Die Geschenkeauswahl ist groß
Viele Grüße aus der Oberpfalz

Die Schwarzwälder haben ihre Kuckucksuhren. Südtirol-Urlauber haben auf dem Heimweg mit großer Wahrscheinlichkeit Speck im Gepäck. Aber was bringt eigentlich der Oberpfälzer mit, wenn er bei Verwandten oder Freunden zu Besuch ist? "Zoigl" sagen die einen, "Fisch" die anderen. Eine weitere Möglichkeit ist ein "Fresskorb", der all diese "Schmankerl" vereint. Außerdem eine Idee: Porzellan. Regensburger haben manchmal auch Bratwürste oder Senf dabei.

Später Tourismus


Auf den ersten Blick wirkt es, als würde es das "eine" Geschenk aus der Oberpfalz gar nicht geben. Eine Annahme, die auch Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger für die Oberpfalz, bestätigt: "Es gibt nichts, was flächendeckend für die gesamte Region steht." Ein Grund dafür könnte sein, dass sich der Tourismus in der Oberpfalz - im Vergleich zu "Mitbringsel"-Regionen wie dem Schwarzwald - erst sehr spät entwickelt habe, vermutet Appl. "Der Tourismus hat seine Anfänge in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bei uns ist es aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg so richtig losgegangen." Damals hatten zum Beispiel die Berliner gemerkt, dass sie in der Oberpfalz recht preisgünstig Urlaub machen können. Ein weiterer Grund könnte sein, dass die Oberpfalz allgemein sehr vielfältig ist, fährt er fort. Das zeige sich auch darin, dass es für die einzelnen Teile des Bezirks durchaus "Mitbringsel" gebe. "Zum Beispiel geschnitzte Holzfiguren aus dem Bayerischen Wald." Diese Vielfältigkeit nennt auch Reinhold Zapf, Touristikchef in Neustadt/Waldnaab, als Erklärung für das fehlende gemeinsame Geschenk. Der Gesamtbegriff "Oberpfalz" beschreibe vor allem ein politisches Konstrukt, das sich in mehrere Tourismusregionen aufteile: "Der Landkreis Cham sieht sich eher dem Bayerischen Wald zugehörig, die Landkreise Amberg-Sulzbach und Neumarkt dem Bayerischen Jura. Schwandorf, Tirschenreuth und Neustadt zählen hingegen zum Oberpfälzer Wald." Speziell aus seiner Region - dem Oberpfälzer Wald - sei aber der Zoigl ein beliebtes Geschenk, betont er. "Danach fragen auch immer wieder Journalisten von außerhalb."

Karpfen und Lamm


Christoph Aschenbrenner, Geschäftsführer des Vereins "Oberpfalz-Marketing", sieht das ähnlich. "Die Oberpfalz ist sehr unterschiedlich. Das ist auch gut so, macht die Suche nach etwas, was die gesamte Region repräsentiert, aber schwieriger." Als Beispiele für Mitbring-Spezialitäten aus bestimmten Oberpfälzer Regionen nennt er den Karpfen oder auch das Juradistl-Lamm. Den Zoigl zählt Aschenbrenner nicht dazu, "Der ist zwar typisch für die nördliche Oberpfalz, wird aber ja eigentlich nur in Zoigl-Stuben ausgeschenkt und nicht abgefüllt."

Bürgermeister-Geschenke


Neben den klassischen Urlaubsgästen verschenken aber auch Bürgermeister aus der Region "Mitbringsel" aus der Oberpfalz. Für ihre Gäste oder Gastgeber haben die Stadtoberhäupter immer eine kleine Aufmerksamkeiten parat.

Bei Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ist das zum Beispiel ein Buch über die Stadt Weiden oder Tassen des Porzellanherstellers Seltmann aus Weiden. Michael Cerny, Oberbürgermeister der Stadt Amberg, hat Gläser der Firma Nachtmann, die in Amberg produziert werden, im Gepäck. Diese sind zusätzlich mit dem Amberger Stadtwappen versehen. Gleiches gilt für handbemalte Produkte der Töpferei Keck aus Wernberg-Köblitz.
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