Erinnerung an 350 närrische Frauen im Wirtshaussaal
Weiber lassen Bär steppen

Das waren noch Zeiten, als im Bärensaal die närrischen Bärinnen steppten. Über 350 Frauen tummelten sich vor 15 Jahren im Saal und auf der Tanzfläche. Bild: prh

Das waren Zeiten, als im Bärensaal zum Weiberfasching noch der Bär steppte und 350 Faschingsnärrinnen am Unsinnigen Donnerstag die Sau raus ließen. Seit zehn Jahren ist es ruhig geworden um das närrische Treiben der Neustädter Damenwelt. Anna Fritsch erinnert sich gut daran, wie es mit einem rasanten Aufstieg begann.

Der Faschingsverein schaffte mittlerweile den Weiberfasching wegen rapide gesunkener Besucherinnenzahl ab. Auch die Neustädter Gastronomen engagieren sich diesbezüglich nicht.

"Zur 750-Jahrfeier der Stadt wurde der Faschingsverein wieder belebt und wir Marketenderinnen formierten uns", berichtet Fritsch beim Blättern in Alben voller Bilder und Zeitungsausschnitten. Auf die Lumpenbälle seien sie immer als starke Gruppe mit einem einheitlichen Faschingskostüm gegangen.

Über 200 Frauen


1994 habe der Faschingsverein dann einen eigenen Weiberfasching im Gasthaus "Zum weißen Rößl" veranstaltet. "Der schlug gleich ein wie eine Bombe", weiß auch der damalige Präsident Arthur Troidl. Er kann sich an über 200 Frauen erinnern, die den "Walbert" unsicher machten.

Aufgrund des großen Interesses zog der Faschingsverein in den größeren Bärensaal um. "Dort steppte wirklich der Bär", erinnert sich Fritsch. Meistens hätten die "Teddy Boys" gespielt. Die sorgten für Stimmung von Beginn an. Ruhige Phasen habe es auf der Tanzfläche nicht gegeben - immer nur Vollgas.

Männern war der Zutritt strengstens verboten. Darauf achtete Sonja Völkl peinlich genau beim Einlass. Erst ab 24 Uhr durften die Herren meistens verkleidet als Frauen in den Saal.

Ausgenommen davon war der Elferrat. Dessen Männerballett-Auftritte feierten die Damen stürmisch. "Einmal wurden Jo Herbrecher und ich von einer Gruppe Indianer-Squas mitten auf der Tanzfläche an den Marterpfahl gebunden und halb ausgezogen", lacht Troidl. Karl-Heinz Bock habe als Postillion die druckfrischen Faschingszeitungen verkauft. "Es herrschte einfach eine Bombenstimmung."

Anschließend feierte die eine oder andere bis in den Morgen in diversen Wohnungen weiter. Dort gab es Frühstück mit Semmeln frisch vom Bäcker.

Prinzen gesucht


Nach dem Umzug der Veranstaltung in die Stadthalle ebbte die Stimmung ab. Der Weiberfasching fiel in einen tiefen Dornröschenschlaf. Vielleicht wird er ja irgendwann einmal von einem feschen Faschingsprinzen wieder wachgeküsst.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.