, aber sei unverkennbar ein "Kind seiner Zeit, aber eines der besseren". Die Substanz sei gut. Ihm gehe es darum, nicht nur die Fassade zu verändern. Er möchte auch eine inhaltliche, strukturelle und atmosphärische Verbesserung erreichen.

Eine Herausforderung sei, dass die Sanierung im Bestand, also bei laufendem Unterricht, erfolgen müsse. "Umso länger die Arbeiten dauern, umso blanker liegen die Nerven", weiß Brückner aus Erfahrung. Daher will er das Vorhaben so kompakt wie möglich abwickeln und greift zu einem Trick.

Nur ein schwieriges Jahr


Schon nach dem ersten Bauabschnitt wird der Umzug vom Interimsquartier in die neuen Räume erfolgen. Das heißt für Brückner: "Nur ein Jahr wird richtig problematisch." Der Platz für das Ausweichquartier sei ausreichend. Allerdings würde er es begrüßen, wenn die eine oder andere Klasse in eine Nachbarschule ausgelagert werden könnte. Kein Thema ist für die Verantwortlichen die ebenfalls diskutierte "sehr teure Containerlösung", die zum Beispiel beim Neubau des Stiftland-Gymnasiums in Tirschenreuth angewandt wurde. Die so eingesparte Millionensumme soll "lieber in die Qualität der Schule fließen".
Die verschiedenen Ebenen prägen das Gebäude. Das will der Planer weiterführen.

Die Flure sollen transparenter werden. Die Garderoben sollen eventuell in die Klassenzimmer verlegt werden. Öffnungen sollen Auflockerung schaffen.

Das Atrium fristet ein stiefmütterliches Dasein. Künftig wird es die Bibliothek beherbergen und soll über beide Ebenen das neue Herz der Bildungsstätte werden. Unter dem Schlagwort "Offenes Lernen und Arbeiten" entstehen Rückzugsnischen und Aufenthaltsflächen.

Bei den Klassenzimmern wird sich vom Prinzip her nicht viel ändern. Sie sollen aber mehr Licht bekommen. Worauf es Architekten und Lehrern ankommt, ist die technische Ausstattung. Das gilt auch für die Fachräume. Im Zuge des ersten Abschnitts wird ein Muster-Klassenzimmer eingerichtet.

Die relativ neue Mensa bleibt, wird aber strukturell angepasst. Angegliedert wird zudem ein Forum - ein Außenbereich mit Sitzelementen für Veranstaltungen im Freien. Die Sanierung der Turnhalle bildet einen eigenen Abschnitt und ist an die dritte und somit letzte Stelle gerutscht.

Die Außenanlagen müssen aufgewertet werden. Da immer mehr Schüler bis zum späten Nachmittag im Gymnasium bleiben (Ganztagsschule), sind Freiräume mit Aktivflächen erforderlich.

Die das Gebäude prägende Betonfassade mit gebrochenen Oberflächen stellt eine große Herausforderung dar. Architekt Peter Brückner sieht hier aber gute Möglichkeiten. Da es noch viele Gebäude dieser Art gibt, denkt er an ein Modellprojekt. "Lassen Sie sich überraschen," (ms)

ZeitplanSchon im Sommer wird das Ausweichquartier (Klassentrakt über der Aula)) vorbereitet. Bis Ende des Jahres wird es fertig sein. Der Bezug der Interimsräume erfolgt im Frühjahr 2017. Dann fällt auch der Startschuss für die Bauarbeiten. Der erste Abschnitt soll bis Sommer/Herbst 2018 dauern. Nach den Ferien ziehen die Schüler in die neuen Räume. Gleichzeitig startet der zweite Abschnitt (Klassentrakt hinter der Aula). Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2020 vorgesehen.

Dann geht es voraussichtlich an die Erneuerung der Dreifachturnhalle. Konkrete Planungen liegen noch nicht vor. Spätestens 2021 soll auch dieser dritte Abschnitt beendet sein. (ms)
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