Gesungene Heimatliebe
Sängerbund-Serenade zum 110-jährigen Bestehen

Zwischendurch darf's auch mal instrumental sein. Die Turmbläser setzten angenehme Akzente.
 
Der Jubelverein glänzte vor allem beim gemeinsamen Auftritt mit den Flossenbürger Sängern. Moderator Fred Fröhlich und Dirigent Peter Brenner (vorne), bewiesen Gespür dafür, was das Publikum an einem Abend unter freiem Himmel in der Freizeitanlage erwartete. Bilder: gag (2)

110 Jahre sind ein stolzer Geburtstag. Doch der Sängerbund haut dazu nicht allzu sehr auf die Pauke. Lieber feiert er mit Freunden bei der Serenade. Musikalisch gibt es dann aber doch noch ein Feuerwerk.

In der Freizeitanlage in der Gramau standen zahlreiche Gratulanten gleich mit auf der Bühne: Der Männergesangverein Flossenbürg, die Neustädter Turmbläser sowie die beiden Musiker Gerhard Reber und Alfons Kistenpfennig boten ein abwechslungsreiches Programm.

"Der Gesang ist die Ursprache des Herzens", betonte zweiter Bürgermeister Heinrich Maier. Durch seine vielen anspruchsvollen und großartigen Konzerte sei der Sängerbund "ein musikalischer Botschafter unserer Heimatstadt". Auch Maier ist Chormitglied.

CD fürs Stadtmuseum


Bereits 1974 entstand die Chorgemeinschaft mit Parkstein, Flossenbürg und Neustadt. Dirigent war damals Karl-Heinz Malzer. Sogar im Bayerischen Rundfunk waren mehrfach Aufnahmen des Sängerbunds zu hören. Stolz präsentierte Vorsitzender Karl Frisch eine Rarität: eine CD mit Aufnahmen von 1962 bis 1974, die er unter Mithilfe des BR erhalten habe und dem Stadtarchiv spendet.

Die Neustädter Turmbläser begleiteten den Sängerbund schon seit 50 Jahren. In fescher Tracht und mit glänzenden Instrumenten spielten sie in den Chorpausen. Moderator Fred Fröhlich hatte zwischen den Stücken immer einen passenden Witz parat.

Singen Männer gerne von Bier, Wein und schönen Frauen? "Ein frisches Bier (und eine junge Dern)" lobte der MGV Flossenbürg die kleinen Freuden des Lebens. Lachen löste die Zeile "Sie hat den allerschönsten Mund, den möcht' ich küssen - nach zwei Bierchen" aus.

Im "Rheinlied" priesen die Sänger nicht nur den guten Wein, sondern auch die Mädchen, oder vertonten "Glück ist jeder neue Morgen". Als Geburtstagsgeschenk überreichte Vorsitzender Stefan Meiler eine Trophäe aus Glas und Granit, welche zum 100. Geburtstag des Flossenbürger Vereins gefertigt worden war. Mit einem Satz des unvergessenen Zupfer-Bepp leitete Fröhlich verschmitzt über zum Auftritt des Sängerbunds: "Wenn ich des so kannt, ich machats genauso." Und die Neustädter Sänger griffen das Thema der Flossenbürger auf, mit dem "Mädchen vom Lande" und einem fröhlichen Tanzliedchen. Zwischendurch lockerten Kistenpfennig und Reber mit Gitarre und Akkordeon immer wieder das Programm auf.

Italienisch und zünftig


Nach einer musikalischen Reise des Sängerbunds über die Berge nach Italien (Funiculi Funicula, Chianti-Lied) fand sich die Chorgemeinschaft wieder zusammen, um endlich von der Heimat Oberpfalz zu schwärmen. "Es muss ein Sonntag g'wesen sein" über den Tag der Entstehung der Oberpfalz, ging dem Publikum sehr zu Herzen. Auch "Mia san in der Oberpfalz daham" könnte als Heimathymne durchgehen.

Dirigent Peter Brenner leitete beide Chöre, war aber auch bei einigen Liedern der Solist. Deutlich hörte man bei den feierlichen Stücken den immer noch operettenhaft hellen Tenor von Ferdinand Kamm heraus. Den Marsch "Heimat Oberpfalz" präsentierte die Chorgemeinschaft zusammen mit den Turmbläsern. Dabei war der Pavillon in der Freizeitanlage bis zum letzten Stehplatz gefüllt. Mit frischem Bier, wie vorher besungen, ließen die Mitwirkenden und das Publikum in der Dämmerung den Serenadenabend ausklingen.
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