Dorfhelferinnen und Betriebshelfer
Hilfe für Landwirte und Familien

Die Dorfhelferinnen des Ländlichen Dienstes Bayern sind nicht nur auf Bauernhöfen im Einsatz. Im Landkreis und in Weiden fallen 30 Prozent der Einsätze im nichtlandwirtschaftlichen Bereich an. Tendenz steigend. Ohne Förderung ist das nicht zu schaffen.

Der klassische Fall: Wenn eine Bäuerin wegen Schwangerschaft oder Krankheit ausfällt, kommt die Dorfhelferin auf den Hof. Und wenn der Bauer wegen Krankheit seine Arbeit nicht machen kann oder wenn er mit der Familie in Urlaub fährt, erledigt der Betriebshelfer den Job.

Organisiert wird diese Hilfe vom Ländlichen Dienst Bayern. Für die Station Neustadt/Weiden sind die Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und der Maschinenring Neustadt mit Sitz in Bechtsrieth zuständig. Vorsitzender ist Alois Weig, der in der Mitgliederversammlung im "Weißen Rössl" in Neustadt herausstellte, dass die Stationen vor Ort hervorragende Arbeit leisten. "120 Dorfhelferinnen und 137 Betriebshelfer in Bayern absolvieren jedes Jahr über 600 000 Stunden, um Familien auf dem Land zu helfen", zog Weig Bilanz. Das Land Bayern förderte mit 2,3 Millionen Euro einmal die Stationen und mit 800 000 Euro die Maschinenringe. Das aber reichte nicht aus.

Vier Dorfhelferinnen 2015


Wolfgang Härtl, Geschäftsführer des Maschinenrings, zeigte auf, dass die Station 2015 vier Dorfhelferinnen hatte. Davon ist Sonja Schmucker nun im Mutterschutz. Monika Melzner, die nur zwei Monate tätig war, hatte drei Einsätze in Familien mit 129 Stunden. Maria Reger, die 2016 nicht mehr dabei ist, war bei sieben Familien (346 Stunden) und Christine Kellner bei 23 Familien (1735 Stunden).

Dazu kommen als Betriebshelfer Georg Braun mit 18 Betrieben und 1718 Stunden sowie die beim Maschinenring angestellte Veronika Eckl mit zwölf Betrieben und 807 Stunden. Weitere freiberufliche Betriebshelfer leisteten in vier Betrieben 197 Stunden. 2015 kommen insgesamt 4735 Stunden zusammen, was ein Plus von 821 Stunden zum Vorjahr ausmacht. Es kommen noch mehrere 1000 Stunden durch Betriebshelfer, die neben ihrer eigenen Landwirtschaft beim Maschinenring einspringen, dazu.

Härtl ist froh, dass 2016 zwei neue Betriebshelferinnen fest angestellt werden konnten. Zudem sprach er von einer starken Zunahme von "nichtlandwirtschaftlichen Einsätzen" wie etwa bei Schwangerschaft, Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege. "Das gilt nicht nur für Landwirtsfamilien, sondern für alle, die auf dem Land leben", sagte er. Hinzu kommen immer mehr Einsätze bei Problemfamilien. Das zeigte die Erstattung von 6027 Euro aus der Jugendhilfe des Landkreises Neustadt. Laut BBV-Geschäftsführer Hans Winter weist der Finanzbericht für 2015 ein Defizit von 14 000 Euro aus. Das liegt an fehlenden Leistungen der Krankenkassen, aber auch daran, dass der Landkreis die per Beschluss genehmigten Fördermittel 2015 aussetzte. Das sei weiter nicht tragisch, weil man dies durch Rücklagen auffangen kann und für 2016 die Mittel wieder einfordern werde, äußerte sich Vorsitzender Weig.

Allgemein kam in der Versammlung zum Ausdruck, dass Dorfhelferinnen und Betriebshelfer immer gesucht werden. Voraussetzungen sind eine landwirtschaftliche oder hauswirtschaftliche Ausbildung.

Hoher Stundensatz


BBV-Kreisobmann Josef Fütterer sprach von einer großartigen Arbeit. "Problematisch finde ich die Anhebung des Stundensatzes von 7,50 auf 15 Euro, die bei einem Einsatz die Betroffenen zahlen müssen, wenn die Krankenkasse nicht einspringt." Weidens Stadtrat Alois Lukas, selbst Landwirt, bedauerte, dass sich die Stadt Weiden nicht beteiligt, obwohl die Hilfe auch Familien und Betrieben aus dem Stadtgebiet zum Vorteil werden könne.

120 Dorfhelferinnen und 137 Betriebshelfer in Bayern absolvieren jedes Jahr über 600 000 Stunden, um Familien auf dem Land zu helfen.Alois Weig
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