Erdverkabelung: Dauerhafte Einbußen
Bauernverband sieht bei Stromtrasse Untersuchungsbedarf

Nicht begeistert sind die Landwirte von der Entscheidung von Tennet, die neue Stromleitung "SüdOstLink" unterirdisch zu verlegen. BBV-Geschäftsführer Hans Winter fordert eine Informationsversammlung für alle Ortsobmänner entlang der Trasse zwischen Tirschenreuth und Wernberg.

Der BBV sieht die Erdverkabelung aus landwirtschaftlicher Sicht kritisch. Nach vorliegenden Erkenntnissen sei im Höchstspannungsbereich von einem erheblichen Eingriff in den Boden und seine Struktur auszugehen. Durch die Erwärmung des Bodens sei mit erhöhten Verdunstungs- und Austrocknungsraten in einem 20 bis 30 Meter breiten Schutzstreifen zu rechnen. Die Folge seien dauerhaft erhebliche Produktionseinbußen auf landwirtschaftlichen Flächen. "Bei einer Erdverkabelung im Höchstspannungsbereich sind die Eingriffe in das Eigentum und die Nutzung im Vergleich zu einer Freileitung erheblich gravierender", mahnt Winter. Es bedürfe daher weiterer Untersuchungen, um belastbare Aussagen zu den längerfristigen Auswirkungen einer Erdverkabelung auf die Ertragsfähigkeit landwirtschaftlicher Flächen zu erhalten.

Winter: "Erst wenn alle Fragen, die die Landwirtschaft betreffen, geklärt sind, können wir aus Sicht der Landwirtschaft entscheiden, ob ein derartig großes Projekt guten Gewissens mitgetragen werden kann." Zu klären sei auch, wie die Bauern im Falle eines Erdkabelbaus in dieser Größenordnung fair entschädigt werden können. Die jetzigen Regelungen seien mehr als unbefriedigend.
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