Faszination Natururlaub
Naturpark Nördlicher Oberpfälzer mit Mitgliederrekord

Der Naturpark nördlicher Oberpfälzer Wald startet mit Zuversicht in ein neues Jahrzehnt, was in der Jahresmitgliederversammlung am Mittwoch im Gründungslokal "Weißes Rössl" deutlich wurde. Eine heiße Diskussion löste die anvisierte Namensänderung des Maskottchens "Butzlbouh" aus. Bild: le


Nach hitziger Diskussion: "Butzlkouh" bleibt das Maskottchen"Butzlkouh" oder "Butzlbouh" - das ist oder besser war die Frage. Nach 40 Jahren präsentiert sich der Naturpark nördlicher Oberpfälzer Wald im neuen Kleid. Davon setzte Vorsitzender Andreas Meier die Mitglieder in der Jahresversammlung in Kenntnis.

"Wir brauchen eine Frischzellenkur", hielt der Landrat fest. Trotz hoher Vitalität, die dem Naturpark immer wieder bescheinigt werde, müsse man aber auch erkennen, dass der gestalterische Auftritt in die Jahre gekommen sei und einer grundlegenden Überarbeitung bedürfe. Als deutscher Qualitätsnaturpark und damit nationale Naturlandschaft stehe die Einrichtung stetig im Fokus der Medien- und Informationsgesellschaft mit ihren hohen Ansprüchen. Deshalb müsse die öffentliche Wahrnehmung nachhaltig verbessert werden. Nicht nur das Logo oder das Maskottchen, sondern das gesamte Outfit bedürfe einer Anpassung. Dieser Schritt werde jetzt konsequent, mutig und zukunftsorientiert vollzogen.

Erstmals hat der Naturpark professionelle Hilfe in Anspruch genommen. In der Versammlung präsentierten sich Diplom-Disignerin Katrin Hartisch und Diplom-Agrar-Ingenieur Herbert Hofberger von der gleichnamigen Bürogemeinschaft.

Hofbergers knapp 30-minütiger Vortrag mit reicher Bilderschau gipfelte in der Aussage: "Wir wollen bewusst Emotionen transportieren." Hofberger erläuterte unter dem Titel "Wer sind wir? Was macht uns aus?" die Begriffe Natur und Kultur und das zur Ruhe kommen. Wie der Naturpark-Führer aussehen könnte, zeigte Hofberger mit vielen schönen Fotos und den Begriffen "Der Natur so nah" oder "In der Natur zu Hause". Bleiben soll das Maskottchen: Allerdings sollte aus der "Butzlkouh" der "Butzlbouh" werden.

Und genau das löste in der Versammlung eine Diskussion aus, die so nicht erwartet werden konnte, zumal Landrat Meier zu verdeutlichten versuchte, warum man auf diesen neuen Namen gekommen sei. Die Stimmung heizte sich auf. Es war zu erkennen, dass das Maskottchen weiterhin "Butzlkouh" heißen soll. Zu einer Abstimmung oder Meinungsumfrage in der Versammlung kam es nicht, weil deutlich zu erkennen war, dass die "Butzlkouh " favorisiert wird.

Der Aufbau des neuen Logos zeigt Sonne, Wahrzeichen, den Buchstaben "N" für Naturpark und einen Baum.

Rundherum gab es noch einige Diskussionen über die Farbgestaltung und die Herausstellung des " N" in den einzelnen Bildern. Doch insgesamt sind die Mitglieder man mit dem neuen Kleid des Naturparks einverstanden. (le)

Mit 259 Mitgliedern, darunter 81 Privatpersonen, alle 38 Gemeinden des Landeskreises, 36 Verbände und 73 Landwirte, ist der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald der größte in Bayern. Tendenz steigend. Das ist der höchste Stand seit der Gründung 1975.

Mit dieser Erfolgsmeldung wartete Vorsitzender Landrat Andreas Meier in der Mitgliederversammlung im Gründungslokal "Weißes Rössl" auf. Mit dabei waren seine Stellvertreter, Landrat Wolfgang Lippert aus Tirschenreuth und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß aus Weiden.

Meier erinnerte an die Eröffnung der Naturpark-Infostelle in der Wieskapelle in Speinshart und die Dauerausstellung "Graniterlebnis pur" in Flossenbürg. Das Augenmerk werde weiter auf eine flächendeckende Präsenz des Naturparks in den Mitgliedsgemeinden gelegt, versicherte der Landkreischef. Derzeit würden sieben Infostellen im Landkreis unterhalten, weitere könnten eingerichtet werden.

In der Oberpfalz vorn


Der neue Folder mit Übersichtskarte habe sich zu einem Renner mit über 30 000 Auflage entwickelt. Die Sonderbeilage "40 Jahre Naturpark" im "Neuen Tag" sei ein schöner Erfolg gewesen. Als Manko bezeichnete der Landrat, dass sich derzeit nur 19 Kommunen mit der Homepage des Naturparks verlinkt hätten.

Der Vorsitzende gab bekannt, dass in diesem Jahr die Deutsche Zentrale für Tourismus die Themenkampagne "Faszination Natururlaub" veranstalte. Die Naturparke stünden mit im Mittelpunkt. Mittlerweile sei es gelungen, zusammen mit Tännesberg, der bayerischen Modellgemeinde Biodiversität, drei vermarktungsfähige Angebote zu erstellen. Der Naturpark konnte bereits auf verschiedenen Schienen vermarkten.

Geschäftsführer Martin Koppmann durfte ein dickes Dankeschön unter dem Beifall der Mitglieder für seinen nimmermüden Einsatz entgegen nehmen. Koppmann war es auch vorbehalten, auf die Arbeit der Geschäftsstelle näher einzugehen. Dabei hielt er fest, dass trotz erfolgter Umstellung auf Landesmittel die Förderung gut getan habe. Bislang konnte fördertechnisch noch jede beantragte Maßnahme abgewickelt werden. Der Naturpark sei einer der wenigen in Bayern, oberpfalzweit sogar der einzige, der sich deutscher Qualitäts-Naturpark bezeichnen darf. Damit sei er gleichzeitig nationale Naturlandschaft.

Lob für Miteinander


Im Rechnungsprüfungsbericht hielt Bürgermeister a.D. Fred aus Floß fest, dass eine mit viel Liebe gestaltete Heimatarbeit an den Tag gelegt werde und das Miteinander zwischen der Stadt Weiden und den Landkreises Neustadt und Tirschenreuth gefestigt werde. Dafür gab es Dank und Anerkennung für die Vorsitzenden, Geschäftsführer, Diplom-Biologin Mathilde Müller und Vereinskassier Hermann Schmid. Das Zahlen- und Rechenwerk des Naturparks wurde einstimmig beschlossen.

Einstimmiges Votum


Landrat Meier erläuterte das Jahresprogramm 2016 (wir berichteten). Es fand die Zustimmung aller Mitglieder. Für weitere drei Jahre wurden Fred Lehner und Bürgermeister a.D. Josef Zilbauer aus Vohenstrauß als Rechnungsprüfer einstimmig gewählt. Sie durften Präsente für ihr über 26-jähriges Engagement in Empfang nehmen. Eingeladen wurde zum Streuobstaktionstag mit Naturparkregionalmarkt auf dem Gelände der Mosterei Bernhard in Steinach bei Leuchtenberg am 4. September.
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