Franziskanischen Gemeinschaft restauriert Fahne
Zeichen der Begeisterung

Große Freude bei den Mitgliedern der Franziskanischen Gemeinschaft (OFS) über die restaurierte Fahne: (von rechts) Vorsteherin Ingrid Riebl, Schriftführerin Christine Caloiero, Guardian Pater Stanislaus und Reinhilde Staffe. Bild: ms

Wie alt sie ist, vermag keiner zu sagen. Aber jetzt erstrahlt die Fahne der Franziskanischen Gemeinschaft in frischem Glanz. Polnische Ordensfrauen haben sie restauriert.

Jahrelang fristete die Fahne des Ordo Franciscanus Saecularis (OFS), wie die korrekte Bezeichnung lautet, auf dem Dachboden des Klosters St. Felix ein tristes Dasein. Sie war völlig in Vergessenheit geraten. Christine Caloiero, seit 2015 Schriftführerin, stieß beim Blättern im Protokollbuch auf ihre Existenz. "Es war mysteriös: Mal war sie da, mal nicht", erzählt sie.

Die Altenstädterin begab sich auf die Suche. Solange es die Gesundheit erlaubte, hatte Felix-Urgestein Reinhard Paetzold das schwere Banner bei feierlichen Anlässen, wie etwa bei der Lichterprozession zum Felixfest, getragen. Der frühere Guardian Pater Stanislaus wusste auch noch von der Existenz der Fahne, aber nicht, wo sie war. Helfen konnte Bruder Czeslaw. Er wurde auf dem Klosterdach schnell fündig.

Allerdings war das Banner in "sehr schlechtem Zustand", erinnert sich Caloiero. "Es war eingerissen und hatte Stockflecken." Zum Felixfest im Mai beteiligte sich die Schriftführerin erstmals wieder mit der Fahne. Dann kam ihr eine Idee. Sie hat noch Kontakt zu Pater Paul, der früher auf dem Felix war und jetzt im Kloster Bogenberg ist. Er fährt regelmäßig in die Heimat. Ihm gab sie die Fahne mit, und der Franziskaner-Minorit ließ sie von Schwestern komplett erneuern. Jetzt erstrahlt sie in neuem Glanz. Und die Kosten, die die Neustädter Ortsgruppe selbst übernehmen muss, halten sich in Grenzen. Es fielen lediglich 300 Euro an.

Groß war die Freude bei den derzeit 18 Aktiven des Dritten Ordens, als der neue Guardian Pater Stanislaus im Festgottesdienst beim Franziskusfest am Dienstagabend die restaurierte Fahne weihte. Er lobte die Gemeinschaft für die Erneuerung.

Das Banner solle dazu beitragen, dass die Begeisterung für Franziskus lebendig bleibe und sich die Gemeinschaft weiter für Frieden und Gerechtigkeit einsetze. Vorsteherin Ingrid Riebl zeigte sich glücklich über die Initiative ihrer Schriftführerin Caloiero. Dadurch habe die Gemeinschaft bei feierlichen Anlässen wieder einen Blickfang.

Franziskanische GemeinschaftDie Franziskanische Gemeinschaft ist eine Laienbewegung, die sich am Leben des heiligen Franz von Assisi orientiert. Seit 2012 heißt sie Ordo Franciscanus Saecularis (OFS). Mitglieder sind Frauen und Männer aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen, die sich der franziskanischen Idee und Tradition verbunden fühlen. Sie wollen im Geist des heiligen Franz das Evangelium leben. Ihr "Kloster" ist die Familie, die Arbeit oder der Ruhestand. Sie wirken überall dort, wo sie gerade stehen.

Wie lange genau es in Neustadt diese Gemeinschaft gibt, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall aber schon weit über ein halbes Jahrhundert, wie sich die ältesten Mitglieder erinnern. Seit 2008 ist die Windischeschenbacherin Ingrid Riebl Vorsteherin. Sie hat die Franziskanische Gemeinschaft auf dem Felixberg aus dem Dornröschenschlaf geweckt, nachdem es um sie einige Jahre ruhig geworden war. Zurzeit zählt sie 18 Aktive, inklusive dem geistlichem Begleiter, Guardian Pater Stanislaus. Neustadt gehört wie alle anderen 40 bayerischen Gruppen zum Bezirk Altötting. (ms)

Großer Bahnhof auf dem Felix: Am Sonntag, 9. Oktober, kommen die Spitzen der Franziskaner-Minoriten aus Krakau und Würzburg sowie politische Prominenz. Im 10-Uhr-Gottesdienst wird Pater Stanislaus nach über 16 Jahren in St. Felix verabschiedet. Er übernimmt eine neue Aufgabe in der Mission in Uganda. Gedankt wird auch den Patres Adalbert und Marek, die versetzt worden sind.

Begrüßt werden die Nachfolger: Der neue Guardian heißt ebenfalls Stanislaus sowie die Patres Richard und Rafau. Nach der Messe besteht für alle die Möglichkeit, sich bei einem Glas Sekt auf dem Platz vor der Kirche persönlich zu verabschieden..
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