Feuer- und Krachkunde
Spannender Sicherheitstag in der Lobkowitz-Realschule

Am gasbetriebenen Feuerlöschtrainer macht der Umgang mit dem Handlöscher sogar Spaß - im Ernstfall könnten die Erfahrungen der Realschüler lebensrettend sein. Bild: bgm

"Die Schüler sind völlig außer Rand und Band", freut sich Realschulrektorin Irene Seebald über das große Interesse ihrer Schützlinge am Sicherheitstag. Konzentriert lauschen die Kinder den Erklärungen von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Doch auf einmal wird es hektisch.

Die Parksteiner Wehrmänner sprinten plötzlich mit langen Schritten zu ihrem Löschfahrzeug, packen im Eiltempo die Ausrüstung zusammen, reißen die Rollos am Fahrzeug herunter.

Kommandant Tobias Plößner springt auf den Fahrersitz, schaltet Sirene und Blaulicht ein und düst los. Was Rektorin Sebald erst für eine Demonstration der schnellen Einsatzbereitschaft hält, ist tatsächlich ein Ernstfall. Die Brandmeldeanlage im Parksteiner Schloss hat Alarm ausgelöst. Ein Fehlalarm, wie sich später herausstellt - dennoch verdeutlicht die Szene die Bedeutung der Rettungsdienste.

Lebensnah, lebensrettend


"Man lernt heute fürs Leben", ist Sebald vom Nutzen des Sicherheitstages überzeugt. Organisiert hat ihn Kreisbrandinspektor Ulrich Kraus, der zugleich Hausmeister an der Lobkowitz-Realschule ist. "Die Feuerwehrleute mussten sich Urlaub nehmen. Das ist ein ganz toller Einsatz fürs Ehrenamt", lobt die Schulleiterin. Auch viele ihrer Schüler seien beim THW oder ihren Ortsfeuerwehren aktiv. Zum Sicherheitstag sind sie natürlich in ihren Einsatzanzügen gekommen. "Das sind die Helden des Alltags. Da erlebt man die Schüler mal ganz anders", schwärmt Sebald.

An 30 Stationen lernen die jungen Leute in Theorie und Praxis, auf was es im Ernstfall ankommt. Wie man einen Feuerlöscher bedient, dürfen alle nach einer eingehenden Einweisung selbst testen. Mit einem mit Wasser gefüllten Übungslöscher halten sie auf einen gasbetriebenen Löschtrainer. "Das soll den Jugendlichen die Angst vor den Flammen nehmen", erklärt der Parksteiner Kommandant Plößner.

"Es war etwas schwer, aber es ist interessant, das mal auszuprobieren. Sowas macht man im Alltag ja nicht", meint Andrea Lukas aus der neunten Klasse. "Einwandfrei", sagt Stefan Bäumler von den Parksteinern zu den Löscharbeiten der Schüler.

Fatale Fehler


Auf der anderen Seite des Schulhauses schlägt eine gewaltige Stichflamme in den Himmel. Noch viele Meter entfernt ist die starke Hitzeentwicklung zu spüren. Der Fehler, den die Feuerwehr Lanz zu Übungszwecken bewusst demonstriert, sollte im Falle eines Missgeschicks in der heimischen Küche tunlichst vermieden werden. Dort hätte der Versuch, brennendes Fett mit Wasser zu löschen, fatale Folgen.

Ein Haar- oder Deospray im sommerlich heißen Auto zu vergessen, könnte nicht minder schwere Konsequenzen haben. Die Explosion ist nicht nur ohrenbetäubend laut, sondern auch mit aggressiven Flammen verbunden.
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