Gefährliche „Legalität“
Synthetische Drogen erhalten in der Region hohen Zuspruch

Badesalze und Kräutermischungen - die Namen klingen harmlos. Der Begriff "Legal highs" verstärkt noch dazu den Mythos des Erlaubtseins, der sich laut Katjenka Wild bei jugendlichen Konsumenten hartnäckig hält. Die Referentin von der Weidener Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme sprach bei der PSAG Nordoberpfalz (Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Nordoberpfalz) über "Synthetische Drogen in der Region".

Die Zahl der Konsumenten in Weiden und Tirschenreuth habe sich "auf hohem Niveau eingependelt". 2015 habe die Weidener Fachambulanz 99 Crystal-Meth-Konsumenten verzeichnet, in Tirschenreuth 55. Bei "Legal highs" seien 20 Fälle in Weiden bekannt, in Tirschenreuth 4 bis 5. Wild geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus.

Der meist unbekannte Inhalt von "Legal highs" berge eine große Gefahr. "Man weiß nicht, was da drin ist", warnte Wild. "Viele bestellen im Internet Tütchen, die hübsch aufgemacht sind, aber keine Auskunft über die Zusammensetzung geben." Ein Problem sei zudem, dass sich die Mischung dieser Drogen so schnell ändere, "dass die Gesetzgebung nicht hinterherkommt". Die Politik versuche mit einem neuen Gesetzesentwurf, einen Weg zu finden, den "Legal highs" den Ruf der Legalität zu nehmen und die Gefahren stärker zu verdeutlichen. Die Drogen würden zu ihrer aufputschenden Wirkung auch Herzrasen und Psychosen hervorrufen. Das Durchschnittsalter der Konsumenten sei "relativ klar". Besonders Männer und Frauen zwischen Anfang und Mitte 20 nähmen "Legal highs". Dass die Zahl in der Region so hoch ist, führte Wild unter anderem auf die Nähe zu Tschechien zurück. (Hintergrund)
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