"Du kannst es schaffen"

Mitmachen ist bei der interaktiven Ausstellung "Klang meines Körpers" erwünscht. Am BSZ Neustadt sahen über 350 Schüler die informative Schau. Bild: exb

Mut machen will die interaktive Ausstellung "Klang meines Körpers" auf dem Felixberg. Thema ist die Prävention von Ess-Störungen.

"Wir haben eine Ess-Störung, aber wir sind keine - und wir wollen darüber sprechen." Mit diesem Wunsch gestalteten fünf betroffene junge Frauen und ein junger Mann zusammen mit einer Musiktherapeutin und einer Grafikerin die Ausstellung "Klang meines Körpers". Ihr Bedürfnis war es, ihre Erfahrungen und die wiedergewonnene Hoffnung an die Besucher weiterzugeben. Die Ausstellung wird vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung verliehen und weiolte vom 8. bis 16. März am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (BSZ) auf dem Felixberg.

Störung früh erkennen


Ess-Störungen wie Magersucht, Bulimie und Ess-Sucht beeinträchtigen stark das Leben von Betroffenen und Angehörigen. Aufklärung über diese Erkrankung und Prävention sind daher von großer Bedeutung, denn je früher eine Ess-Störung erkannt wird, umso größer sind die Heilungschancen. Hier setzt die Ausstellung "Klang meines Körpers" an. Sie sensibilisiert für die Problematik und zeigt Wege aus der Krankheit auf.

Studiendirektorin Hildegard Elsner und Oberstudienrätin Ulrike Weber-Zacher führten über 350 Schüler des BSZ durch die Schau. Die Besucher erhielten Anregungen, sich kreativ mit den Botschaften auf den Ausstellungstafeln auseinanderzusetzen. In einem Außenkreis gibt die Ausstellung grundsätzliche Informationen zu Ess-Störungen: Wie entstehen sie? Wie erkennt man sie? Welche Formen von Ess-Störungen gibt es? Betroffen macht vor allem die Aussage "Bitte nicht füttern ... denn ich habe Hunger nach: Nähe, Freundschaft, Verständnis." Den Betroffenen fällt es schwer, emotionalen Hunger von echtem Hunger zu unterscheiden. Man muss sich deshalb klar machen, dass das gestörte Essverhalten ein Symptom ist, die Ursachen jedoch woanders liegen.

Nicht das Krankheitsbild steht bei der Ausstellung im Vordergrund, sondern in dem inneren Kreis gewähren die betroffenen Jugendlichen einen sehr persönlichen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Mit selbst geschriebenen Texten, sehr persönlichen Bildern und selbst ausgewählten Musikstücken erzählt jeder Betroffene seine ganz persönliche Geschichte, von Ängsten, Nöten, Sehnsüchten und Wünschen.

Somit berührt und sensibilisiert die Schau auf sehr emotionale Weise für das Thema und ermuntert die Besucher, Signale des eigenen Körpers zu erkennen und auf kreativem Weg die eigenen Probleme anzugehen.

"Du kannst es schaffen" - das ist die zentrale Botschaft der Ausstellung. Sie stellt nicht die Probleme in den Mittelpunkt, sondern will Mut machen, die ersten Schritte zu wagen. Dazu gehört, sich die Krankheit einzugestehen und keine Angst vor einer Therapie zu haben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.