Erstmals über 400 Brände
Tagung der Feuerwehrkommandanten

410 Mal mussten die Feuerwehren im Landkreis im vergangenen Jahr zu Bränden ausrücken. Bild: arw

Warum muss die Feuerwehr bei schweren Unfällen solange an der Unfallstelle bleiben, bis der Gutachter seine Arbeit beendet hat? "Selbst Ölspuren sind nicht unsere Aufgabe", sagt der Vohenstraußer Feuerwehrkommandant Mario Dobmayer. Polizeichef Werner Hanauer will über die Einsatzzentrale in Regensburg Abhilfe schaffen.

Nach einem Jahr Pause fanden sich 154 Feuerwehrkommandanten und deren Stellvertreter von 114 Freiwilligen und zwei Werkswehren am Mittwochabend zur Dienstversammlung in der Stadthalle ein. Mario Dobmayer ging auf Unfälle auf der A 6 ein. Hier müssten Polizei und Autobahnmeisterei schneller reagieren. "Es kann nicht sein, dass die Feuerwehr bis zum Schluss am Unfallort bleiben muss." Die Arbeitgeber spielten langsam nicht mehr mit. Der Neustädter Polizeichef, Erster Hauptkommissar Werner Hanauer, will dies mit seiner vorgesetzten Dienststelle klären. Für Siegfried Janner aus Mantel sind fünf Kilometer Ölspur zu kehren nicht der Job der Wehr. Hier sollte schon die Straßenmeisterei mit ihren Geräten ran.

"Es ist keine leichte Aufgabe, Tag und Nacht für den Notfall bereit zu sein", anerkannte Landrat Andreas Meier. Der oberste Dienstherr appellierte an die Wehren, die neue Atemschutzstrecke in Neuhaus zu nutzen. "Wir Bürgermeister sind stolz auf unsere Frauen und Männer bei der Feuerwehr. Enorm, was sie leisten", sagte der Neustädter Rathauschef.

Ausführlich erläuterte Kreisbrandrat Richard Meier die Einsätze im vergangenen Jahr. Die Zahl sei gegenüber dem Vorjahr um 12,09 Prozent auf 2688 Einsätze gestiegen. Erstmals habe die Zahl der Brände mit 410 die 400er-Marke überschritten. Das sind plus 8,75 Prozent. Bei 37 Einsätzen sei das Feuer beim Eintreffen der Wehr bereits gelöscht worden.

Häufig nur Fehlalarm


Um fast 20 Prozent sind laut Meier die technischen Hilfeleistungen auf 1664 geklettert. Hauptursachen waren Sturmschäden (148), Ölspuren (161), Unfälle mit Straßenfahrzeugen (210) und Insektenbeseitigung (163). Um 10 auf 204 Einsätze stiegen die Fehlalarme.

14 Verkehrstote



Zum Jahresende verrichteten im Landkreis 4825 Frauen und Männer bei den Feuerwehren Dienst. "Das sind 1,17 Prozent weniger Männer, aber fast 3 Prozent mehr Frauen", wusste der Kreisbrandrat. Beim Nachwuchs reduzierte sich die Zahl um 1,72 Prozent. In der Kategorie technische Hilfeleistungen schlagen 148 Sturmschäden, 161 Ölspuren, 210 Unfälle mit Straßenfahrzeugen und 163 Insektenbeseitigungen zu Buche. Dies alles wurde mit 35 145 Einsatzstunden bewältigt. Fast 44 000 Stunden wurden für Übungen und Schulungen erbracht.

Meier bedauerte, dass in etlichen Orten von 6 bis 18 Uhr immer weniger Feuerwehrdienstleistende zur Verfügung stünden. Er appellierte an die Arbeitgeber, die Leute bei Alarm freizustellen. "Auf die kleinen Wehren kann nicht verzichtet werden."

14 VerkehrstoteDie Feuerwehr rettete bei Verkehrsunfällen 59 und bei Bränden 5 Personen. 14 Personen konnten nur noch tot aus ihren Fahrzeugen geborgen. Insgesamt wurden bei den Einsätzen sechs Feuerwehrleute verletzt. Bei den First-Responder-Einsätzen (Erste Hilfe) wurden 16 und über Drehleitern 24 Menschen gerettet. (arw)
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