Feuer frei
Harter Rock beim "Firehouse"-Festival

Einmal im Jahr bringen die Rock- und Metal-Bands die Fahrzeughalle der Feuerwehr zum Beben. Bild: stn

Falls die Hütte am Samstag, 8. Oktober, brennt, wäre die Feuerwehr zur Stelle: Beim 13. Firehouse-Festival können Rock- und Metal-Fans im Gerätehaus gut behütet und bewirtet das Feuer ihrer Musik entfachen.

Vor 13 Jahren begann die Tradition des "Firehouse"-Festivals. Damals gab es laut Auskunft des Musikbeauftragten Martin Beutler einen Generationswechsel bei der Feuerwehr. Auf das traditionelle Starkbierfest folgte im nächsten Jahr die erste "Rocknacht". Beutler war von Anfang an dabei. Er engagierte Bands und kümmerte sich um Licht, Tontechnik, Sponsoren und Gage.

Im Feuerwehrauto zurück


Das "Firehouse" ist sein Projekt. Fast das ganze Jahr über ist der 53-Jährige damit beschäftigt. Deshalb ist er auch nur passives Mitglied bei der Feuerwehr. Ohne seine Vereinskollegen würde es nicht gehen, betont der Neustädter. "Das ist eine super schlagkräftige Gruppe. Die machen aus dem Feuerwehrhaus einen Konzertsaal, das ist irre."

Die Feuerwehr kümmert sich um ihre Rocker-Gäste. Von Anfang an gibt es einen Heimfahrservice für Musikfans aus der Region. "Wir haben dann zwei Feuerwehr-Fahrzeuge", erklärt Helmut Staratschek. Er ist Vorsitzender des Feuerwehrvereins, Oberbrandmeister und verantwortlich für Räumlichkeiten und Aufbau beim "Firehouse". "Mit dem Mannschaftstransporter geht es nach Hause."

In diesem Jahr will die Feuerwehr erstmals die Bar in der Fahrzeughalle aufbauen. Wegen des Rauchverbots gingen in den vergangenen Jahren viele Besucher in den Pausen vor die Tür. Die Angebote der Floriansbar waren kaum gefragt. Das soll sich mit dem neuen Standort neben dem Bierausschank ändern.

Über 50 Bewerbungen


Möglich wird das Rock- und Metal-Festival nur durch die Neustädter Kleinbetriebe. "Wir könnten die Veranstaltung nicht machen, wenn wir nicht 500 bis 600 Euro von den Sponsoren bekämen", sagt Martin Beutler. Das sei von Anfang an so gewesen. Er kenne viele Gönner auch persönlich. "Wir wollen regionalen Bands eine Chance geben, unter professionellen Bedingungen zu spielen: mit Gage, Licht und Tontechnik."

Mehr als 50 Bewerbungen aus ganz Deutschland gingen bei ihm im Verlauf des Jahres ein. Regionale Bands hätten dabei Vorrang, betont Beutler. Dieses Jahr spielen "Travesty" aus Neumarkt, "eXcage" aus Weiden und "The Styx Shipping Society" aus dem Fichtelgebirge. Dazu gesellen sich die Bands "GrooVenoM" aus Dresden und "Path of Destiny" aus Saalfeld.

Die Veranstalter arbeiten nicht gewinnorientiert: Ein Teil der Einnahmen fließt in die Jugendarbeit der Feuerwehr. Wenn vom Eintritt noch etwas übrig bleibt, wird es als Bonus-Gage an die Musiker ausgezahlt.

Bands und Tickets"GrooVenoM " aus Dresden spielen "Modern Death Pop". Im September erschien das gleichnamige Album. Als Einflüsse geben sie eine bunte Mischung an Bands an. So etwa "Rammstein", "Kiss", "Tokyo Hotel", "Manowar", "Linkin Park", "Skrillex" und "Def Leppard".

"Path of Destiny " aus Saalfeld kombinieren laut eigener Aussage harte Melodic-Death-Metal-Riffs mit orchestralen Einschüben. Die Songs vereinen die besten Bestandteile dieser Stile zu einem brutalen, melodiösen Ganzen.

Die Band "eXcage " aus Weiden kombiniert melodiösen Gesang einer Frauenstimme mit harten Gitarrenriffs. Die Band schwebt zwischen Hard-Rock und Metal und hat im September ihr neues Album veröffentlicht.

Die Band "Travesty " aus Kastl bei Neumarkt spielt nach eigenen Angaben "Thrash-, Doom-, und Prog-Metal". Die Band hat im Juli ein neues Album produziert. Offiziell gibt es sie erst sei Juni 2015.

"The Styx Shipping Society " aus dem Fichtelgebirge spielt Progressive Dark- beziehungsweise Black-Metal. Der musikalische Hintergrund der Band liegt laut eigener Aussage "zwischen den konservativen Wurzeln des extremen (Black) Metals und den Ursprüngen des modernen Rocks".

Das "Firehouse"-Festival in der Adolf-Kolping-Straße beginnt um 18 Uhr. Die erste Band legt eine halbe Stunde später los. Tickets für acht Euro gibt es im Vorverkauf bei NT-Ticket, an der Abendkasse kosten sie zehn Euro. Die Feuerwehr bietet einen Heimfahrservice in die nähere Umgebung. (dko)
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